Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Land (Film Archive)

Retrospektive 2023
Filmstill Uprisings in the Soviet Sphere of Influence
Aufstände im sowjetischen Machtbereich Ralph Giordano, Hans-Ulrich Barth
Kommunismus- als Krisengeschichte: Die Autoren blicken auf die unterschiedlichen Volksaufstände im sowjetischen Machtbereich und fragen nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
Filmstill Uprisings in the Soviet Sphere of Influence

Aufstände im sowjetischen Machtbereich

Aufstände im sowjetischen Machtbereich
Ralph Giordano, Hans-Ulrich Barth
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
BRD
1961
24 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Die Geschichte des Kommunismus als Geschichte seiner Krisen: Die beiden Autoren Ralph Giordano und Hans-UIrich Barth greifen verschiedene Aufstände und Proteste auf, um die Diskrepanz von Herrschaftsanspruch und Wirklichkeit im „sozialistischen Imperialismus“ aufzuzeigen. Dabei werden einzelne Volkserhebungen differenzierter beleuchtet, aber zugleich auch stereotype Feindbilder des Kalten Krieges bedient.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
Ralph Giordano, Hans-Ulrich Barth
Produktion
NDR Norddeutscher Rundfunk / German TV ARD Network
Hommage Annik Leroy 2020
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Berlin – From Dawn to Dusk Annik Leroy
Eine belgische Filmemacherin und ihre Begegnung dem Westberlin der späten 1970er Jahre: die Kunst des nächtlichen Streunens durch ein von Geschichte durchtränktes Terrain.
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Berlin – From Dawn to Dusk

In der Dämmerstunde – Berlin
Annik Leroy
Hommage Annik Leroy 2020
Dokumentarfilm
Belgien,
BRD
1981
67 Minuten
Französisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Lange Wanderungen durch fast menschenleere Stadträume, die selbst Ende der 1970er Jahre noch ausgeprägte Narben des Zweiten Weltkriegs aufweisen: Eine belgische Filmemacherin begegnet Westberlin. Sie versucht, sich in diesem von europäischer Geschichte durchtränkten Terrain neu zu justieren und filmt diese Transformation in der ersten Person Singular. Die auf körnigem 16mm-Material festgehaltenen Bilder der Dämmerung lassen Berlin wie eine Stadt erscheinen, die tief im Osten liegt, obwohl sie sich selbst als westlich geprägt versteht. Doch Annik Leroy misstraut den Spiegelbildern: Sie helfen nicht, wenn man klarer sehen will.

Ralph Eue

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Regie
Annik Leroy
Buch
Annik Leroy
Kamera
Annik Leroy
Schnitt
Eva Houdova, Daniel De Valck
Produktion
Gamma Films, ZDF, Centre de l'Audiovisuel à Bruxelles (CBA)
Ton
Alain Marchal
Retrospektive 2021
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Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren Jürgen Neven du Mont
Hitler verkaufte Abzeichen, um die Macht zu erlangen? Und wirklich sechs Millionen ermordete Juden? Ein Wissenstest für BRD-Oberschüler, bei dem eigentlich die Eltern durchfallen.
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Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren

Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren
Jürgen Neven du Mont
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1959
44 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Am 29. April 1959 übermittelte der Hessische Rundfunk eine alarmierende Bestandsaufnahme des bundesdeutschen Schulwesens. Dieser erste von drei Teilen der Reportage „Blick auf unsere Jugend“ geht der Frage nach, was in den Köpfen von Oberklassenschülern zu den Deutschländern von Hitler und Ulbricht hängengeblieben ist. Hessen unter polnischer Verwaltung? Hitler verkaufte Abzeichen, um an die Macht zu kommen? Immerhin, bei der Zahl der ermordeten Juden liegen sie ungefähr richtig – also das Drittel, dem überhaupt etwas dazu einfiel. Zu Recht wies damals ein Fernsehkritiker darauf hin, dass sich hier die Summe aller elterlichen Tischgespräche materialisiere. Aber ob diese Eltern am 29. April 1959 ferngesehen haben?

Sylvia Görke

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Regie
Jürgen Neven du Mont
Kamera
Willy Sedler, Bernhard Weber, Günter Seuss
Schnitt
Hilde Grabow
Produktion
HR Hessischer Rundfunk
Ton
Horst Eiteljörge
Retrospektive 2023
Filmstill 17 June in Saarland
Der 17. Juni im Saarland Sven Trittelvitz
Wann genau war nochmal der Volksaufstand in der DDR? Und der Mauerbau? Eine Fernsehreportage über einen „Feiertag” im Saarland, von dem kaum jemand weiß, warum es ihn gibt.
Filmstill 17 June in Saarland

Der 17. Juni im Saarland

Der 17. Juni im Saarland
Sven Trittelvitz
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
BRD
1964
9 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Eine von vielen Gedenkstunden, elf Jahre nach dem Volksaufstand in der DDR. Die nachdenkliche Rede eines saarländischen Politikers kombiniert der Beitrag mit idyllischen Aufnahmen einer ausgelassenen Bevölkerung: im Freibad, beim Kartenspielen oder auf dem Campingplatz. „Wissen Sie, woran wir uns heute erinnern?“, fragt der Reporter. Die Antworten irritieren nachhaltig.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
Sven Trittelvitz
Produktion
Saarländischer Rundfunk
Retrospektive 2021
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Die Judengasse Peter Nestler
In Frankfurt am Main wurden Reste eines mittelalterlichen jüdischen Gettos entdeckt. Der bundesweite Protest gegen deren „Überbauung“ gab Anlass für diese filmische Befundsicherung.
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Die Judengasse

Die Judengasse
Peter Nestler
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1988
44 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Gerade erst war man bei Schachtarbeiten in Frankfurt am Main auf archäologische Zeugnisse mittelalterlichen jüdischen Lebens gestoßen, schon sollten sie wieder „überbaut“ werden. Der zivile Protest weitete sich 1987 auf die ganze Bundesrepublik aus – und rief Peter Nestler auf den Plan. Sein Film unternimmt, was die Frankfurter Behörden umgehen wollten: eine gewissenhafte, kontextualisierende Befundsicherung. Er ordnet nicht „nur“ die entdeckten Baureste des jüdischen Gettos in die städtische und deutsche Geschichte ein, sondern legt auch die kulturhistorische und erinnerungspolitische Instinktlosigkeit der bundesrepublikanischen Gegenwart frei und bringt sie wie in einer Museumsvitrine zur Anschauung.

Sylvia Görke

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Regie
Peter Nestler
Buch
Peter Nestler
Kamera
Rainer Komers
Schnitt
Peter Nestler
Produktion
Südwestfunk (SWF)
Ton
Peter Nestler
Sprecher*in
Peter Nestler
Retrospektive 2023
Filmstill One Wednesday in June – 20 Years Ago: People’s Uprising, Workers’ Revolt or Secret Services Putsch?
Ein Mittwoch im Juni – Vor 20 Jahren: Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch? Lutz Lehmann
Arbeiterrevolte oder Volksaufstand? Oder etwa doch ein westlicher Putschversuch? 20 Jahre nach dem 17. Juni 1953 sucht eine Fernsehreportage nach Antworten. Die Deutungen sind noch offen.
Filmstill One Wednesday in June – 20 Years Ago: People’s Uprising, Workers’ Revolt or Secret Services Putsch?

Ein Mittwoch im Juni – Vor 20 Jahren: Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch?

Ein Mittwoch im Juni – Vor 20 Jahren: Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch?
Lutz Lehmann
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
BRD
1973
60 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Was ist am 17. Juni 1953 in der DDR geschehen? Anhand zahlreicher Originalaufnahmen blickte der Norddeutsche Rundfunk zum 20. Jahrestag in einer ausführlichen Reportage auf die Ereignisse zurück und zeigt unterschiedliche Interpretationen und Erklärungen auf. Agentenputsch? Arbeiterrevolte? Volksaufstand? Die Deutungen waren umstritten, auch unter Zeitzeug*innen und westlichen Historiker*innen.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
Lutz Lehmann
Kamera
Hans Jacob
Schnitt
Elke Düring
Produktion
NDR Norddeutscher Rundfunk / German TV ARD Network
Ton
Jürgen Jannsen, Norbert Kinsky
Retrospektive 2024
Filmstill Something Self Explanatory (15x)
Eine Sache, die sich versteht (15x) Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Ein Lehrfilm über das marxistische Vokabular von Ware und Arbeit, Lohn und Arbeitskraft, Tausch- und Gebrauchswert – durchgespielt mit politischer Haltung und ästhetischen Handlungen.
Filmstill Something Self Explanatory (15x)

Eine Sache, die sich versteht (15x)

Eine Sache, die sich versteht (15x)
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1971
64 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Diese in Handlungen und Bilder gegossene marxistische Schulungsoffensive gehört zu einem größeren Zyklus von sogenannten Lehrfilmen, die in Anlehnung an Bertolt Brechts didaktisch-experimentelles Lehrstück-Konzept abstrakte Begriffe durch einleuchtende Anschauung mit lebenspraktischem Sinn füllen. Hier widmen sich Harun Farocki und Hartmut Bitonsky in fünfzehn Lerneinheiten den Grundbegriffen eines politischen Hauptwerks von Karl Marx, „Das Kapital“, und behandeln einen Stoffabschnitt, den sie nach eigenen Aussagen für nicht sofort verständlich halten. „Die Absicht ist es, einen Gehenden über das Gehen nachdenken zu lassen, sodass er hinfällt“, gaben die beiden Filmemacher über ihr Vorhaben zu Protokoll. Es ist zu prüfen, ob bei so einem Sturz auch beim Publikum der Groschen fällt.

Sylvia Görke

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Regie
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Kamera
David Slama, Carlos Bustamante
Schnitt
Hasso Nagel
Produktion
Larabel Film Harun Farocki
Ton
Johannes Beringer
Retrospektive 2021
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Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene Jean-Marie Straub
Eine Filmmusik, zu der nie ein Film entstand – außer dieser Wort-Bild-Collage, die aus Briefen und visuellen Assoziationen erschreckende antisemitische Kontinuitäten ableitet.
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Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene

Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene
Jean-Marie Straub
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1972
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

„Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe“ – so überschrieb der österreichisch-jüdische Komponist Arnold Schönberg 1930 seine Partitur für eine Filmmusik, zu der – außer dieser zwischen herbem Lesungsdokument, Schwarzfilmabgründen und tosendem Bildersturm wie ein angeschlagener Boxer schwankenden Collage – nie ein Film entstand. Schönbergs Briefe formulieren die Vorahnung des Unglücks, das die Nationalsozialisten über die Juden bringen würden, beschreiben systematisch werdenden Antisemitismus, Ausgrenzung und Diffamierung. Dazwischen montiert, als Rück- und Vorausschau auf historische Kontinuitäten: Bomber im Anflug auf Vietnam, die erschossenen Pariser Kommunarden, in Särgen wie in Setzkästen arrangiert.

Sylvia Görke

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Regie
Jean-Marie Straub
Buch
Jean-Marie Straub
Kamera
Renato Berta, Horst Bever
Schnitt
Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, Danièle Huillet
Produktion
Jean-Marie Straub, Danièle Huillet
Ton
Jeti Grigioni, Harald Lill
Performer
Günter Peter Straschek, Peter Nestler, Danièle Huillet
Retrospektive 2021
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Es muß ein Stück vom Hitler sein Walter Krüttner
Eine angriffslustige Dokumentarpolemik auf den Führertourismus am Obersalzberg. Die bundesdeutschen Behörden haben das pietätlose Treiben zwar untersagt, kassieren aber kräftig mit.
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Es muß ein Stück vom Hitler sein

Es muß ein Stück vom Hitler sein
Walter Krüttner
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1963
11 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Walter Krüttner gilt als der einzige Satiriker unter den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests, das 1962 bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen verlesen wurde. Sein Film beginnt wie jene, denen die Oberhausener das Handwerk legen wollten: mit Ländlermusik und einem Zitat des Heimatdichters Ganghofer. „Herr, wen du liebst, den lässest du fallen in dieses Land.“ Krüttner beobachtet das touristische Treiben am Obersalzberg: Reiseführer führen Führerreisende durch die Nazibauten. Und Krüttner zählt nach, was die bundesdeutschen Behörden damit verdienen. Er selbst verdiente sich den „Silbernen Lorbeer“ des Deutschen Fernsehfunks, verliehen auf der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1963.

Sylvia Görke

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Regie
Walter Krüttner
Buch
Walter Krüttner
Kamera
Fritz Schwennicke
Produktion
Cineropa-Filmproduktion
Musik
Erich Ferstl
Retrospektive 2024
Filmstill Color Test. The Red Flag
Farbtest. Die Rote Fahne Gerd Conradt
Er trägt eine Fahne, und diese Fahne ist rot: 1968 beteiligt sich Holger Meins in Westberlin an diesem studentischen Fahnenlauf, 1970 schließt er sich der RAF an und taucht unter.
Filmstill Color Test. The Red Flag

Farbtest. Die Rote Fahne

Farbtest. Die Rote Fahne
Gerd Conradt
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1968
13 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Eine Übung zum Thema „Farbe“ in der Klasse von Michael Ballhaus an der DFFB in Westberlin schrieb Kino- und Subversionsgeschichte. Im Rückblick avanciert die Miniatur ohne Ton zum gehetzten Dokument einer Aufbruchsbewegung, die verbrecherische Kräfte entwickeln sollte. Fünf Jahre nach JFKs Blockbindungsbekenntnis „Ich bin ein Berliner“, kurz nach der Ermordung von Benno Ohnesorg, wenige Monate vor dem Attentat auf Rudi Dutschke wurde am 18. Januar 1968 gedreht. Regisseur in Ausbildung Gerd Conradt sowie vierzehn Kommilitonen und Freunde veranstalteten einen Staffellauf aufs Rathaus Schöneberg, um dort die rote Fahne zu hissen. Schlussläufer ist Kamera-Student Holger Meins, später Terrorist der Rote Armee Fraktion, der sich 1974 in der Justizvollzugsanstalt Wittlich zu Tode hungerte.

Sylvia Görke

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Regie
Gerd Conradt
Kamera
Charles Völsen
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Retrospektive 2024
Filmstill For the Palestinians
Für die Palästinenser Edna Politi
1974, palästinensischer Alltag in Israel und im Westjordanland, wirtschaftliche und politische Ohnmacht – dokumentiert von einer Israelin, die überzeugen will: von der dringenden Notwendigkeit des Dialogs.
Filmstill For the Palestinians

Für die Palästinenser

Für die Palästinenser
Edna Politi
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1973
85 Minuten
Arabisch,
Deutsch,
Hebräisch
Untertitel: 
Deutsch (Overvoice), Deutsch

Worte des Dichters Mahmoud Darwisch eröffnen diesen Film: „Ich hasse niemanden, ich raube niemanden, aber wenn ich verhungere, esse ich das Fleisch meiner Mörder. Hüte dich, hüte dich also vor meinem Hunger, hüte dich vor meinem Zorn.“ Dann kommt der Titel, dann der Untertitel: „Eine Israelin erzählt“. Sie heißt Edna Politi, wurde im Libanon geboren, emigrierte nach Israel und wurde 1971 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Westberlin aufgenommen. Politis Studienarbeit klärt auf: Woher kommt die palästinensische Wut, die Verzweiflung? Sachlich und sorgfältig trägt sie Alltagsanschauungen, Zahlen und Fakten zusammen, um auf die Mechanismen der wirtschaftlichen und politischen Entrechtung des palästinensischen Volkes aufmerksam zu machen. Sie will überzeugen, nicht überreden.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Edna Politi
Buch
Edna Politi
Kamera
Edna Politi
Schnitt
Edna Politi
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Ton
Gad Freudenthal
Musik
Mohammed Askari
Retrospektive 2021
Media Name: ef5c7bbb-f481-4dec-b901-ef2bdaeec257.jpg
Paradies und Feuerofen Herbert Viktor
Sauber, adrett, emsig, geschäftstüchtig – der bundesdeutsche Blick beobachtet in Israel Ähnlichkeiten zur BRD der Wirtschaftswunderjahre. Ein Sympathie-Statement.
Media Name: ef5c7bbb-f481-4dec-b901-ef2bdaeec257.jpg

Paradies und Feuerofen

Paradies und Feuerofen
Herbert Viktor
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1958
78 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Angelegt als Reisereportage über Israel, stellt Herbert Viktor Ähnlichkeiten zur BRD der Wirtschaftswunderjahre heraus: sauber, adrett, emsig, geschäftstüchtig. So habe sich etwa Haifa vom „Treffpunkt für arabische Karawanen und Räuberbanden“ zum modernsten Hafen der Levante gemausert. Auch der Willkommenskultur für Verfolgte aus aller Welt spricht Viktor seine Anerkennung aus. Welche Schicksale sie hinter sich haben, erläutert er nicht. Der mit inszenierten Intermezzi zum Sympathie-Statement zugespitzte Film lief 1959 unter der Schirmherrschaft von Willy Brandt in bundesdeutschen Kinos an. Auf israelische Leinwände ließ man ihn erst 1962, als das Todesurteil gegen Adolf Eichmann vom Berufungsgericht bestätigt worden war.

Sylvia Görke

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Regie
Herbert Viktor
Buch
Herbert Viktor
Kamera
Heinz Hölscher
Schnitt
Ludolf Grisebach
Produktion
Helmut Wisser
Ton
Reginald Beuthner
Musik
Bernhard Eichhorn
Sprecher*in
Herbert Viktor
Retrospektive 2023
Filmstill Soviet Troops in Prague and Budapest (Panorama, 29.7.1968)
Sowjetische Truppen in Prag und Budapest (Panorama, 29.7.1968) anonymous
Ein neugieriger Blick auf das sozialistische Reform-Experiment in Prag, mit skeptischen Untertönen: Endet alles wie in Ungarn 1956? An der Grenze der ČSSR fahren bereits sowjetische Panzer auf.
Filmstill Soviet Troops in Prague and Budapest (Panorama, 29.7.1968)

Sowjetische Truppen in Prag und Budapest (Panorama, 29.7.1968)

Sowjetische Truppen in Prag und Budapest (Panorama, 29.7.1968)
anonymous
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
BRD
1968
15 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Prag im Juli 1968. Das westdeutsche TV-Magazin Panorama berichtet über die Situation in der ČSSR und zieht Parallelen zur Entwicklung in Budapest 1956. Neugierig und zugleich skeptisch spürt der Beitrag den Möglichkeiten einer unabhängigen Reformbewegung nach, analysiert aber zugleich nüchtern, dass die Sowjetunion dies nicht dulden wird. An der Grenze warten bereits die Panzer.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
anonymous
Produktion
ARD
Retrospektive 2023
Filmstill Hungary in Flames
Ungarn in Flammen Ferdinand Khittl, Stefan Erdélyi
Die Niederschlagung des Aufstandes 1956 in Ungarn aus der Sicht der Betroffenen. Dramatisches Material und ein dringlicher Appell, den die Filmemacher erst im Ausland fertigstellen konnten.
Filmstill Hungary in Flames

Ungarn in Flammen

Ungarn in Flammen
Ferdinand Khittl, Stefan Erdélyi
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
BRD
1957
83 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Ein Rückblick auf die ungarische Geschichte mündet in der blutigen Gegenwart des Oktobers 1956: Die Niederschlagung des Aufstandes in Budapest, gefilmt aus der Sicht der Betroffenen. Das Material wurde ins Ausland geschmuggelt und dort von geflüchteten Filmemachern zusammengestellt. Ein unmittelbares Zeitdokument, in dem sich am Ende die westliche Ohnmacht spiegelt: Niemand kam zu Hilfe.

Katharina Franck, Andreas Kötzing

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ferdinand Khittl, Stefan Erdélyi
Buch
Viktor de Sztankovics, Rudolf Stölting, Stefan Erdélyi
Kamera
Ferencz Vass, László Kovács, Vilmos Zsigmond
Produktion
Karpat-Film
Musik
Alexander Barta
Retrospektive 2024
Filmstill W.R. – Mysteries of the Organism
W.R. – Mysteries of the Organism Dušan Makavejev
Vollendet die sexuelle die kommunistische Revolution? Manche meinen, Makavejev habe die Subversion erst erfunden. Dieser Material-, Spiel- und Wilhelm-Reich-Film scheint das zu bestätigen.
Filmstill W.R. – Mysteries of the Organism

W.R. – Mysteries of the Organism

W.R. – Misterije organizma
Dušan Makavejev
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
Jugoslawien,
BRD
1971
85 Minuten
Serbisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Im Bauch dieses Films rumoren ein sowjetischer Eiskunstläufer, eine jugoslawische Sexpartisanin, ein Vietnam-Veteran, Väterchen Stalin und der austroamerikanische Orgasmusforscher Wilhelm Reich. Manche meinen, Dušan Makavejev habe die Subversion erst erfunden. Er nutzte die Freiheitslücken des jugoslawisch-sozialistischen Sonderwegs und entwickelte ein cineastisches Ausnahmemodell, das sowohl das Comme-il-faut des Mediums als auch das der politischen Eindeutigkeit irritierte. Mit dieser Ideologie- und Schamgrenzen übertretenden Spiel-, Dokumentar- und Sexualkunde-Collage amüsierte er die westliche Welt, überforderte jedoch die Toleranz der jugoslawischen Zensurbehörden – zeitweise. Das Aufführungsverbot von 1971 wurde 1986 aufgehoben. 1988 kehrte Makavejev aus dem Westen nach Jugoslawien zurück.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Dušan Makavejev
Buch
Dušan Makavejev
Kamera
Predrag Popović, Aleksandar Petković
Schnitt
Ivanka Vukasović
Produktion
Neoplanta film, Telepool
Musik
Bojana Makavejev