Filmarchiv

Rogério Duarte, the Tropikaoslist

Dokumentarfilm
2016
89 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
VPC Cinema Vídeo
José Walter Lima
Rogério Duarte
Pedro Semanovschi
Bau Carvalho
Caó Cruz Alves
José Walter Lima, Roberto Torres
Nicolas Hallet
Rogério Duarte (1939–2016) war ein brasilianischer Grafiker, Typograf, Musiker und Dichter. Nach eigenem Verständnis ein populärer Avantgardist, ebenso sehr Tribun des brasilianischen Undergrounds in Film, Musik und Malerei wie volkstümlicher Künstler. Als Zeitgenosse und Weggefährte von Glauber Rocha, Gilberto Gil und Caetano Veloso hob er in den 1960er Jahren die Bewegung des Tropicalismo mit aus der Taufe, wandelte sich später aber zum Häretiker, weil er dieser Richtung den Kniefall vor dem Kommerz nie verzeihen wollte.

José Walter Limas filmisches Porträt ist eine bewundernde Hommage für einen Natural Born Independent, der sein Metier aus einer tiefen, geradezu kosmisch-religiös empfundenen Haltung gegenüber dem Leben und der Welt praktizierte. Einmal entlockt der Regisseur seinem Protagonisten dessen Credo: „Kunst ist kein Beruf. Sie ist eine Art der Annäherung. Sie ist ein Weg, sich Dingen zu nähern.“

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Tango

Animationsfilm
2016
13 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Antonio Junior, Francisco Gusso, Lígia Teixeira, Pedro Giongo
Francisco Gusso, Pedro Giongo
Francisco Gusso, Pedro Giongo
Francisco Gusso, Jéssica Luz, Pedro Giongo
Pedro Giongo
Francisco Gusso, Jéssica Luz, Pedro Giongo
Francisco Gusso, Pedro Giongo
Ale Rogoski, Pedro Giongo
Das von den Vorfahren überlieferte Ritual „Tango“ soll helfen, Hunger und Dürre zu beenden. Die Dorfbevölkerung trägt Opfergaben zusammen. Sie wird mit Wohlstand belohnt, vergisst jedoch bei allem Überfluss die Pflichten des Opferkults. Pedro Giongo und Francisco Gusso verweben Anleihen bei Franz Kafkas „Ein Hungerkünstler“ mit grafischen Reminiszenzen an die brasilianische Folklore und die schier berstende Bildwelt der flämischen Renaissance zu einem bemerkenswerten Gleichnis.

André Eckardt


Nominiert für mephisto 97.6 Publikumspreis

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The Third Shore

Dokumentarfilm
2016
57 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
André Hallak
Fabian Remy
Rafael Martini
Lucas Barbi
Fabian Remy, Bruno Carboni
Fabian Remy
Osvaldo Ferreira
1953 nehmen die Gebrüder Villas-Bôas, Pioniere des Indigenismus in Brasilien, erstmals Kontakt mit den Kayapó auf und halten die freundschaftliche Begegnung auf körnigem Schwarz-Weiß-Film fest. Sie sehen die Konflikte zwischen Stamm und Nationalstaat voraus und verstehen sich als Vermittler. Zu ihrer Überraschung entdecken sie unter den Indianern einen jungen Weißen: João stammt von brasilianischen Siedlern ab und wurde als Kind im Zuge anhaltender Fehden von den Kayapó entführt und großgezogen. Als er nun den Weg zurückgeht, beginnt für ihn ein Leben zwischen zwei Welten, ohne feste Heimat.

Für Fabian Remy ist die Geschichte eine Vorlage, um eine bis heute gespaltene Gesellschaft zu beschreiben, auch wenn er João selbst nicht mehr lebend vorfindet. An dessen Stelle begibt sich Thini-á mit dem Regisseur auf die biografische Spurensuche und durchlebt einen gespiegelten Identitätskonflikt. Er verließ seinen Stamm und zog in die Megastadt Rio de Janeiro, nachdem er die Zersetzung der indigenen Kultur durch die moderne Zivilisation erlebte. Doch die Sehnsucht zieht ihn immer öfter zurück zu seinen Wurzeln. Der Film nimmt seine Pendelbewegung formal auf und begleitet Thini-á auf seinen Fahrten durch staubige Ebenen und das Amazonasgebiet – als eine anhaltende dokumentarische Reise. Passend auch zu João, der sein späteres Leben als Fährmann zwischen den Ufern verbrachte.

Lars Meyer

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