Filmarchiv

Countries (Film Archive)

Spätlese
Marona’s Fantastic Tale Anca Damian

Marona-Sara-Ana-die Neunte ist edler Abstammung, aber keine Prinzessin. Ihre Namen bekam sie von Herrchen und Frauchen. Das moderne Märchen über eine Hündin wirft Identitätsfragen auf.

Marona’s Fantastic Tale

Animationsfilm
Belgien,
Frankreich,
Rumänien
2019
92 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Anca Damian
Anca Damian
Pablo Pico
Brecht Evens, Gina Thorstensen, Sarah Mazetti
Boubkar Benzabat
Dan Panaitescu, Chloé Roux, Hefang Wei, Mathieu Labaye, Claudia Ilea
Anghel Damian
Clément Badin
Marona-Sara-Ana-die-Neunte ist zwar väterlicherseits von adliger Abstammung, anmutig und schön, aber keine Prinzessin. In ihrem kurzen Leben meistert sie manche Abenteuer: Sie lernt Akrobatik und Zaubertricks, landet kurzzeitig auf der Straße und wird sogar zur Retterin in der Not. Sie ist eine Hündin. Ihre Namen bekam sie von diversen Herrchen und Frauchen. Anca Damian erzählt mit Fantasie und Humor eine berührende Geschichte.

Eine eigenwillige, surrealistisch-kindliche Ästhetik, die Kombination verschiedener Animationstechniken, starke Stilisierungen und die buntfröhliche Farbpalette verleihen den Figuren besondere Ausdruckstärke. Die Hintergründe beeindrucken als witzige und künstlerisch geprägte Wimmelbilder. Durch ungewöhnliche Perspektiven entdecken wir gleichzeitig aus vielen Blickwinkeln urbanes Treiben – wie mit allen Sinnen. Im Herzen des Films entfaltet sich ein realistisch-kritisches Stadtgesellschaftsporträt, das vor Fragen zur Beziehung zu Tieren und damit zu unseren Werten nicht zurückschreckt. Freude und Traurigkeit, Abschied und Anfang bedingen sich – auch der Tod wird sensibel mitbehandelt. Damians modernes Märchen dreht sich um Identität und Zugehörigkeit. Mit musikalischer und visueller Poesie sowie mit philosophischem Esprit feiert es – ebenso schlicht wie extravagant – die Komplexität der Existenz und die Einfachheit des Glücks.

Nadja Rademacher

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The Royal Train

Dokumentarfilm
Österreich,
Rumänien
2019
92 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Johannes Rosenberger, Constantin Wulff, Johannes Holzhausen (Navigator Film), Ada Solomon, Diana Păroiu (HiFilm)
Johannes Holzhausen
Joerg Burger
Dieter Pichler
Johannes Holzhausen, Constantin Wulff
Andreas Hamza, Vlad Voinescu
Eine untergegangene Monarchie wird von einer Prinzessin repräsentiert, deren unerschütterliche Mission es ist, dass ihrer Dynastie wieder eine echte Verantwortung für Politik und Wirtschaft in der rumänischen Gegenwart übertragen wird. Mit großer Energie, manchmal auch komischen Ausrutschern, überwiegend aber mit dem gebührenden royalistischen Ernst spielt Prinzessin Margareta von Rumänien ihre Rolle als Subjekt und Objekt der eigenen Kampagne. Aufgeführt wird das Stück vom neuen Wein in alten Schläuchen. Mit höfischer Entourage bereist Margareta „ihr“ Land im gleichen königlichen Zug, auf derselben königlichen Strecke, in dem auch schon ihr Vater König Michael I. den Kontakt zu seinen Untertanen suchte und pflegte. Dass der rote Teppich als offensichtlichstes Symbol von monarchischer Grandezza auch beim kleinsten Zwischenstopp einen makellosen Eindruck zu machen hat, versteht sich von selbst – lässt sich aber nicht immer hundertprozentig herstellen.

Den Betrieb, der sich um diese Reise ins Rückwärts entfaltet, beobachtet Regisseur Johannes Holzhausen mit distanziert-staunender Neugier, offenbart sich darin doch eine vielsagende (Un-)gleichzeitigkeit zwischen altwurzelndem K.-u.-k.-Zeremoniell und aktueller Marketing-Vision.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Re-Visionen
Don’t Get Me Wrong Adina Pintilie

Die Protagonisten, vielmehr Helden dieses ersten Films von Adina Pintilie sind die Bewohner eines psychiatrischen Wohnheims in Rumänien.

Don’t Get Me Wrong

Dokumentarfilm
Rumänien
2007
50 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Dan Nutu (Aristoteles Workshop)
Adina Pintilie
Sorin Gociu
Ligia Smarandache
Adina Pintilie
Tudor Petre
Die Protagonisten, vielmehr Helden dieses ersten Films von Adina Pintilie sind die Bewohner eines psychiatrischen Wohnheims in Rumänien. Ganz selbstverständlich ergreift Gott hier das Wort, und in aller Höflichkeit debattieren die „Verrückten“, wer den Regen regiert. Das weltweit als poetisch-politisches Meisterwerk gefeierte Debüt gewann 2007 die Goldene Taube bei DOK Leipzig.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Palace for the People

Dokumentarfilm
Bulgarien,
Deutschland,
Rumänien
2018
76 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Martichka Bozhilova, Thomas Tielsch, Velvet Moraru
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Ema Konstantinova
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Momchil Bozhkov
Heute sieht man sie mit den Augen des Touristen – oder man sieht sie gar nicht mehr, wie etwa den Palast der Republik in Berlin. „Palace for the People“ besichtigt fünf emblematische Gebäude aus der Zeit des Sozialismus: massive Steinkörper, deren Fassaden und Innenleben, deren Raumbeschaffung und Einrichtung, deren Dekor und Funktionalität immer auf die Repräsentation politischer Systeme und Werte zielte. Superlativische Machtbauten – mal in die Höhe fliehend wie die Lomonossow-Universität Moskau, mal in die Breite wuchernd wie der Ceaușescu-Palast in Bukarest.

Besichtigungen sind immer auch eine Form der Rückkehr, eine Art der Vergangenheitsbeschau, der affektiven Anschließung an das Gewesene. Mit einem scharfen Blick für die architekturgeschichtlichen Eigenheiten und Charaktermerkmale führen uns Georgi Bogdanov und Boris Missirkov an Orte, in denen, so geschichtlich sie auch wirken, noch immer die Visionsgeister spuken, für die sie einst errichtet wurden. Orte, die vollgesogen sind mit Zukünftigkeiten, die sich nie oder die sich ganz und gar anders als gedacht einlösten.

Lukas Stern


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den MDR-Filmpreis


Die Filmvorführung am Mittwoch, 31. Oktober, um 17.00 Uhr findet als Special Screening des MDR statt.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
The Call Anca Damian

Der tägliche Anruf des Sohnes gehört genauso zu den Lieblingsbeschäftigungen einer älteren Frau wie das regelmäßige Baden. Mit dem Eintauchen ins Wasser findet sie Leichtigkeit.

The Call

Animationsfilm
Rumänien
2018
10 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Anca Damian
Anca Damian
Ciprian Cimpoi
Sergiu Negulici, Ioana Laura Nicoară
Anca Damian
Clément Badin, Lionel Guenoun
Der tägliche Anruf des Sohnes gehört genauso zu den Lieblingsbeschäftigungen einer älteren Frau wie das regelmäßige Baden. Mit dem Eintauchen ins Wasser findet sie Leichtigkeit. Die schwer an ihr hängenden Erinnerungen fallen weg. Wird sie wieder auftauchen, um den Anruf ihres Sohnes zu beantworten? Schöpferisch und bildstark begibt sich der Kurzfilm in verschiedene Sphären der Animationstechniken – und der Existenz. Ein poetischer Gedankenstrom über die Vergänglichkeit.

Annina Wettstein

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Touch Me Not

Dokumentarfilm
Bulgarien,
Tschechische Republik,
Frankreich,
Deutschland,
Rumänien
2018
123 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Bianca Oana, Philippe Avril, Adina Pintilie
Adina Pintilie
Ivo Paunov
George Chiper-Lillemark
Adina Pintilie
Adina Pintilie
Veselin Zografov, Dominik Dolejší, Marek Poledna
Die Einstürzenden Neubauten tönen „Mela-Mela-Melancholia“ und hinterfragen die Befindlichkeit des Landes. Zwischen den Szenen, die traumwandlerisch den Grenzbereich von Dokumentarismus und Fiktion betreten, werden tief liegende Intimitäten behandelt, die uns alle betreffen. Das Projekt – diesjähriger Gewinner des Goldenen Bären – ist experimentell: Viele der Protagonistinnen und Protagonisten sind „real“, spielen sich selbst, andere wie Laura Benson und ihr Schauspielerkollege Tómas Lemarquis greifen Drehbuchskizzen auf, lassen die Rollen aber so nah auf sich zukommen, dass sie in eigenes Leben dringen. Sie sprechen von Sex und performen ihn, von Hemmungen und Visionen, von Ängsten und Überwindungsformen. Ihr Ziel – Ziel dieses ungewöhnlichen Films: (Selbst-)Befreiung.

Gelegentlich tritt die Regisseurin ins Bild, setzt sich auf die Couch, zu Christian Bayerlein, dem „kissability“-Blogger, oder zur transsexuellen Hanna Hofmann. So weiß man, dass sie dabei ist und hinsehend dem Voyeurismus trotzt, wenn die Kamera über eine Gruppen-BDSM-Session schwebt oder fast hautnah den Touch-Therapie-Workshop mit teilweise körperlich schwerbehinderten Menschen verfolgt. Sie selbst spricht auch, über ihre eigenen Schamgrenzen, weit weg vom Like-Wahn narzisstischer Social-Network-Egos. Eine transgressive Normkritik, ästhetisch und politisch korrekt (und das ist gut). Und absolut gewagt obendrein.

Barbara Wurm

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Licu, a Romanian Story

Dokumentarfilm
Rumänien
2017
86 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ana Dumitrescu, Jonathan Boissay
Ana Dumitrescu
Ana Dumitrescu
Ana Dumitrescu
Jonathan Boissay
Mit seinen 92 Jahren hat Liviu Canţer, genannt Licu, die Extreme des 20. Jahrhunderts in seiner Heimat Rumänien erlebt – als aufmerksamer Augenzeuge von Weltkrieg, Vertreibung, Ceaușescus Industrialisierung und Überwachung, der Revolution von 1989 und dem korrupten Post-Kommunismus am Rande der EU hat er viel zu erzählen. Aber als letztem (Über-)Lebenden seiner Generation fehlen ihm Altersgenossen, die diese Erfahrungen teilen. Regisseurin Ana Dumitrescu nimmt sich Zeit für ihn und seine Erinnerungen. Sie besucht Licu im Wandel der Jahreszeiten immer wieder mit ihrer Kamera. Sie filmt ihn in seinem Haus, in dem die Familiengeschichte ständig präsent ist. Langsam entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden – im Verlauf des Films wird sie von einer unsichtbaren Beobachterin zur Besucherin, die von Licu bekocht wird und der er selbstgebrannten Schnaps anbietet. Er breitet sein Fotoarchiv aus. Die glücklichen und die traurigen Tage halten sich die Waage, aber eine gewisse Resignation ist unverhohlen.

Dumitrescu, die als Rumänin in Frankreich aufwuchs, gibt der Geschichte ihres Herkunftslandes einen epischen Raum, in dessen Mitte Licu steht: ein persönliches Schicksal, stellvertretend für die Zeitläufte. Ihre schwarz-weißen Bilder, gedreht mit kleinem Equipment, zeigen ihre Sensibilität als Fotojournalistin, mit der sie uns in die Welt dieses Mannes eintauchen lässt.

Sirkka Möller



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb (Langfilm);
Nominiert für MDR-Filmpreis

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Cabbage, Potatoes and Other Demons

Dokumentarfilm
Deutschland,
Rumänien
2016
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Alex Iordăchescu, Șerban Georgescu, Heino Deckert
Șerban Georgescu
Vlad Blîndu
Bogdan Slăvescu
Șerban Georgescu
Șerban Georgescu
Alex Iosub
In dem kleinen Ort Lunguleţu im Süden Rumäniens gibt es etwa 1.000 Bauern mit ebenso vielen Traktoren, die jedes Jahr an die 100.000 Tonnen Kohl und Kartoffeln produzieren. Diese tausend Bauern stehen dann im Sommer nach der Kartoffelernte und im Spätherbst nach der Kohlernte auf dem lokalen Marktplatz: Kohlköpfe und Kartoffelsäcke zu riesigen Pyramiden aufgetürmt, so weit das Auge reicht. Der Versuch, das Gemüse gewinnbringend weiterzuverkaufen, ist bei der absurden Überproduktion natürlich ein vergebliches Unterfangen. Die emsigen Bauern unterbieten sich gegenseitig so lange, bis sie am Ende draufzahlen oder die Ernte gleich wieder unters Feld pflügen.

Als der Regisseur Șerban Georgescu hier für seine Mutter eine Tonne Weißkohl für 20 Euro ersteht, wird er stutzig und beschließt, im Selbstversuch ein Jahr in Lunguleţu zu verbringen und selbst Kartoffeln und Kohl anzubauen. Er geht der Frage auf den Grund, warum sich die Bauern freiwillig in diese wirtschaftliche Sackgasse begeben. Obwohl der Bürgermeister und einige Dorfbewohner gute Ideen haben, Wege aus dieser Misere zu finden, ist eine gemeinsame Lösung nicht in Sicht. Das Misstrauen zwischen ihnen sitzt tief, und die Angst vor einer Kooperative ist groß – zu nah sind noch die Erinnerungen an die Enteignung unter Ceaușescu, zu verlockend scheint der mögliche Erfolg durch Wettbewerb, auch wenn täglich der Bankrott droht.

Lina Dinkla

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Cinema, Mon Amour

Dokumentarfilm
Tschechische Republik,
Rumänien
2015
74 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Tudor Giurgiu
Alexandru Belc
Tudor Vladimir Panduru
Ion Ioachim Stroe
Alexandru Belc, Tudor Giurgiu
Vlad Voinescu
Victor Purice gebührt definitiv ein Orden als „Held der Arbeit“. Mit welcher Verzweiflung, welchem Elan, welcher Hartnäckigkeit er um sein Kino kämpft, da kommen einem die Tränen. Das „Dacia“ Panorama-Filmtheater irgendwo in der rumänischen Provinz, eine Kinoschönheit in Beton mit mehreren hundert Plätzen, großzügigem Foyer und einer gediegenen 35-mm-Projektionstechnik, steht kurz vor dem Aus. Sein Schicksal ist das vieler Kinos in Rumänien, kaum 30 existieren noch. Die anderen wurden privatisiert, verhökert, in Spielhallen oder Diskotheken umgebaut, selbst das Filmstudio hat viele verkauft. Was für ein Widersinn – während wir hierzulande das „rumänische Filmwunder“ feiern!

Aber Victor Purice und sein ihm verbliebenes kleines Team lassen sich aus ihrem Traum vom Kino nicht einfach so verjagen. Sie wohnen und kochen zwischen den Filmspulen, funktionieren das Foyer zu einer Tischtennishalle um und schauen sich im Zweifel auch mal einen Hollywood-Blockbuster alleine an. All das ist mit liebevollem Blick erzählt, aber auch voller Bewunderung für diesen Don Quichotte der Moderne, der gegen Missmanagement, den digitalen Fortschritt und eine kaputte Heizung zu Felde zieht. Der Preis, den er zahlt, ist hoch. Zu befürchten steht, dass es in dieser Geschichte kein Happy End gibt. Mission: Impossible.

Cornelia Klauß

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The Magic Mountain

Animadok
Frankreich,
Polen,
Rumänien
2015
87 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Anca Damian, Guillaume de Seille, Joanna Ronnikier
Anca Damian
Alexander Balanescu
Ion Ioachim Stroe
Theodore Ushev, Sergiu Negulici, Raluca Popa, Dan Panaitescu and Tomek Ducki
Anca Damian, Anna Winkler
Frédéric Théry, Sebastian Wlodarczyk
„Manchmal denke ich, dass ich nicht für diese Zeiten gemacht bin.“ Diese lakonische Feststellung des Protagonisten in Anca Damians zweitem animierten Dokumentarfilm markiert früh in der Erzählung dessen Standort: irgendwie verkehrt. Adam Jacek Winkler, polnischer Fotograf, antikommunistischer Dissident, Bergsteiger und Künstler, ist ein unruhiger Geist, immer auf der Suche nach der edlen Sache, für die zu kämpfen und zu sterben sich lohnt. Ein moderner Don Quijote, dessen Besessenheit ihn bis nach Afghanistan führt, wo er sich den Mudschaheddin im Widerstand gegen die Rote Armee anschließt.

Es ist ein romantischer und gleichzeitig zerrissener Held, von dem uns die Regisseurin erzählt. Hierbei verbindet sie Material aus Winklers persönlichem Archiv (Fotos, Skizzen, Videos) mit dem stilistischen Reichtum des künstlerischen Animationsfilms wie Collagen, grafisch verfremdetem Film- und Fotomaterial, Zeichnungen, Knetanimationen oder schlicht bemaltem Papier, das zu einem Gebirge gefaltet wird. Die verschiedenen Techniken greifen die jeweiligen Situationen auf, wodurch es gelingt, die Gefühlswelt des Protagonisten in eine ganz eigene, mal surrealistische, mal absurd-bittere Filmrealität zu übersetzen. „The Magic Mountain“ ist der zweite Teil einer geplanten Trilogie über moderne Helden, auf deren Abschluss man nach diesem Kinoerlebnis mehr als gespannt sein darf.

Mattias Heeder



Ausgezeichnet mit dem MDR Filmpreis 2015

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Toto and His Sisters

Dokumentarfilm
Rumänien
2014
93 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Bianca Oana, Valeriu Nicolae, Catalin Mitulescu, Marcian Lazar, Hanka Kastelicova, Carmen Harabagiu, Antony Root
Alexander Nanau
Alexander Nanau
Alexander Nanau, George Cragg, Mircea Olteanu
Alexander Nanau
Matthias Lempert, Florian Ardelean
Ernst sehen sie aus, die Gesichter der drei Geschwister, die in einem abgeschrammten Apartment im Roma-Getto von Bukarest leben. Die Mutter sitzt wegen Drogenhandels im Knast. Der Vater ist verschwunden. Der Onkel, der sich um die Kinder kümmern soll, verwandelt die Wohnung in einen Treffpunkt für die Junkies der Nachbarschaft und fixt ganz nebenbei seine Nichte an. Wer jetzt ein Roma-, Armuts-, Schrecklich-Porträt erwartet – gemach. Alexander Nanau, Emmy-Gewinner 2010, geht einer viel tiefer liegenden Frage nach: Wie durchbreche ich einen durch gesellschaftliche Marginalisierung vorgezeichneten Lebensweg?
Toto, der 10-jährige Benjamin dieser zerrissenen Familie, findet in einem Jugendhaus Zuflucht. Immer mehr Zeit verbringt er hier, wo sich ihm eine völlig neue Welt öffnet. Eine, die ihn willkommen heißt, fördert und durch Ausbildung einen Weg aus dem Albtraum weist. Für einen kurzen Moment scheint sich für die Kinder alles zum Besseren zu wenden. Doch dann schlagen die Verhältnisse zurück.
Nanau hat mit Toto einen stillen, aufgeweckten Helden gefunden und mit dessen 14-jähriger Schwester Andrea eine zunehmend selbstbewusste junge Frau, die Verantwortlichkeit fordert. Beide verkörpern eine Möglichkeit, dem vorgezeichneten Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Das macht aus „Toto şi surorile lui“, so düster er manchmal auch sein mag, einen überraschend hoffnungsvollen Film.

Matthias Heeder



Ausgezeichnet mit einer lobenden Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm, dem Preis der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Preis der Ökumenischen Jury 2014

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As You Like It

Dokumentarfilm
Rumänien
2013
22 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ioana Lascăr
Paula Oneţ
Tudor Petre
Paula Oneţ
Paula Oneţ
Paula Oneţ
Rudolf Costin, Manuela Borza, Ioana Ţurcan
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen – so ließe sich das Phänomen umschreiben, das Paula Oneţ in der Region um Cluj in Rumänien entdeckt und neugierig gemacht hat. Frauen und Männer, die sich zwar schon in der zweiten Lebenshälfte befinden, aber dennoch rüstig auf den Beinen sind, beschäftigen sich intensivst mit der Fotografie, die auf ihrem eigenen Grabstein verewigt werden soll. Und dabei ist dies keine hypothetische Frage, sondern ein ganz konkretes Vorhaben.
Es werden Friseurbesuche absolviert, Fototermine vereinbart, ernsthafte Diskussionen an den Grabsteinen geführt, die, trotz quicklebendiger Besitzer, umrahmt von Blumen und Gestecken schon an Ort und Stelle bereitstehen. So ist der Grabstein mitsamt dem sorgsam inszenierten und ausgewählten Porträt bereits zu Lebzeiten ein Statussymbol. Und er ist der – natürlich – vergebliche Versuch, selbst zu entscheiden, wie man der Nachwelt in Erinnerung bleiben möchte. Doch was auf den ersten Blick vielleicht verschroben und wie eine lästige Erledigung wirkt, offenbart doch im Grunde eine gesunde, angstfreie Beschäftigung mit dem eigenen Tod.
„As You Like It“ ist eine kurzweilige Reflexion über das irdische Sein und das menschliche Bedürfnis, das unausweichliche Vergehen als Teil des Lebens zu begreifen.

Lina Dinkla

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

24 Buckets, 7 Mice, 18 Years

Dokumentarfilm
Rumänien
2012
30 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Pintilie Adina, Manekino Film
Iacob Marius
Marius Iacob
Marius Iacob, Vlad Voinescu
Marius Iacob
Vlad Voinescu
Zahlen spielen eine große Rolle im Leben der ungarisch-rumänischen Köhler Piroska und Imre – ebenso das Radio, die Karibik und ein florierender Elendstourismus. Den Zusammenhang dieser Ingredienzien stellen die jungen Regisseure Iacob Marius und Vlad Voinescu mit großer Leichtigkeit und sicherem dramaturgischen Gespür her.
Den Sommer verbringen Imre und Piroska damit, in einem Wald in Transsilvanien Holz zu einer Pyramide aufzutürmen. Als Grillkohle wird es nach ganz Europa gelangen. Da kommt es schon mal weiter als das Paar, das in einem heruntergekommenen Waggon ohne Strom haust und die Abende damit verbringt, Rundfunkreportagen aus fernen Ländern zu lauschen und über die perfekten Lottozahlen zu diskutieren. Regelmäßig kommt die Welt zu ihnen in Gestalt von – ganz urig! – auf dem Pferdewagen angekarrten Touristen, die gegen ein Entgelt echte osteuropäische Armut, gern auch selbst mit der Schaufel posierend, fotografieren. Piroska und Imre nehmen’s mit Humor und denken lieber darüber nach, wie man die Menge von 230 Kohlesäcken umwandelt in den Treffer, der einen an den Traumstrand bringen wird – eines Tages.
Eine kluge Reflexion über den vermeintlich dokumentarischen Blick. Denn der Wohlstandsbürger gruselt sich wohlig, füllt seine Speicherkarte mit Bildern und macht sich davon. Die im authentischen Dreck sitzen bleiben, müssen weiter auf ein Wunder hoffen – oder auf die richtige Zahl.

– Grit Lemke

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FilmFestival Cottbus
Crulic - The Path to Beyond Anca Damian

Die wahre Geschichte eines Mannes, der in die Mühlen der europäischen Bürokratie geriet und zugrunde ging. Meisterhaft animierte Ballade vom Vergehen der Menschlichkeit.

Crulic - The Path to Beyond

Animadok
Polen,
Rumänien
2011
73 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Anca Damian, Aparte Film
Anca Damian
Ilija Zogowski
Catalin Cristutiu
Anca Damian
Diese animierte Dokumentation rekonstruiert auf eigenwillige Weise das wahre (!) Schicksal eines Mannes, der in die Mühlen der europäischen Bürokratie gerät. Und die sind mörderisch.
Die Regisseurin beleuchtet das in ihrer zweiten abendfüllenden Kinoarbeit mit verschiedenen Mitteln des Animationsfilms: Momente des Zeichentricks, bewegte Collagen aus Fotografien, Computertricks, Knetfiguren, gelegentlich leicht verfremdete Realaufnahmen. Besonderer stilistischer Kniff: Die Hauptfigur kommentiert und rekapituliert das eigene Leben und Sterben ähnlich wie es 1950 Joe Gillis (William Holden) in Billy Wilders legendärem Spielfilm SUNSET BOULEVARD tat. Als Daniel Claudiu Crulic (gesprochen vom Schauspieler Vlad Ivanov) mit seiner Erzählung beginnt, lebt er bereits nicht mehr. Der 33-jährige Rumäne starb 2008 in Polen, nachdem er aus Protest gegen seine Verhaftung wegen eines Diebstahls, den er gar nicht begangen haben konnte, in den Hungerstreik getreten und von der Bürokratie als Nummer abgehakt worden war.
Durch die ausgefeilte Montage von Bild und Ton bekommt die Ballade vom Vergehen aller schlichten Menschlichkeit unter der Allmacht grenzenloser Profitgier einen reizvollen Rhythmus und eine große Sogwirkung. Daraus erwächst eine so beunruhigende wie erschütternde Mahnung: Ein Europa, in dem Behörden und Beamte Zuständigkeiten und Verantwortung am liebsten rasch weit von sich schieben, in dem der Einzelne nichts zählt, ist alles andere als lebenswert.
– Peter Claus, Katalog Cottbus

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Stremt 89 Anda Puscas, Dragos Dulea

Was braucht man für eine Revolution? Viel Alkohol, ein paar Sensen und Schrotflinten samt einem Gegner im Kornfeld … Der Herbst 89 in den Karpaten, aus berufenem (Volks)mund.

Stremt 89

Dokumentarfilm
Rumänien
2012
14 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Anda Puscas, UNATC
Anda Puscas, Dragos Dulea
Stephen James Wilkinson
Anda Puscas
Dragos Dulea
Dragos Dulea
Noch nie von Stremt gehört? Dabei kann man von dem kleinen rumänischen Dorf, das unweit von Cluj-Napoca in den karpatischen Bergen gelegen ist, lernen, wie man Revolution macht. Dazu braucht es nämlich weder Nelken noch die Farbe orange, sondern erst einmal Alkohol, um sich Mut anzutrinken. Dann erst zieht man los, bewaffnet sich und erkennt mit einem Mal überall Gegner und Terroristen, oder war es umgekehrt? In Stremt ticken die Uhren langsamer. Nachdem das Fernsehen vom Sturz Ceauşescus berichtete, spüren einige der Dorfbewohner, dass nun auch ihre Stunde geschlagen hat und beschließen einen Aufstand. Aber wo fängt man die Revolte an, wenn jeder jeden kennt? Dass es dennoch zu einigen dramatischen Szenen kommt, liegt vor allem an den wilden Vermutungen und Gerüchten, die plötzlich die Runde machen – und dass niemandem etwas passiert, daran, dass die Pistole nicht geladen war. In einem munteren Parforceritt erzählen die zwei jungen Filmemacher, Jahrgang 1985 und 1989, in ihrem Kurzfilm davon, wie schnell ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, ist erst einmal die Angst besiegt.
– Cornelia Klauß

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