Filmarchiv

Land (Film Archive)

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0.2 Milligrams of Gold

0,2 miligramas de ouro
Diego Quinderé de Carvalho
Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm 2021
Dokumentarfilm
Belgien,
Brasilien,
Portugal,
Ungarn
2021
24 Minuten
Portugiesisch (Brasilien),
Französisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

8.500 Kilometer liegen zwischen dem Amazonas und den Ardennen. In seiner Heimat Brasilien betrachtet Diego Quinderé de Carvalho den unzugänglichen und bedrohlichen Wald nur von außen. Das belgische Pendant lässt sich hingegen leicht erkunden. Hier ist alles von Menschen angelegt, übersichtlich und aufs Wesentliche reduziert. Ein Geologe, ein Goldgräber und ein Astronom liefern ihm Einsichten für die philosophische Auseinandersetzung mit dem Ursprung des Seins und der Zukunft unseres Planeten.

Kim Busch

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Diego Quinderé de Carvalho
Buch
Diego Quinderé de Carvalho
Kamera
Leo Foulet
Schnitt
Diego Quinderé de Carvalho
Produktion
Frederik Nicolai
Co-Produktion
André Mielnik, Diego Quinderé de Carvalho
Ton
Sébastien Lheureux
Musik
Sébastien Lheureux
Filmstill 27

27

27
Flóra Anna Buda
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2023
Animationsfilm
Frankreich,
Ungarn
2023
11 Minuten
Ungarisch
Untertitel: 
Englisch

Heute ist der 27. Geburtstag von Alice. Sie lebt in ihrem alten Kinderzimmer in der Wohnung ihrer Eltern. Ihre Mutter umhegt sie wie ein Kind. Ihr kleiner Bruder geht ihr auf die Nerven. Raum für Selbstverwirklichung und das Ausleben sexueller Bedürfnisse gibt es höchstens in ihrer eigenen Fantasie. Aus ökonomischen Gründen ist ihr und vielen anderen jungen Menschen verwehrt, ein unabhängiges Leben in eigenen vier Wänden zu führen. So muss Alice die Enge erdulden.

Am Abend ihres Geburtstages zieht sie mit ihrem Kumpel um die Häuser und tanzt sich bei einer Party auf dem Dach eines Hochhauses endlich für einige Momente frei. Der Blick über die nächtliche Stadt und die Ernüchterung nach all der Ausgelassenheit bringen das Dilemma jedoch ins Bewusstsein zurück: Wo ist ihr privater Rückzugsort, an dem sich Körper und Geist unbeobachtet entfalten können? Eindringlich, farbenfroh, mit fantastischem Sound und voller Erotik beschreibt dieser Film die bedrückende Lage einer ganzen Generation.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Flóra Anna Buda
Buch
Flóra Anna Buda
Schnitt
Albane du Plessix
Produktion
Emmanuel-Alain Raynal, Pierre Baussaron, Gábor Osváth, Péter Benjámin Lukács
Ton
Péter Benjámin Lukács
Musik
Mári Mákó, Rozi Mákó
Animation
Zoltán Koska, Gábor Mariai, Luca Tóth, Borbála Zétényi, Flóra Anna Buda
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Künstlerisches Design
Natália Andrade, Melinda Kádár
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill Amarelo Banana

Amarelo Banana

Amarelo Banana
Alexandre Sousa
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Portugal,
Ungarn
2025
12 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

„Bist du mit uns oder gegen uns?“ Nichts Geringeres als dies steht unausgesprochen im Raum. Keine Zwischentöne, keine Diskussion, kaum eine Wahl. Hat der müde Mann nach der Arbeit mit solchen Lebensentscheidungen gerechnet? Unwahrscheinlich. Er wollte einfach nur abschalten und sinnlos fernsehen, als ihn plötzlich die fremde Welt aus dem Bildschirm mitten im trauten Zuhause einholt: Eine sektenartige Community haust nebenan, affenähnlich in ihrem Verhalten, fanatisch in ihrem Glauben und entschlossen, ihn zu bekehren. Ihre Wohnung ist mit Wäldern und Wüsten gestaltet. Wer versucht, hinter die bemalte Tapete zu schauen, wer Kulisse von Wirklichkeit trennt, begeht Verrat und verdient Verbannung oder Tod. Platons Höhlengleichnis in einer radikalisierten Version für das 21. Jahrhundert.
Freiheit und Wahrheit oder Stabilität und Zugehörigkeit? Ist es ein zu hoher Preis, die verzerrte Realität zu akzeptieren, nur um leben zu dürfen? Und vor allem: Gibt es überhaupt eine lebenswerte Alternative? Die Welt draußen, hinter dem Fenster, bleibt vage und wird als Bedrohung nur angedeutet. In dieser Parabel über Passivität, Neugier und freie Wahl berührt Alexandre Sousa drängende Fragen unserer Zeit: Fragen nach Abschottung, nach Echokammern und nach der Unmöglichkeit, als Mensch unpolitisch zu bleiben. Haben wir überhaupt noch eine Chance zu widerstehen?

Irina Rubina

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Regie
Alexandre Sousa
Buch
Alexandre Sousa
Schnitt
Alexandre Sousa
Produktion
Jonas César, Tiago Ribeiro, Natália Andrade
Co-Produktion
Bella Szederkényi, Bálint Gelley
Ton
André Aires
Sound Design
André Aires
Musik
André Aires
Animation
Cristina Neto, Nina Glavaski, Alexandre Sousa
Filmvertrieb
Joaquim Pinheiro
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Retrospektive 2023
Filmstill Deadlock
Deadlock Ferenc Rófusz
„It’s all over.“ Das schlimmstmögliche Schicksal für Regimegegner*innen, unterlegt mit einer Referenz zu „The Unknown Soldier“ von The Doors. Radikal einfach und maximal beeindruckend.
Filmstill Deadlock

Deadlock

Holtpont
Ferenc Rófusz
Retrospektive 2023
Animationsfilm
Ungarn
1982
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Die Illustration einer Hinrichtung aus der Perspektive des Todeskandidaten, mit einer musikalischen Referenz zum Song „The Unknown Soldier“ der Rockband The Doors. Ferenc Rófusz’ Film war zwar kein direkter Verweis auf die ungefähr 200 Todesurteile, die in Ungarn nach dem Volksaufstand gegen alle möglichen Regimegegner*innen verhängt wurden, aber die Eindringlichkeit spricht dennoch für sich.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
Ferenc Rófusz
Kamera
Zoltán Bacsó, József Gujdár
Schnitt
Kaim Katalin
Produktion
Olga Auguszt
Ton
Zsebényi Béla
Filmstill I Stumble Every Time I Hear from Kyiv

I Stumble Every Time I Hear from Kyiv

I Stumble Every Time I Hear from Kyiv
Daryna Mamaisur
Doc Alliance Award 2024
Dokumentarfilm
Ukraine,
Belgien,
Portugal,
Ungarn
2022
17 Minuten
Ukrainisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Aus der Ferne, während sie ihr Studium in Belgien absolviert, erlebt Daryna Mamaisur den Angriff Russlands auf ihr Heimatland Ukraine. Es wird wärmer, die Kastanienbäume blühen schon, hier in Brüssel wie dort in Kyjiw. Weil ihr die Worte fehlen, dreht sie einen Film, der diesen Frühling – in der Ferne, in der Nähe – festhält. Sie beginnt einen visuellen Briefwechsel mit Tanja in Kyjiw, die sich lieber über den Streit mit ihrem Partner oder den Gesang der Vögel unterhalten möchte, als vom Dröhnen der Bomben zu erzählen.
Auch die Filmemacherin sucht nach einer Art zu sprechen, die ihrer Ohnmacht und Erschütterung angemessen ist. Sie nimmt Unterricht in Stimmbildung und verwebt die Aufnahmen der Vortrags- und Lautübungen mit den Beobachtungen, die sie und die Freundin austauschen. Sie lenkt unser Augenmerk auf die Zerbrechlichkeit des Alltagslebens – und die Erfahrung des Krieges, die jeden noch so banalen, gelösten Moment beschwert.

Lina Dinkla

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Regie
Daryna Mamaisur
Kamera
Shaheen Ahmed, Tetiana Usova
Produktion
Daryna Mamaisur
Animation Perspectives 2025
Filmstill Intermission
Intermission Réka Bucsi
Leer und dicht. Organisch und geometrisch. Gespiegelt und asymmetrisch. – Das sind nur einige der Parameter, die Réka Bucsi spielerisch in eine abstrakte Filmstudie verwandelt.
Filmstill Intermission

Intermission

Intermission
Réka Bucsi
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Ungarn
2022
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Leer und dicht. Organisch und geometrisch. Gespiegelt und asymmetrisch. Das sind nur einige der Parameter, die Réka Bucsi spielerisch in eine abstrakte Filmstudie verwandelt: eine zweifelnde Linie, der bald eine zweite, eine dritte aus in sich geloopten Skulpturen entspringt. Bucsi forscht weiter: Welche der Bewegungen erinnert an Beine, welche an Flügel? Oder geschieht all das allein in unserer Fantasie?

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Réka Bucsi
Buch
Réka Bucsi
Produktion
Boddah
Musik
David Kamp
Animation
Réka Bucsi
Filmstill Love

Love

Love
Réka Bucsi
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Frankreich,
Ungarn
2016
14 Minuten
ohne Dialog,
englische Titel
Untertitel: 
Keine

Auf einem von seltsamen Kreaturen bewohnten Planeten landet ein grün bewachsener Meteorit und entfacht Licht, Farbe, Fruchtbarkeit und Innigkeit. Pflanzen beginnen zu leuchten, Tiere finden sich zu Paaren zusammen oder werden auf unterschiedlichste Weise eins miteinander. Eine Erzählung in drei Kapiteln über Verlangen, Liebe und Einsamkeit, aufgefächert in wundersam surrealen Momentaufnahmen.

Irina Rubina

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Regie
Réka Bucsi
Buch
Réka Bucsi
Produktion
Marc Bodin-Joyeux, Gábor Osváth
Co-Produktion
Boddah
Sound Design
Péter Benjámin Lukács
Animation
Cyrille Chauvin, Thibaut Petitpas, Nicole Stafford, Réka Bucsi
Retrospektive 2023
Filmstill Mind the Steps!
Mind the Steps! István Orosz
Einsamkeit und Bedrohung, übersetzt in surreale Bilder, in denen die beklemmende ungarische Lebensrealität im Kommunismus der 1980er Jahre allegorisch auf den Volksaufstand von 1956 trifft.
Filmstill Mind the Steps!

Mind the Steps!

Vigyázat, lépcső!
István Orosz
Retrospektive 2023
Animationsfilm
Ungarn
1989
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Ein Gefühl der Angst macht sich breit: In einem Wohnhaus folgen die Treppen keiner Logik, Männer verirren sich mit einem Schrank, alle Menschen sind einsam. Die surreale Bedrohung wird plötzlich real, als an der Tür die Sicherheitsbehörden läuten: „Csengőfrász“, das Symbol für die willkürliche Verhaftung vermeintlich staatsfeindlich gesinnter Bürger*innen aus der Zeit des Volksaufstandes in Ungarn.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
István Orosz
Kamera
Zoltán Bacsó
Schnitt
Magda Hap
Re-Visionen 2020
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My Baby Left Me Milorad Krstić
Sexuelle Halluzinationen eines Verlassenen. Die Hölle der Eifersucht mischt sich mit dem Fegefeuer der Eitelkeiten, rosafarbene Sehnsucht blendet über in violettes Begehren.
Media Name: 73fc0c00-1f31-4a44-918e-3c30cd657607.jpg

My Baby Left Me

My Baby Left Me
Milorad Krstić
Re-Visionen 2020
Animationsfilm
Ungarn
1995
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Sexuelle Halluzinationen eines Verlassenen, in denen sich buchstäblich jedes Ding in ein fragwürdiges Objekt pulsierender Lüste verwandelt. Die Hölle der Eifersucht mischt sich mit dem Fegefeuer der Eitelkeiten und rosafarbene Sehnsucht blendet über in violettes Begehren: Lechzende Körper. Stampfender Schmerz. Hechelnde Musik. Phallus sucht Vagina. Ewig, rastlos, gierig.

Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Milorad Krstić
Kamera
Mihály Kovács
Schnitt
Csaba Varga
Produktion
Csaba Varga, András Erkel
Musik
András Wahorn
Animation
Milorad Krstić
Produktionsfirma
Varga Studio
Re-Visionen 2022
Filmstill New Eldorado
New Eldorado Tibor Kocsis
300 Tonnen Gold werden unter dem Dorf Roșia Montană in Rumänien vermutet. Vor zwanzig Jahren filmte Tibor Kocsis eine sich formierende Protestbewegung gegen die Abbaupläne.
Filmstill New Eldorado

New Eldorado

Új Eldorádó
Tibor Kocsis
Re-Visionen 2022
Dokumentarfilm
Ungarn
2004
76 Minuten
Englisch,
Französisch,
Deutsch,
Ungarisch,
Rumänisch
Untertitel: 
Englisch

Im rumänischen Roșia Montană, auf Deutsch auch Goldbach, befindet sich das größte Goldvorkommen Europas. Schon die alten Römer bauten dort mit Hammer und Meißel Stollen, später wurde das Edelmetall mit Schwarzpulver und dann Dynamit gefördert. Als jedoch Anfang der 2000er Jahre die Möglichkeiten herkömmlicher Abbaumethoden erschöpft scheinen, schaltet sich ein kanadisches Unternehmen ein und plant, das ganze Dorf und vier angrenzende Berge zu pulverisieren – und das Gold mit hochgiftiger Blausäure aus dem Gestein zu lösen. Tibor Kocsis beobachtet mehrere Jahre lang, wie der Konzern die Bewohner des Ortes zu verdrängen versucht, und wie sich Widerstand formiert, der bis heute anhält.

Marie Kloos

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Tibor Kocsis
Kamera
Tibor Kocsis
Schnitt
György Márió Kövári
Produktion
Tibor Kocsis
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Filmstill Night Sky Elevator
Night Sky Elevator Csanád Baksa-Soós
Ein Fluss aus Schlagzeilen fließt durch die Großstadt, eine Sonnenfinsternis flackert violett. Die Bilder gleiten schwerelos und ohne festes Ordnungsprinzip dahin, eröffnen ganze Welten. 
Filmstill Night Sky Elevator

Night Sky Elevator

Night Sky Elevator
Csanád Baksa-Soós
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Animationsfilm
Ungarn
2025
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Legetrick im Schwebezustand: minutiös und detailliert gearbeitet, zugleich aber doch wie aus dem Unbewussten hingetupft. Bei Csanád Baksa-Soós landen Schmetterlinge auf Damenschuhen und fliegen mit ihnen davon, fließt ein Fluss aus Schlagzeilen durch die Großstadt, lässt eine violett wabernde Sonnenfinsternis leuchtende Messer aus der Erde in den Himmel schießen, würgen steinerne Lippen einen Lichtball hervor. Die Bilder folgen keinem festen Ordnungsprinzip – jedes von ihnen eröffnet eine neue Welt, atmet tief durch, zieht weiter. Leitmotive tauchen auf, dann wieder ab. Was bleibt, sind betörende Farben und Texturen. Diese erstrecken sich bis auf die Tonspur: Das Kratzen eines malträtierten Cellos, nächtliche Saxofonklänge aus der kaum gedämmten Nachbarwohnung, gespenstische Klarinettenetüden im halligen Probenraum schmiegen sich den Bildern kongenial an.

Felix Mende

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Csanád Baksa-Soós
Schnitt
Csanád Baksa-Soós
Produktion
Zsuzsanna Vincze
Ton
Csanád Baksa-Soós
Sound Design
Csanád Baksa-Soós
Animation
Csanád Baksa-Soós
Filmstill Oscurana

Oscurana

Oscurana
Violeta Mora
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Honduras,
Portugal,
Ungarn,
Belgien
2025
21 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Die grelle Sonne steht am Himmel, doch während sie langsam sinkt, legt sich eine Kakofonie aus unbekannten Stimmen und Lauten über den Horizont. „Die Dunkelheit kommt wie Qualm, der sich ausbreitet“, kommentiert die Regisseurin im Off – und führt uns tiefer in die Nacht, auf den Weg, den viele Migrant*innen aus Zentralamerika wagen: zu Fuß, durch gefährliche Landschaften, mit ungewissem Ausgang.
In ihrem immersiven Kurzfilm macht Violeta Mora diesen Weg erfahrbar. Die wankende Handkamera folgt schweren Schritten, wir hören den Atem der Flüchtenden und die Geräusche der Tiere. Verzweifelte Gesprächsfetzen und Rufe nach Hilfe füllen das lichtdurchzuckte Schwarz, während das Gefühl der Bedrohung wächst. Ein Film, der nicht erklären will, sondern uns sinnlich und unmittelbar spüren lässt, was es heißt, eine Grenze zu überqueren – in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Seggen Mikael

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Violeta Mora
Kamera
Violeta Mora
Schnitt
Violeta Mora
Produktion
Violeta Mora
Sound Design
Violeta Mora, Tiago Raposinho
Filmstill Pelikan Blue

Pelikan Blue

Kék Pelikan
László Csáki
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Ungarn
2023
80 Minuten
Ungarisch
Untertitel: 
Englisch

Auch Ákos, Petya und Laci sind im Ungarn der frühen 1990er Jahre jung und brauchen das Geld. Der Eiserne Vorhang ist gefallen, Europa liegt vor den Füßen der Freunde, doch Zugtickets nach Stockholm, Paris, Berlin oder Madrid sind für normale Leute kaum zu bezahlen. Anstatt zu verzagen, entwickeln die drei eine ausgebuffte Methode, um in den Genuss der neuen Reisefreiheit zu kommen: Sie fälschen die offiziellen, noch handschriftlich per Durchschlagvordruck ausgestellten Fahrkarten, bleichen mit Hygienereiniger die Kohlenstofftinte heraus, bügeln das Papier glatt und trocken, besorgen sich Stempel, recherchieren die Betriebsabläufe der staatlichen Eisenbahn, studieren Fahrpläne, Preise und Routen, füllen die Felder der Formulare neu aus. Und fahren los. Aber: Da geht noch mehr. Ein blindverliebtes Gefühl bringt eine Geschäftsidee in Gang. Wie wäre es, diese sehr speziellen Tickets anderen Bedürftigen zur Verfügung zu stellen? Aus einem werden zehn, aus 150 bald 1.000 – bis das Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden beginnt.
László Csákis prickelnde Gaunernovelle ist aufgeladen mit Zeitgeschichte. Über eine exzellente Montage aus gezeichneter Fiktion, authentischen Filmdokumenten und Erinnerungsberichten weitet er den Blick auf die schwebenden Jahre des gesellschaftlichen Umbruchs in seiner ungarischen Heimat.

Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
László Csáki
Buch
László Csáki
Kamera
Árpád Horváth
Schnitt
Dániel Szabó
Produktion
Miklós Kázmér, Ádám Felszeghy
Co-Produktion
Réka Temple
Sound Design
Tamás Zányi
Musik
Ambrus Tövisházi, Miklós Preiszner
Animation
Attila Fekete, Máté Horesnyi, Gréta Straubinger, Dorottya Tingyela, Orsolya Blanka Tóth, Ádám László, Péter Dörnyei, Szonja Eckert, Fruzsina Eszes, Adrienn Gál, Éva Molnár, Hermann Pasitka, Szandra Pataki, Anna Szöllősi
Key Collaborator
Zsuzsanna Ács
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Langfilm (Internationaler Wettbewerb Animationsfilm)
Filmstill Ping Pong

Ping Pong

Ping Pong
Tianji Yu
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Belgien,
Ungarn,
Portugal,
China
2025
15 Minuten
Chinesisch
Untertitel: 
Englisch

Das Offensichtliche eröffnet den Film: Das Problem der Körperlosigkeit der KI – sie kann kein Pingpong mit dem Regisseur Tianji Yu spielen. Aber wäre es für Yu denkbar, sich mit einem ehemaligen Freund und Spielkameraden, der heute Trump wählt, zum Pingpong zu verabreden? Hat der Freund durch seine politische Fremdheit und physische Abwesenheit genau dieselbe Körperlosigkeit wie die KI? Ist diese Abwesenheit unüberwindbar – die der KI und die des Freundes?
Es entsteht ein Pingpong-Gespräch, in dem die oberflächliche und banale KI durch die tiefen Erinnerungen und ehrlichen Überlegungen des Regisseurs zu einem tatsächlichen Ersatzpartner wird. Zu einem Partner, der eine langsame Annäherung an die verflogene Freundschaft ermöglicht und Reflexionen über den Menschen als politisches Wesen auslöst. Schicht für Schicht blättert die Künstlichkeit der KI ab. Yu stimuliert uns visuell, durch die poetisch fesselnden Schichten der Bildgestaltung zum Kern der Dinge vorzudringen: Wir starten mit dokumentarischen Aufnahmen, die durch einen verzerrenden Spiegel verfremdet werden, und wechseln dann zu einem bewegten Gemälde aus einfachen, semi-realistischen 3D-Animationen, die wie hinter einem Pinselstrich-Filter ablaufen.

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Tianji Yu
Kamera
Yifan Wen
Schnitt
Tianji Yu
Produktion
Tianji Yu
Ton
Tianji Yu
Sound Design
Tianji Yu
Animation
Tianji Yu
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill Smoke of the Fire

Smoke of the Fire

O fumo do fogo
Daryna Mamaisur
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2023
Dokumentarfilm
Portugal,
Ukraine,
Belgien,
Ungarn
2023
22 Minuten
Portugiesisch (Portugal),
Ukrainisch
Untertitel: 
Englisch

Das Erlernen einer Fremdsprache ist wie das Erschaffen eines anderen Selbst. Wie kann man sie sprechen, ohne seinen eigenen Klang zu verlieren, ohne sich ganz darin aufzulösen – und trotzdem Gehör und Beachtung finden? Dieser Film ist ein charmanter und intellektuell akribischer Versuch, sich durch die Komplexitäten von Sprache, Identität und Trauma zu navigieren.

Dafür schöpft die Filmemacherin aus der eigenen Biografie. Denn als sich die aus Kyjiw stammende Daryna Mamaisur im Rahmen des Graduiertenstudiums Doc Nomads in Portugal aufhielt, überfiel Russland die Ukraine. Heimat und die Suche danach wurden bestimmend für diese Arbeit, ebenso die traumatische Erfahrung, der schwierigen Situation nur aus der Ferne „beiwohnen“ zu können. Sie, die Ukrainerin in Portugal, lernt Portugiesisch. Sie lässt sich die neuen Vokabeln für „Krieg“, „Explosion“ und „Angriff“ über die Zunge rollen. Sie vergleicht sie mit dem weichen, intimen Klang ihrer Muttersprache, mit dem Klang von Kyjiw. Freund*innen schicken Ton- und Bildaufzeichnungen aus der Ukraine, die sich mit Animationen zu einem vielschichtigen Essay verbinden und schließlich zum Zeugnis werden – für die Widerstandsfähigkeit von Sprache und Kultur, ganz gleich, wo sie gesprochen und gelebt werden, nicht zuletzt auch für die Kraft des künstlerischen Dokumentarfilms, der Sprechen und Klingen möglich zu machen vermag.

Victoria Leshchenko

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Daryna Mamaisur
Kamera
Shaheen Ahmed, Daryna Mamaisur, Svitlana Vostrikova
Schnitt
Daryna Mamaisur
Produktion
Frederik Nicolai, Daryna Mamaisur
Ton
Ghada Fikri, Juliette Menthonnex, Tetiana Usova
Sound Design
Anna Khvyl
Filmvertrieb
Valentina Zalevska
Animation Perspectives 2025
Filmstill Symphony No. 42
Symphony No. 42 Réka Bucsi
27 animierte Skizzen aus einer surrealen Welt. Réka Bucsi webt ein unvorhersehbares Netz aus Fantasien, die menschliche Beziehungen zu Natur, Tieren und Kosmos hinterfragen und ad absurdum führen.
Filmstill Symphony No. 42

Symphony No. 42

Symphony No. 42
Réka Bucsi
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Ungarn
2014
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

47 animierte Skizzen aus einer surrealen Welt: ein Pelzkragen aus lebendem Wolf; ein abgesägter Baum, der wie ein Luftballon in den Himmel fliegt; eine Katze, die sich durchs Schnurren vergrößert und schließlich beginnt, ihre Herrin zu streicheln. Réka Bucsi webt ein unvorhersehbares Netz aus Fantasien, die menschliche Beziehungen zu Natur, Tieren und Kosmos hinterfragen und ad absurdum führen.

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Réka Bucsi
Buch
Réka Bucsi
Schnitt
Judit Czakó, Réka Bucsi
Produktion
József Fülöp
Sound Design
Péter Benjámin Lukács
Musik
David Kamp, Floralili
Animation
Réka Bucsi, Sándor Szása Vágó