Filmarchiv

Cheer Up

Dokumentarfilm
2016
82 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Liisa Juntunen
Christy Garland
Tom Third
Sari Aaltonen
Thor Ochsner, Graeme Ring
Try to cheer up! Selbst wenn eine der kunstvoll aufgebauten Körperpyramiden zusammengebrochen ist und die Mädchen blutend und lädiert am Boden liegen, bekommen sie das zu hören. Cheerleading ist der Inbegriff des Motivationscoachings, das ganze Ratgeberregale füllt und uns stets zu neuen Höchstleistungen antreibt – geht es bei diesem Sport doch genau um Letzteres. Nur bei den Arctic Circle Spirit Ice Queens in Rovaniemi am Polarkreis scheint die Logik des immerwährenden Gewinnen-Wollens nicht zu funktionieren: Sie sind das schlechteste Cheerleading-Team Finnlands. Trainerin Miia aber ist fest entschlossen, das zu ändern. Nach einem Besuch bei der Weltspitze im texanischen Dallas – der einer Gehirnwäsche gleicht – möchte sie ihre Schäfchen mit der „Yes You Can“-Strategie zur „Number One“ machen. Die aber haben ganz andere Sorgen: Patu muss nach dem Tod der Mutter mit der neuen Partnerschaft des Vaters klarkommen, Aino verliert sich im wilden Partyleben und gefährdet ihre Stellung im Team. Dazu die erste Liebe und der Auszug von zu Hause. Und es stellt sich auch für Miia heraus, dass das amerikanische Credo „Alles ist möglich“ eventuell ganz anders verstanden werden kann …

Sicher mischt Christy Garland die Dramaturgie des klassischen Sportlerfilms mit der des Coming-of-Age-Dramas und bleibt dabei nah an ihren Protagonistinnen. Fallen und wieder aufstehen. Klingt leichter, als es ist.

Grit Lemke


Nominiert für Young Eyes Film Award

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Every Other Couple

Dokumentarfilm
2016
77 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Aleksi Salmenperä
Mia Halme
Ville A. Tanttu
Heikki Färm, Peter Flinckenberg
Antony Bentley
Mia Halme
Micke Nyström
Statistisch gesehen haben viele Eheleute, die einander immerwährendes Zusammensein geschworen haben, schlechte Karten, vor der Ewigkeit zu bestehen. Ihnen ist vorherbestimmt, dass die nähere oder fernere Zukunft den Tag der Trennung bringt. Dieser wird allen Beteiligten Schmerz verursachen, die geschlagene Wunde wird schwären für lange Zeit, und doch wird sich eines Tages eine Narbe über ihr gebildet haben. Es wird auch eine Erinnerung geben, wie die Geschichte vor diesem Tag gewesen ist, und ein Danach wird Gestalt annehmen. In „Every Other Couple“ macht Mia Halme die Trennungserfahrung zum Dreh- und Angelpunkt ihrer biografischen Betrachtung der Geschichten auseinandergegangener Familien. Aus dem Off zu hören sind unterschiedliche Erzählungen, was die gemeinsame Vergangenheit einmal ausgemacht hat. Zu sehen ist, wie die Beteiligten sich im getrennten Danach emotional, mental und sozial eingerichtet haben.

Direkt in die Kamera und erst ganz am Ende des Films erzählt ein junges Mädchen, wie sie gerade die erste Trennung ihres Lebens erfährt. Zwar ist das eine ganz und gar nicht neue Geschichte. Dennoch fühlt es sich an, als würde sich gerade (und in ungerechter Weise) eine ganze Wolke voller Unglück über sie ergießen. „Every Other Couple“ balanciert mit großer Empathie zwischen dem Einerseits und dem Andererseits.

Ralph Eue

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Kaisa’s Enchanted Forest

Animadok
2016
85 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Joonas Berghäll, Satu Majava
Katja Gauriloff
Timo Peltola
Enrique Méndez, Heikki Färm
Timo Peltola
Veronika Besedina
Katja Gauriloff
Timo Peltola, Jukka Nurmela
Ein dokumentarisches Märchen mit verzaubernden Animationen, angesiedelt im Land der Skoltsamen am Polarkreis. Erzählt wird von der charismatischen Erzählerin und Sängerin Kaisa. Die Filmemacherin Katja Gauriloff, ihre Ur-Enkelin, hat sich ihres Lebens angenommen, indem sie es aus der Perspektive eines vorerst noch Fremden erzählt: Robert Crottet, der Schweizer Schriftsteller, folgte in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts einem nachdrücklichen Ruf, der ihn in einem Fiebertraum ereilt hatte, nach Lappland. Dort fühlte er sich, wie er in seinem Buch „Verzauberte Wälder“ schreibt, „in eine Zeit versetzt, in der die Trennung zwischen Menschen und Tieren und der uns allen umgebenden Natur noch nicht so groß war, wie in unseren Tagen“. In Kaisa, die ihn gewissermaßen adoptierte, fand er eine erleuchtete Vertreterin dieses Goldenen Zeitalters.

Über die Jahre entwickelte sich eine tiefe Seelenverwandtschaft zwischen den beiden. Und wie im 19. Jahrhundert die Brüder Grimm ihre Kinder- und Hausmärchen erschufen, indem sie orale Überlieferungen „abhörten“, so protokollierte Crottet die Sagen und Legenden Kaisas und wurde zunehmend selbst von ihnen erfüllt und verwandelt. Seit den fünfziger Jahren galt er auch als internationaler Botschafter des immer weiter nach Norden und in den puren Überlebenskampf abgedrängten Nomadenvolks der Skoltsamen.

Ralph Eue



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Animierter Dokumentarfilm 2016

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Land Within

Dokumentarfilm
2016
60 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jenni Kivistö
Jenni Kivistö
Andrés Estefan Ramírez, Samuel Valkola
Otto Andersson
Jenni Kivistö
Jarkko Kela, Rafael Ospino Betancourt
Ein Film auf Traumpfaden. Und eine nomadisierende Reflexion um Fremdes und Vertrautes: Die finnische Filmemacherin Jenni Kivistö fühlt sich dem Volk der Wayuu, das in der Wüste zwischen Kolumbien und Venezuela lebt, auf wundersame Weise seelenverwandt. Den Ernst, auch die Stille dieser Menschen empfindet sie als eigenartig bekannt – eine Nähe, die sie vorsichtig pflegt und befragt. In vier Kapiteln von berückender Bildmacht, durchsetzt von schwebend-poetischen, wie Tagebucheinträge erscheinenden Notizen, verwandelt sie sich die Wirklichkeit dieser Ferne im Norden Südamerikas filmisch an. Sie widmet einem Ursprungsmythos der Wayuu ebenso große Aufmerksamkeit wie sie mit souveräner Neugier Alltagsmomente und Träume, befremdliche Rituale und gespenstische Begebenheiten in ihre Erzählung inkorporiert.

Irgendwann berichtet Kivistö von der Begegnung mit einem kleinen Jungen, der ihr einige Worte in seiner Sprache beibringt, während sie ihn umgekehrt finnische Vokabeln lehrt. Manche Bezeichnungen ähneln sich. Andere stehen einander beziehungslos gegenüber. Nur ein einziges Wort bedeutet auf Finnisch und in der Wayuu-Sprache das Gleiche: „Maa“. Es ist das Wort für Erde. Oder: das Land.

Ralph Eue

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Next Masters Wettbewerb
My Secret Forest Niina Brandt

Lauri philosophiert gern, liebt den Wald und sucht eine Freundin. Alles nicht so einfach, wenn man Autist und auf eine Sprachdolmetscherin angewiesen ist. Fesselnd-unmittelbares Porträt.

My Secret Forest

Dokumentarfilm
2016
56 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Niina Brandt, Saara Helene Murto
Niina Brandt
Splendid Laine
Niina Brandt, Jari Linjala
Tuula Mehtonen
Niina Brandt, Saara Helene Murto
Pinja Mustajoki
Im Wald fühle er sich wohl, mit seiner Sprachdolmetscherin an der Seite käme an diesem Ort das Chaos seiner Gedanken zum Erliegen. Dies tippt Lauri auf ein Papp-Buchstabenfeld – auf diese Weise gelingt es ihm, sein Innenleben sprachlich mit seinem Umfeld in Kontakt zu bringen. Der schlaksige, philosophiebegeisterte Junge ist Autist. Einer, der seiner Beeinträchtigung trotzt. Mit beeindruckendem Willen zu kommunizieren, sich auszudrücken, hat Lauri vor, ein Buch über seine besonderen Lebenserfahrungen zu schreiben. Sein Autismus setzt ihm immer wieder Grenzen und macht ihn abhängig von anderen Menschen. Für einen Pubertierenden bedeutet diese Distanz zwischen Wunsch und Wunscherfüllung sowie die verhinderte Eigenständigkeit eine Gefühlsachterbahn in doppeltem Sinne. Einbrüche in die lebenswichtige Regelmäßigkeit und erste hoffnungsvolle Schritte, etwa bei der Suche nach einer Freundin, liegen nahe beieinander.

In ihrem unnachgiebigen, einfühlsamen Porträt begleitet die finnische Regisseurin Niina Brandt ihren Protagonisten durch Momente der Freude und Wut, des Weltumarmens und Rückzugs. Von der fesselnden Unmittelbarkeit und bildlichen Nähe findet sie mühelos zu Lauris alltäglichem Umfeld. In den Fluss der Ereignisse sind kleine Ruheinseln gesetzt – schwebende Makroaufnahmen aus dem ruhigen Wald zeigen das beständig fortschreitende Leben zum Greifen nahe.

André Eckardt


Nominiert für Young Eyes Film Award

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Swarming

Animationsfilm
2011
7 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Eija Saarinen (Turku University of Applied Sciences, Arts Academy)
Joni Männistö
The World Mänkeri Orchestra
Joni Männistö
Joni Männistö
Joni Männistö
Lucas Pedersen
Ärgere bunte Käferchen und sie werden es dir heimzahlen! Joni Männistös visuelles und akustisches Krabbelfest birgt Herpesgefahr.

Ines Seifert

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Disobedient Images
Tony Is Back – Candy, Age: 43 Jani Leinonen

Eine Werbe-Ikone auf zweifelhafter Mission: Zerealien-Großkatze Tony und seine Flakes wecken den Tiger in einer in die Jahre gekommenen Prostituierten.

2015

Tony Is Back – Candy, Age: 43

Animationsfilm
2015
1 Minute
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Tero Tamminen (Komeetta Ltd)
Jani Leinonen
Jani Leinonen
Jani Leinonen
Eine Werbe-Ikone auf zweifelhafter Mission: Zerealien-Großkatze Tony und seine Flakes wecken den Tiger in einer in die Jahre gekommenen Prostituierten. Einer von mehreren Spots, mit denen Jani Leinonen soziale Verantwortung anmahnt – von der Kellogg Company abgelehnt, von Millionen Youtube-Sichtern gefeiert.

Ines Seifert

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Kids DOK
You Can’t Hide from the Truth A.a.v. Amasi

Tag für Tag steht Isaac im afrikanischen Simbabwe mit seinem blinden Vater und ein paar einfachen Instrumenten an der Straße. Eines Tages bekommt er das Angebot, eine Platte aufzunehmen.

You Can’t Hide from the Truth

Dokumentarfilm
2016
28 Minuten
Untertitel: 
englische
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A.a.v. Amasi
A.a.v. Amasi
Daniel Gonora
A.a.v. Amasi
Jojo Erholtz, Pawel Slomkowski
Annie Lloyd, Pan Panagiannopoulos
Tag für Tag steht Isaac im afrikanischen Simbabwe mit seinem blinden Vater und ein paar einfachen Instrumenten an der Straße. Eines Tages bekommt er das Angebot, eine Platte aufzunehmen, und Isaac erhält die Chance, an einem echten Schlagzeug zu spielen.

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