Filmarchiv

Land (Film Archive)

Filmstill Animalia Paradoxa

Animalia Paradoxa

Animalia Paradoxa
Niles Atallah
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Chile
2024
82 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Ein schmaler Körper, verpackt in staubige Lumpen. Die Gasmaske im Gesicht lässt nur ein müdes Augenpaar mit fast erloschenen Pupillen frei. Die Gestalt windet sich durch eine graue Landschaft aus bröckelndem Beton und rostigen Eisenteilen. So seltsam verrenkt sich das Mischwesen aus Mensch und Amphibie in dieser postapokalyptischen Welt, dass die Gesetze der Physik außer Kraft zu sein scheinen. Wo sich Oben und Unten befinden, ist unklar. Auf welchem Planeten sich das Geschehen abspielt, kann man kaum ausmachen. Beobachtet von anderen fantastischen Chimären, schleicht sich das Wesen immer wieder hinaus aus seinem Versteck, um Wasser für ein bescheidenes Bad zu finden.
Diese avantgardistische Gratwanderung zwischen dokumentarischen Zivilisationsresten, Found Footage, Tanz, Performance, Puppen- und Gebärdenspiel führt gängige Begriffsbestimmungen von Animation auf faszinierende Weise an ihre Grenzen – und darüber hinaus. Durch großartig inszenierte Bewegungschoreografien, clevere visuelle Ideen und herausragende auditive Gestaltung bringt Niles Atallah seine so andersartige Erzählung zu vollem Glanz.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Niles Atallah
Buch
Niles Atallah
Kamera
Matías Illanes
Schnitt
Mayra Morán, Niles Atallah
Produktion
Catalina Vergara
Ton
Claudio Vargas
Sound Design
Claudio Vargas
Musik
Sebastián Jatz Rawicz
Animation
Niles Atallah
Filmvertrieb
Paulina Portela
Kids DOK 2025
Filmstill Capybaras
Capybaras Alfredo Soderguit
Familie Wasserschwein will sich vor Jägern im Hühnerstall verstecken, doch der Hahn verscheucht sie. Als sich Wasserschwein-Kind und Hühnerküken anfreunden, tut sich eine ganz neue Welt auf.
Filmstill Capybaras

Capybaras

Los carpinchos
Alfredo Soderguit
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Frankreich,
Chile,
Uruguay
2024
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Familie Wasserschwein lebt friedlich zwischen Schilfinseln in der Nähe einer kleinen Farm. Da knallt ein Schuss durch die Luft – die Jagdsaison hat begonnen. Verängstigt suchen sie Schutz im Hühnerstall, aber der Hahn ist misstrauisch und verscheucht die fremden Tiere. Doch Wasserschwein-Kind und Hühnerküken beschnuppern sich trotzdem neugierig. Ihre Freundschaft hat unerwartete Folgen ...

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Alfredo Soderguit
Kamera
Alfredo Soderguit
Produktion
Nicolas Schmerkin
Co-Produktion
Lucianna Roude, Bernardita Ojeda
Animation
Eloise Rauzier, Alejo Schettini
Filmstill Cutting Through Rocks

Cutting Through Rocks

Uzak yollar
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
USA,
Iran,
Deutschland,
Niederlande,
Katar,
Chile,
Kanada
2025
94 Minuten
Aserbaidschanisch,
Farsi
Untertitel: 
Englisch

Die Proteste mit dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ in Teheran und anderen Großstädten scheinen weit weg von dem Ort, an dem Sara lebt. Doch die Protagonistin dieses Films setzt sich in ihrer ländlichen Gemeinde im Nordwesten des Iran ganz alltagspraktisch für die gleichen feministischen Werte ein. Immer wieder werden wir in Bildern darauf zurückgeführt, dass ihr Vater sie einst – zum Unmut des Dorfes – das Motorradfahren lehrte. Ein kleiner Gefallen mit großer Wirkung: Für Sara ebnete er einen Weg jenseits der patriarchalen Ehe. Mobil auf zwei Rädern arbeitete sie als Hebamme und brachte zahlreiche Mädchen zur Welt, für die sie sich jetzt erneut stark machen will: Zu Beginn des Films und in der Mitte ihres Lebens entschließt sich Sara, als erste Frau in der Geschichte ihrer Kommune für den Gemeinderat zu kandidieren. Ein Schritt, der ihr einerseits begeisterte Unterstützung einbringt; andererseits muss sie offene Feindseligkeiten und eine Anhörung bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik über sich ergehen lassen. Sara Khaki und Mohammadreza Eyni fangen in „Cutting Through Rocks“ diese Machtstrukturen und ihre individuelle Wirkung ebenso präzise ein wie Gesten der Solidarität und Selbstbestimmung.

Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Buch
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Kamera
Mohammadreza Eyni
Schnitt
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Produktion
Sara Khaki, Mohammadreza Eyni
Ton
Karim Sebastian Elias
Sound Design
Miguel Hormazabal
Filmvertrieb
Stephanie Fuchs
Deutscher Filmverleih
Stephanie Fuchs
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Publikumswettbewerb)
Filmstill Green Desert

Green Desert

Desierto verde
Meliza Luna Venegas
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Chile
2025
70 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Schwer zu sagen, welche Bilder aus der Vergangenheit stammen und welche von heute – etwa wenn die Regisseurin im Haus ihrer Urgroßeltern in den Spiegel blickt und darin mehrere Generationen ihrer mütterlichen Verwandtschaftslinie gleichzeitig sieht, all die Frauen, die früher Figuren aus Ton fertigten und zur Vihuela, einer Art Gitarre, Lieder sangen. Das Haus steht im Wald, in den Bergen: knorrige Baumstämme, rauschendes Wasser, grünes Laub und schimmernde Blüten auf Zelluloid, das Farben und Texturen zu einem hinreißenden Ganzen verschmelzen lässt. Aber dieses Naturparadies ist verschwunden, Waldbrände haben die alten Eichen mitsamt ihrem Unterholz zu Asche gemacht.
Wenn der Mann auf dem Pferd ein Holzkreuz durch das jetzt kahle Gelände zieht, scheint es, als würde er die Landschaft selbst betrauern. Die von der Regierung angelegte Kiefern-Monokultur ist kein Ersatz, nur noch mehr Futter für die Holzindustrie, das darauf wartet, in den riesigen Häcksler zu wandern und sich als Staub aus Spänen und Splittern auf den nackten Körper der Regisseurin zu senken. „Green Desert“ ist ein enorm persönlicher Essayfilm voller Schönheit, Wut und Reue. Er verbindet das Schicksal einer Familie mit allgemein lebensformenden Traditionen, er verknüpft eine unfreiwillig verformte Region in Chile mit einem allgemeinen ökologischen Unwohlsein.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Meliza Luna Venegas
Buch
Meliza Luna Venegas
Kamera
Ignacio Igna Martinez, Cristina Daza
Schnitt
Melisa Miranda, Macarena Ortiz
Produktion
Isabel Orellana Guarello
Co-Produktion
Vestigio Cine
Ton
Pablo Pinto
Sound Design
Romina Cano
Musik
Santiago Jara
Nominiert für: FIPRESCI Preis, Silberne Taube, Preis der Interreligiösen Jury
Extended Reality: DOK Neuland 2020
Media Name: a0cd7208-91b8-4cad-8d04-1a5ecb1934b8.png
Hypha Natalia Cabrera
Ein VR-Erfahrungsraum, der eigentlich ein ganzes Universum ist. Kaum jemand kennt die Welt der Pilze, obwohl sie uns umgibt. Hier schrumpft man zur Hyphe und wird Teil davon.
2020
Media Name: a0cd7208-91b8-4cad-8d04-1a5ecb1934b8.png

Hypha

Hypha
Natalia Cabrera
Extended Reality 2020
-
Chile
2020
17 Minuten
Englisch,
Spanisch

In Zusammenarbeit mit der Mykologin und Aktivistin Giuliana Furci entstand ein VR-Erfahrungsraum, der eigentlich ein ganzes Universum ist. Kaum jemand kennt die Welt der Pilze, obwohl sie uns umgibt und prägt. Wir schrumpfen zur Hyphe, kommunizieren mit Baumwurzeln, verwandeln Gifte in wertvolle Nährstoffe und werden Teil eines schier endlosen, aber unsichtbaren Netzwerks, das unsere Erde trägt.

Lars Rummel

Credits DOK Leipzig Logo

Produktion
Seba Gonzalez
Produktionsfirma
Maltrato Films
VR Entwicklung
Paola G. Olea
3D-Künstler*in
Javier Garay
Ton
Diego Aguilar
Buch
Juan Ferrer, Natalia Cabrera
Musik
Daniel Maraboli
Sprecher*in
Trinidad Piriz
Key Collaborator
Nicolás Oyarce
Regie
Natalia Cabrera
Filmstill Petra and the Sun

Petra and the Sun

Petra y el sol
Malu Furche, Stefania Malacchini
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Chile
2025
10 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

So ein Lebensabend, allein in der entlegenen Waldhütte in den Anden, mit dem treuen Vierbeiner – was will man mehr? Petra scheint jedenfalls recht zufrieden so ganz für sich, hackt ihr Holz und hört Radio. Doch eines Tages entdeckt ihr Hund eine Permafrostleiche im Schnee und beißt sich sprichwörtlich in ihr fest, sodass Petra nichts anderes übrig bleibt, als den Zufallsfund mit nach Hause zu nehmen.
Mit herrlich absurden und leichtfüßigen Wendungen erzählen Stefania Malacchini und Malu Furche eine warmherzig-makabre Geschichte übers Altwerden – und über eine späte Liebe. Denn der gefrorene Leichnam lässt sich ganz wunderbar auftauen, in den Alltag integrieren, als Tanzpartner hin und her schunkeln. Liebevoll und detailliert ist auch die Puppentrick-Animation: ob Petra als resolute Grauhaarige mit ihrem No-Nonsense-Stil, ihr Hund, dessen Jagdtrieb und Verspieltheit witzige Folgen haben, oder auch die Frostleiche selbst, dieser im dicken Schnee umgekommene Wanderer aus dem 20. Jahrhundert, der manchmal aussieht, als wollte er gleich zum Leben erwachen, um schnell fortzurennen. Petra genießt ihr neues Glück. Aber es könnte endlich sein: Die Polizei sucht nach dem vermissten Toten …

Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Malu Furche, Stefania Malacchini
Buch
Malu Furche, Stefania Malacchini
Kamera
Malu Furche, Stefania Malacchini
Schnitt
Malu Furche
Produktion
Malu Furche, Stefania Malacchini, Antonia Piña, Yeniffer Fasciani
Animation
Kike Ortega
Filmvertrieb
Miguel Español Celiméndiz
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill Por la Vida

Por la Vida

Por la Vida
collective
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Dokumentarfilm
Chile
1970
10 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Student*innen der Staatlichen Technischen Hochschule Santiago de Chile filmen und begleiten den „Marsch für das Leben“ im Rahmen der Präsidentschaftswahlen im September 1970 in ihrem Land. Mit dem gemeinsamen Wahlbündnis „Unidad Popular“ aus Kommunist*innen, Sozialist*innen und Teilen der christlichen Mitte wurde Salvador Allende in seiner Kandidatur für die Präsidentschaft erfolgreich unterstützt.

Konstantin Wiesinger

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
collective
Produktion
Universidad Técnica del Estado – Área de Comunicaciones y Extensión, Central Única de Trabajadores de Chile
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Media Name: cec4e6ce-c307-41e2-a276-c54d58dac2f1.jpg
The Bones Joaquín Cociña, Cristóbal León
Eine augenzwinkernde Umschreibung und Dekolonisierung der Filmgeschichte: 1901 entsteht vermeintlich der erste animierte Stummfilm in Chile. Stop-Motion-Technik, makaber inszeniert.
Media Name: cec4e6ce-c307-41e2-a276-c54d58dac2f1.jpg

The Bones

Los huesos
Joaquín Cociña, Cristóbal León
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Animationsfilm
Chile
2021
14 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch, deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit

Mit Referenz auf Władysław Starewiczs Trickfilmexperimente mit Insekten entwickelt das chilenische Künstlerduo León und Cociña ein fiktionales Gegennarrativ zur Stop-Motion-Technikgeschichte – und die Vision eines von Autokraten befreiten Chile. Ein bezopftes Mädchen in Puppengestalt geht souverän mit Überresten der autoritären Machttradition um: in Form von makaber inszenierten Körperteilen zweier symbolhafter Vertreter der Oligarchie und der Diktatur Pinochets – Diego Portales und Jaime Guzmán.

Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Joaquín Cociña, Cristóbal León
Buch
Cristóbal León, Joaquín Cociña
Kamera
Joaquín Cociña, Cristóbal León, Niles Atallah
Schnitt
Joaquín Cociña
Produktion
Lucas Engel
Ton
Roberto Espinoza, Tim Fain
Musik
Tim Fain
Animation
Joaquín Cociña, Cristóbal León
Ausführende Produktion
Adam Butterfield, Ari Aster, Lucas Engel
Media Name: 7d974347-9da0-431b-9bbc-dc45f1ce6053.jpg

Water Silhouettes

Siluetas de agua
Violeta Paus
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Chile
2020
30 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Chile ist das einzige Land der Welt, in dem die Wasserwirtschaft fast vollständig aus der öffentlichen Verantwortung genommen, sprich privatisiert wurde. Drei Frauen stehen für die tief- und ineinandergreifenden Beeinträchtigungen der Bevölkerung, die daraus erwachsen: generelle Wasserknappheit, oberirdische Vergiftung durch die Industrie und unterirdische Kontamination durch Mülldeponien. Es sind parallele und untereinander zusammenhängende Facetten desselben Problems.

Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Violeta Paus
Buch
Violeta Paus
Kamera
Camila Sherman
Schnitt
Francisco Hevia, Violeta Paus
Produktion
Violeta Paus
Co-Produktion
Heloise Chicou, Maura Guajado
Ton
Florencia Gonzalez-Riogani
Musik
Stephanie Sibbald