Filmarchiv

Land (Film Archive)

Filmstill Disturbed Earth

Disturbed Earth

Disturbed Earth
Kumjana Novakova, Guillermo Carreras-Candi
Doc Alliance Award 2023
Dokumentarfilm
Spanien,
Bosnien und Herzegowina,
Nordmakedonien
2021
71 Minuten
Bosnisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Lastwagen fahren im Schritttempo über die Landstraße, geschmückt mit Blumengirlanden, beladen mit den sterblichen Überresten von Menschen, die bei dem Massaker von Srebrenica ermordet wurden. Die Hinterbliebenen nehmen die Särge in Empfang, um die erst vor Kurzem exhumierten und identifizierten Toten auf dem weitläufigen Friedhof der Stadt, gleichzeitig Gedenkstätte, zu bestatten. So überwältigend beginnt der Film, um sich anschließend auf drei der wenigen Überlebenden des Massenmordes zu konzentrieren, dem in der Kleinstadt in Bosnien und Herzegowina im Juli 1995 innerhalb von wenigen Tagen Tausende, hauptsächlich Männer und Jungen, zum Opfer fielen.

Srećko kehrte zurück und lebt nun in den Wäldern auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Mirza entkam, indem er tagelang durch die Berge wanderte, und bewohnt jetzt wieder mit seiner Frau das alte Haus. Mejra hat ihren Mann und ihre Söhne verloren und versorgt sich, inzwischen 85-jährig, immer noch allein von ihrem Feld. Die leise beobachteten Alltagshandlungen wechseln sich ab mit prägnantem Archivmaterial, das die Abläufe der unfassbaren Ereignisse fast minutiös darstellt. Wacklig-rauschige Videos stehen in Kontrast zu den klaren Aufnahmen von Landarbeit und berückend unschuldiger Natur. Die Vergangenheit lastet unverändert schwer, doch zeigt sich die Beharrlichkeit des menschlichen Geistes, auch schrecklichste Umstände ertragen zu wollen.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Kumjana Novakova, Guillermo Carreras-Candi
Kamera
Kumjana Novakova, Guillermo Carreras-Candi
Schnitt
Jelena Maksimović
Produktion
Guillermo Carreras-Candi, Kumjana Novakova
Sound Design
Oriol Gallart
Filmstill Dom

Dom

Dom
Massimiliano Battistella
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
Italien,
Bosnien und Herzegowina
2025
82 Minuten
Italienisch,
Bosnisch
Untertitel: 
Englisch
Sarajevo–Rimini. Diese Route brachte die zehnjährige Mirela einst in Sicherheit vor dem Bosnienkrieg, 1992, als sie zusammen mit einer Gruppe anderer Waisenkinder von einem Konvoi der Vereinten Nationen nach Italien transferiert wurde. Der Aufenthalt sollte nur vorübergehend sein, doch niemand kam, sie abzuholen. So begann Mirela ein neues Leben an der Adria.
Als Erwachsene reist sie zurück in die Heimat, auf der Suche nach der Mutter, die sie zuletzt als Vierjährige gesehen hat. Viele Fragen reisen mit: Warum gehörte ausgerechnet sie zu den wenigen, die ins Exil geschickt wurden? Wäre es besser gewesen, in Sarajevo geblieben zu sein, frei von Schuldgefühlen? Eindeutige Antworten findet Mirela nicht. Doch aus den Spuren, die sie aufliest, aus den Fäden, die sich in ihrem Leben kreuzen, webt „Dom“ eine feinfühlige Mediation über Identität und Zugehörigkeit.
Felix Mende

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Massimiliano Battistella
Kamera
Emanuele Pasquet
Produktion
Riccardo Biadene
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Filmstill Hurikán

Hurikán

Hurikán
Jan Saska
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Tschechische Republik,
Slowakei,
Frankreich,
Bosnien und Herzegowina
2024
13 Minuten
Tschechisch
Untertitel: 
Englisch
Das Bier ist alle in Prag … also eigentlich nur an einem Imbissstand abseits der touristischen Altstadt. Aber das Röcheln des Zapfhahns ist deswegen nicht weniger dramatisch für Hurikán, einen Dauerkunden, der seinen Tag und viel von der Nacht an diesen Treffpunkten der verlorenen Seelen verbringt. Verknallt in die Budenbetreiberin, nimmt Hurikán die Sache in die Hand. Sie kommt ins Rollen, genau wie das leere Fass, das er befüllen lassen will. Ein abenteuerlicher Parcours nimmt seinen Lauf. Er beginnt mit kleinen spöttischen Gesten und weitet sich schnell zu einer rasanten Jagd in den dösenden, aber steilen Seitenstraßen des Prager Stadtviertels Žižkov aus.
Jan Saska verwebt mit großartigem Timing und Augenzwinkern Genretypisches aus Comic und Actionkino. Und mittendrin ein Typ, dem das Leben nicht leichtfällt. Hier muss ihm das Glück helfen, um nicht zu verdursten.
André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jan Saska
Buch
Jan Saska, Václav Hašek
Schnitt
Jan Saska
Produktion
Kamila Dohnalová, Martin Vandas
Co-Produktion
Antoine Lietout, Ivan Zuber, Juraj Krasnohorsky, Mladen Đukić, Alena Vandasová
Sound Design
Jiří Gráf
Animation
Marek Pokorný, Michaela Večerková, Jan Saska, Camille Chao, Hugo de Faucompret, David Štumpf, Jean-Christophe Lie, Félicia Gillibert, Delphine Grelet
Filmvertrieb
Luce Grosjean
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Media Name: 172995f8-20e2-47f9-bcc9-3020bfee2973.jpg

Looking for Horses

Looking for Horses
Stefan Pavlović
Doc Alliance Selection 2021
Dokumentarfilm
Niederlande,
Bosnien und Herzegowina,
Frankreich
2021
88 Minuten
Bosnisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Zwei Männer unter sich: Zdravko, Kriegsveteran mit Hörschädigung, der als Fischer in der Einöde lebt, und Stefan, Regisseur mit bosnischen Wurzeln, der seine Muttersprache vergessen hat. Vor einer kargen wie geheimnisvollen Kulisse nimmt die unwahrscheinliche Freundschaft ihren Lauf. Denn während Stefan seine Gedanken in Textform über die Aufnahmen legt, sendet Zdravko mit einem Holzstab Geräusche in die Tiefe. Sie sollen Welse anlocken, die inmitten eines Sees ihre Runden drehen. Dabei beschwören sich beide Männer gewissermaßen gegenseitig, bringen Verschüttetes hervor, verbrüdern sich, überwinden innere Barrieren.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Stefan Pavlović
Kamera
Stefan Pavlović
Schnitt
Sabine Groenewegen, Stefan Pavlović
Produktion
Koštana Banović
Co-Produktion
Eyal Sivan
Ton
Stefan Pavlović
Musik
Karsten Fundal
Filmvertrieb
Anna Berthollet