Filmarchiv

Internationales Programm 2016
Reflections Sara Broos

Ein schwedisches 68er-Bilderbuch-Idyll, erfolgreiche Malerin die Mutter, Vorzeigemodelle die Töchter. Behutsame Reflexion über innere Abgründe und Familie, Kunst und Bulimie.

Reflections

Dokumentarfilm
Schweden
2016
76 Minuten
Untertitel: 
englische

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Sara Broos
Sara Broos
Pelle Ossler
Billie Mintz Hampus Linder
Sara Broos
Peter Mettler, Esteban Rivera
Sara Broos
Patrik Strömdahl
„There‘s a crack, a crack in everything. That‘s how the light gets in.“ Der Text von Leonard Cohen, den Sara Broos in ihrem Film zitiert, umreißt das brüchige Selbstbild, das sie mit ihrer Mutter teilt. Und doch bleibt die Mutter für sie ein Leben lang unerreichbar. Die erfolgreiche schwedische Malerin Karin Broos hat sich in ihren häuslichen Routinen, ihrem perfekten Make-up und vor allem in ihren fotorealistischen Malereien ein Bollwerk gegen das Chaos, gegen ihre düsteren Gedankenwelten geschaffen. Auch die drei Töchter wurden zu Motiven ihrer Bilder, die wie eingefrorene Momente wirken.

Eine Annäherung an die Mutter muss es bleiben, wenn Sara nun umgekehrt diese inszeniert und filmt. Doch wie in einem dunklen Weiher spiegeln ihre stilisierten Filmbilder, in denen die schwedische Bilderbuchidylle stets auf ihre eigenen Schatten verweist, das Gemeinsame zwischen beiden. Verwoben mit Tagebucheintragungen, Fotografien und Schmalspurfilmen aus dem Familienarchiv entsteht das persönliche Doppelporträt zweier Frauen, deren Strenge zu sich selbst sowohl Mutter als auch Tochter durch schwere Jahre der Bulimie führte. Eine poetische Reflexion über die Melancholie und die Suche nach innerer Freiheit, vor allem aber über das Verhältnis von Kunst und Leben.

Lars Meyer

The Bus Trip

Animadok
Schweden
2016
14 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Sarah Gampel
Sarah Gampel
Rickard Age, Patric Simmerud
Sarah Gampel, Teitur Ardal
Sarah Gampel
Sarah Gampel
Sarah Gampel
Mikael Månsson
Mit Filmstudenten im Bus durch Israel fahren – eine tolle Gelegenheit. Doch Sarahs Versuche, etwas über die besetzten Gebiete zu erfahren und den Palästina-Konflikt zu diskutieren, isolieren sie von der Gruppe. Dafür tritt sie in einen Dialog mit ihrem verstorbenen Vater, der als polnischer Jude Anfang der 1970er Jahre vor den antisemitischen Kampagnen nach Schweden floh. Die animierten Gedanken überlagern die dokumentarischen Bilder und machen sie durchlässig für eine Reise in die Familiengeschichte.

Lars Meyer


Nominiert für Young Eyes Film Award