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Deutscher Wettbewerb Kurzfilm
Boy Ginan Seidl, Yalda Afsah

Wie entkommt ein Mädchen den Restriktionen, die der weiblichen Rolle in einer traditionellen Gesellschaft eingeschrieben sind? Indem sie zum „Boy“ wird. In Afghanistan sind „bacha posh“ Mädchen, die als Jungen aufgezogen werden.

Boy

Dokumentarfilm
Deutschland
2015
30 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ray Peter Maletzki, Stephan Helmut Beier
Ginan Seidl, Yalda Afsah
Ginan Seidl
Ginan Seidl, Yalda Afsah
Steffen Martin, Manuela Schininá
Bildung DOK Leipzig Logo

Altersempfehlung: ab 14 Jahren 
Klassenstufen: ab 9. Klasse

Themen: Gender, Identität, Sexualität, fremde Kulturen, Kindheit, Außenseiter 
Unterrichtsfächer: Deutsch, Gemeinschaftskunde, Politik, Kunst, Ethik, Religion

Zum Inhalt

Warum dürfen Jungs oft mehr als Mädchen? Warum gelten Mädchen immer als braver? Warum spielen tradierte Geschlechterrollen – bei uns und anderswo in der Welt - bis heute eine so große Rolle?

In unserer nächsten Schulvorstellung steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kinder und Jugendliche damit umgehen (können), dass bis heute gesellschaftliche Vorgaben existieren, die festlegen, was typisch männlich und was typisch weiblich ist.

Der Dokumentarfilm Boy, der das Leipziger Publikum im Wettbewerb 2015 begeisterte, widmet sich dieser Frage am Beispiel zweier junger Frauen, die in Afghanistan aufgewachsen sind, wo Mädchen und Frauen in ihrem Recht auf Entfaltung ausgesprochen stark eingeschränkt werden.

Beide Frauen haben sich entschieden, diese Einschränkungen nicht hinzunehmen und einen ungewöhnlichen Weg gewählt, sich dagegen zur Wehr zu setzen: sie sind zum Boy geworden. Der Film zeigt Ausschnitte aus dem Alltag der 14- jährigen Faranoz, die in Afghanistan als Junge aufwuchs und verwebt diese mit den Erfahrungen einer jungen afghanischen Sängerin in London, die ebenfalls in ihrer Kindheit Jungenkleidung trug, um sich freier in der Gesellschaft zu bewegen. Der Film hinterfragt gesellschaftliche Stereotype, die nicht nur in der afghanischen Gesellschaft wirken und zeigt zwei beeindruckende junge Frauen, die sich die Freiheit nehmen, sich nicht durch ihr Geschlecht definieren zu lassen.

Wie entkommt ein Mädchen den Restriktionen, die der weiblichen Rolle in einer traditionellen Gesellschaft eingeschrieben sind? Indem sie zum „Boy“ wird. In Afghanistan sind „bacha posh“ Mädchen, die als Jungen aufgezogen werden. Das Künstlerinnenduo Afsah/Seidl folgt zwei Mädchen und ihrer Entscheidung, welche Rolle sie im Leben einnehmen wollen. In traumhaften Bildern, die in langen Kamerafahrten die Menschen als Teil eines sozialen Umfelds erfassen, gelingt eine berührende Etüde über Gender und Freiheit.



Grit Lemke


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Der Kuaför aus der Keupstraße Andreas Maus

Das NSU-Nagelbombenattentat, bei dem 2004 in Köln 22 Menschen verletzt und später nur die Opfer verdächtigt wurden. Vielschichtig inszenierte Rekonstruktion eines Skandals.

Der Kuaför aus der Keupstraße

Dokumentarfilm
Deutschland
2015
92 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Herbert Schwering, Christine Kiauk
Andreas Maus
Maciej Sledziecki
Hajo Schomerus
Rolf Mertler
Maik Baumgärtner, Andreas Maus
Ralf Weber
Der Mittwochnachmittag ist mit Bedacht gewählt. Vor und in dem Friseurgeschäft der Brüder Özcan und Hasan Yildirim ist viel los, als sich am 9. Juni 2004 plötzlich 700 zehn Zentimeter lange Tischlernägel mit einer Reichweite von 250 Metern in Projektile verwandeln. Sie verletzen 22 Menschen. So infam der Anschlag ist, so skandalös der Verlauf der Ermittlungen: Verdächtigt werden die Opfer. Überwachungsvideos wertet man nicht aus und Bundesinnenminister Otto Schily schließt einen rechtsradikalen Hintergrund dezidiert aus. Erst 2011 wird mit den Enthüllungen über die rechtsextreme terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ auch diese Tat aufgedeckt. Der Prozess dauert bis heute an.

Der Regisseur Andreas Maus konzentriert sich darauf, zehn Jahre nach dem Kölner Nagelbomben-Attentat jenen eine Stimme zu geben, die lange niemand hören wollte. Die von ihm angewandten Erzählstrategien zielen auf Distanz, um freizulegen, mit welcher Systematik vertuscht, verschwiegen und verdrängt wurde. Dokumentarisches und inszeniertes Material verschränken sich miteinander, Schauspieler agieren neben Betroffenen, Räume werden rekonstruiert. Die vielstrapazierten Fernsehbilder überschreibt Andreas Maus mit seinen Bild-Erfindungen. Die Kamera hält inne, der Blick, der auf den Zuschauer gerichtet ist, gefriert. Was eigentlich kommt nach der „Willkommenskultur“, möchte man fragen?

Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Die Angst des Wolfs vor dem Wolf Juliane Jaschnow

Ein Heulen im Nichts. Eine Gestalt bewegt sich vor und zurück, im blutrot flackernden Licht eines doppelten Zweikampfs. Der mit dem Wolf, aber mehr noch der mit der Angst vor dem Wolf. Ohne Entrinnen, auf Messers Schneide – wortgewaltig.

Die Angst des Wolfs vor dem Wolf

Animationsfilm
Deutschland
2014
5 Minuten
Untertitel: 
englische
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Ostpol e.V.
Juliane Jaschnow
Juliane Jaschnow
Juliane Jaschnow
Juliane Jaschnow
Stefan Petermann
Juliane Jaschnow, Stefan Petermann
Ein Heulen im Nichts. Eine Gestalt bewegt sich vor und zurück, im blutrot flackernden Licht eines doppelten Zweikampfs. Der mit dem Wolf, aber mehr noch der mit der Angst vor dem Wolf. Ohne Entrinnen, auf Messers Schneide – wortgewaltig. Ein minimalistisches wie eindringliches filmisches Poem von Filmemacherin Juliane Jaschnow und Autor Stefan Petermann über die Dialektik von Opfer- oder Täterwerdung. Auf welcher Seite du auch stehst: Du wirst verlieren, wenn du bleibst, wer du bist.

Nadja Rademacher

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Internationales Programm
No Signal Katharina Huber

Die Gewaltaktion ist geplant. Ob als Protest oder einfach nur als Statement, das Manifest und der Stein zum Werfen liegen schon bereit. Jetzt heißt es warten, die Zeit totschlagen und sich mental auf die Konfrontation vorbereiten.

No Signal

Animationsfilm
UK
2014
6 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Katharina Huber
Wolf Eyes
Katharina Huber
Marian Mentrup
Die Gewaltaktion ist geplant. Ob als Protest oder einfach nur als Statement, das Manifest und der Stein zum Werfen liegen schon bereit. Jetzt heißt es warten, die Zeit totschlagen und sich mental auf die Konfrontation vorbereiten. Wie ein Krieger. Doch die Angst geht nicht weg und jedes Geräusch, jede Bewegung erinnert an das, was gleich passieren kann.

Annegret Richter

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Internationales Programm
Valentina, 26 Alexander Riedel

Mit vier kam sie aus dem Kosovo und ist nach Jahren der „Duldung“ angekommen. Beispiel einer geglückten Integration, vor allem aber Porträt einer wilden Braut, das Spaß macht.

Valentina, 26

Dokumentarfilm
Deutschland
2015
45 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Bettina Timm
Alexander Riedel
Michael Leuthner
Ulrike Tortora
Björn Rothe
2007 haben wir Valentina in Leipzig kennengelernt: als Protagonistin in Alexander Riedels Film „Draußen bleiben“. Mit ihrer ungebremsten Vitalität und Aggressivität inmitten der Agonie eines Münchner Asylbewerberheims hat sie nachhaltigen Eindruck hinterlassen – auch wenn man nicht glauben konnte, dass sie so einfach ihren Weg machen würde in diesem Deutschland, das schon damals auf eine wie sie – aus dem Kosovo („Wirtschaftsflüchtling“!) – nicht gewartet hatte.

1. Valentina selbst hat den Film nie ganz gesehen oder kann sich zumindest nicht erinnern, wie sie heute, acht Jahre später – in ihrer unnachahmlichen Art, die sich Gottseidank nicht geändert hat – gleich mal klarstellt. Und 2., nein, einfach hat sie ihren Weg nicht gemacht. Aber gemacht hat sie ihn, auf beeindruckende Weise.

Ist das nicht langweilig – ein Film über eine geglückte Integration? Wo bleibt denn da die viel beschworene „Fallhöhe“? Liebe Leute, seht euch Valentina an! In das Schema „positive Heldin“ lässt die sich nicht pressen. Spätestens, wenn man sie mit einem Patienten (herhören: sie arbeitet in der Pflege!), lässig auf dessen Rollstuhllehne gefläzt, mit Kippe im Mundwinkel, durch München hat speeden sehen, weiß man: Der Sponti-Stoßseufzer der Vergangenheit „Lasst uns mit diesen Deutschen nicht alleine!“ ist erhört worden. Von solchen wie Valentina können wir gar nicht genug haben.

Grit Lemke

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An Incredibly Elastic Man

Animationsfilm
Polen
2013
5 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Marcin Malatyński
Karolina Specht
Karolina Specht
Karolina Specht
Karolina Specht
Karolina Specht
Ein Mann ohne Gestalt wird durch seine Umgebung und durch seine Mitmenschen in Form gebracht.

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Deutscher Wettbewerb
Himmelverbot Andrei Schwartz

Hrib, der mehr als 20 Jahre lang seine Unschuld beteuerte, wird aus dem Gefängnis bei Bukarest entlassen. Eine schmerzhafte Resozialisierung und wachsende Zweifel: Alles Lüge?

Himmelverbot

Dokumentarfilm
Deutschland
2014
86 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Gerd Haag
Andrei Schwartz
Bernd Meiners, Susanne Schüle, Andrei Schwartz
Heidrun Schweitzer
Andrei Schwartz
Marin Cazacu, Dinu Constantin, Severin Renke
Während der Dreharbeiten zu seinem Film „Geschlossene Gesellschaft“ trifft der in Rumänien geborene Regisseur Andrei Schwartz 2002 im Hochsicherheitsgefängnis in Rahova, nahe Bukarest, unter anderem auf Gavril Hrib, der wegen Mordes an einer Staatsanwältin zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Nach über 20 Jahren kommt er endlich auf Bewährung frei und wird in ein Land entlassen, das er noch aus der Ära Ceaușescus kennt. Rumänien, das nun Teil der Europäischen Union ist, hat sich verändert, einschließlich einer neuen Rechtsprechung, die vorzeitige Entlassungen möglich macht. Hrib, dieser schmächtige Kerl mit einer Kippa unter dem Basecap, weiß mit seinem schlitzohrigen Witz und seiner schlaksigen Hilflosigkeit durchaus Sympathien zu gewinnen. Drinnen hat er sich Respekt erarbeitet und Freunde gewonnen, draußen stößt er nur auf Ablehnung und verschlossene Türen. Andrei Schwartz begleitet diesen schmerzhaften Versuch einer Resozialisierung über mehrere Jahre hinweg. Es zeigt sich, dass weder die Gesellschaft noch Gavril Hrib selbst dafür bereit sind und alles schlussendlich zum Ausgangspunkt zurückführt: zur eigentlichen Tat.
Cornelia Klauß

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Internationales Programm
Jedes Bild ist ein leeres Bild Christoph Faulhaber

Ein Videogame-erzeugter Avatar als Alter Ego des Künstlers, der den öffentlichen Raum erforscht. Virtuelle Realität, Überwachung, Videoclip, Dokument, Fiktion und wilder Ritt.

Jedes Bild ist ein leeres Bild

Dokumentarfilm
Deutschland
2014
70 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Protostyle Pictures
Christoph Faulhaber
Pawel Wieleba, Otto Bode, John Francis, The Superpowers, The Embassadors, Harmony Hopper, Oliver Samlaus, Skuzzle Buzz, Giacomo Puccini, Christoph Faulhaber, Frank Müller et al.
Lukasz Chrobok, Christoph Faulhaber, Daniel Matzke, Jayson Haedrich, Gregor Gärtner, Jens Apitz
Maren Großmann, Anna Werner, Wolfgang Lehmann, Ramon Urselmann, Jonathan Miske
Thorsten Ernst, Christoph Faulhaber
Pawel Wieleba, Modo Bierkamp
Es gibt die Ansicht, dass der öffentliche Raum eine voraussetzungslose Gegebenheit sei, die sich alternativlos (um das Unwort des Jahres 2010 zu zitieren) um uns herum aufgebaut hat. Solchen Vorstellungen tritt Christoph Faulhaber seit geraumer Zeit mit vorgeblich naiven Infragestellungen entgegen. Er widmet Einschüchterungen und Verbote einfach um und nimmt sie als Material für ebenso subversive wie sinnstiftende Einlassungen.
Faulhaber hat klar umrissene Vorstellungen vom „Schauplatz“ der Kunst. Weder nehmen seine Performances im sicheren Atelier Gestalt an, noch kann man sie ausschließlich hinter gut geputzten Scheiben von Galerien begutachten. Vielmehr experimentiert er im Mittendrin der Gesellschaft gegen die Ordnung herrschender Systeme. Nachdem ihm zum Beispiel verboten wurde, eine US-amerikanische Botschaft abzulichten, drehte er den Spieß einfach um und bewachte die Botschaft, damit sie nicht von der Öffentlichkeit fotografiert würde. Diese Aktion dokumentierte er wiederum mit Fotos, die er anschließend auf der documenta 12 ausstellte – natürlich ohne offizielle Einladung –, was auch prompt beendet wurde. Als er danach als deutscher Stipendiat mit legalem Visum in die USA einreisen wollte, wurde er verhört und zur Ausreise gedrängt.
Was in diesem Film aufs Anregendste zu erfahren ist: die Verhandlung von Macht und die Rolle von Bildern in diesem Prozess.
Ralph Eue

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Patch

Animationsfilm
Deutschland,
Schweiz
2014
3 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Gerd Gockell
Gerd Gockell
Phil McCammon
Gerd Gockell
Gerd Gockell
Gerd Gockell, Ute Heuer
Ute Heuer
Thomas Gassmann
Eine experimentelle Animation, die anhand von abstrakten Gemälden das Spannungsfeld zwischen Gegenstandslosigkeit und Wiedererkennbarkeit untersucht.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Striche ziehen. Gerd Kroske

Punk in Weimar, zwei Brüder und ein Verrat, Knast, Ausreise und eine Mauerkunstaktion. DDR-Archäologie voller fröhlich lärmender Anarchie und Striche, die ins Heute reichen.

Striche ziehen.

Dokumentarfilm
Deutschland
2014
96 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Gerd Kroske
Gerd Kroske
Klaus Janek, Die Madmans, KG Rest
Anne Misselwitz
Karin Gerda Schöning
Gerd Kroske
Mark Meusinger, Sylvia Grabe, Helge Haack
Bildung DOK Leipzig Logo

Altersempfehlung: ab 14 Jahren 
Klassenstufen: 9-13

Themen: (Deutsche) Geschichte, DDR, Grenze, Rebellion, Meinungsfreiheit, Verrat, Geheimdienst, Familie, Stasi, Widerstand 
Unterrichtsfächer: Geschichte, Gemeinschaftskunde/Sozialkunde, Politik, Philosophie, Ethik

 

Zum Inhalt

Als „Der weiße Strich“ wird eine Kunstaktion bekannt, bei der 1986 fünf junge Männer die Mauer auf der Westberliner Seite mit einem durchgezogenen weißen Strich markieren. Sie alle stammen aus der Weimarer Punk- und Undergroundszene und sind erst kurz vorher aus der DDR ausgereist. Schon am zweiten Tag ihrer Performance lauern ihnen DDR-Grenzsoldaten auf, einer der Freunde wird durch eine verborgene Tür in der Mauer verschleppt und landet im Stasi-Gefängnis in Bautzen.

Als die Männer sich viele Jahre später im Rahmen eines Buchprojekts wieder mit der Geschichte beschäftigen und ihre Stasi-Akten durchgehen wollen, taucht plötzlich einer der ehemaligen Mitstreiter ab…. Langsam wird den Beteiligten klar, warum die Stasi schon Anfang der 1980er in Weimar immer genauestens über ihre Aktivitäten Bescheid wusste: gab es eine undichte Stelle innerhalb ihrer Gruppe?

Heute, knapp 30 Jahre später, wird der Filmdreh zum Anlass, sich noch einmal mit dieser Zeit zu beschäftigen. Gerd Kroske zeigt die Freunde von damals bei ihrem Versuch, die eigene Vergangenheit zu verstehen und damit umzugehen. In Gesprächen mit allen Beteiligten, flankiert von reichhaltigem Archivmaterial lotet Gerd Kroske die Untiefen von Verrat, Verdrängen und Vergeben aus. Er insistiert, ohne zu diskreditieren. „Striche ziehen.“ gelingt es auf eindrückliche Weise, den andauernden Balanceakt spürbar werden zu lassen, den jeder vollziehen muss, der sich ernsthaft mit Verrat und Vergebung beschäftigen will.

Als „der weiße Strich“ wurde eine Kunstaktion bekannt, bei der 1986 fünf ausgereiste DDR-Bürger aus der Weimarer Punk- und Undergroundszene die Mauer auf Westberliner Seite mit einem aufgemalten Strich umrunden wollten. Am zweiten Tag lauerten ihnen die DDR-Grenztruppen auf, einer der Freunde landete in Bautzen. Erst nach Jahren im Westen stellte sich heraus, dass einer in ihrem Kreis war, der in der DDR über ihre Aktivitäten berichtet hatte. Und über seinen Bruder. In Gesprächen mit den Beteiligten bis hin zum nassforschen (nicht unsympathischen) Grenzsoldaten, flankiert von reichhaltigem Archivmaterial mit dem angekratzten Anarcho-Charme von Super 8 und ORWO, lotet Gerd Kroske die Untiefen von Verrat, Verdrängen und Vergeben aus. Er insistiert, ohne zu diskreditieren. Je tiefer er in die Vergangenheit dringt, desto mehr tritt sie zurück hinter der Frage, wie beide Seiten mit dem Verrat weiterleben. Wie gegenwärtig die Geschichte ist, wird im großen, finalen Showdown der Brüder ebenso deutlich wie in wiederkehrenden Bildern von der Mauer, die Israel und Palästina trennt. Auch heute ist es mit dem Striche-Ziehen nicht so einfach. Besonders, wenn es sich um einen Schlussstrich handelt. Grit Lemke


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Abdullah

Animadok
Deutschland
2013
9 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Holger Lochau
Jakob Besuch
Oleg Hollmann
Jakob Besuch
Jakob Besuch
„Er heißt Abdullah“, sagt der Arzt im Krankenhaus zur Mutter, nachdem ihr Sohn eine Psychose erlitten hat. Zum ersten Mal in seinem Leben hat Abdullah das Gefühl, als eigenständiger Mensch wahrgenommen zu werden. Ein Film über Vorurteile, erzählt von Abdullah selbst.

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Deutscher Wettbewerb
Art War Marco Wilms

Kunst ist Waffe! Graffitis an den Wänden von Kairo als Medium des Aufstands, ägyptische Underground-Künstler als Chronisten der Ereignisse. Furioser Trip durch Farben und Rhythmen.

Art War

Dokumentarfilm
Deutschland
2013
87 Minuten
Untertitel: 
deutsche
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Marlen Burghardt, Marco Wilms
Marco Wilms
Ramy Essam, Bosaina and Wetrobots, Tonbüro Berlin
Marco Wilms, Abdelrhman Zin Eldin, Emanuele Ira, Bashir Mohamed Wagih, Ali Khaled
Stephan Talneau
Mohamed Khaled
Marco Wilms
Bildung DOK Leipzig Logo

Altersempfehlung: ab 14 Jahren 
Klassenstufen: 9-13

Themen: Protest, Kunst, Demokratie, Meinungsfreiheit, Medien, Graffiti 
Unterrichtsfächer: Gemeinschaftskunde/Ethik, Politik, Geschichte, Religion, Deutsch

Zum Inhalt

ART WAR wirft einen Blick auf die jungen Künstler und Aktivisten, die den Arabischen Frühling geprägt und mitgestaltet haben. Wir lernen Menschen kennen, die mit rebellischer Musik, haushohen Graffitis und anderen künstlerischen Mitteln Aufklärung betreiben und versuchen, ihre Revolution vor dem Untergang zu retten.

Der Film begleitet die revolutionären Künstler seit der Zeit der Euphorie im Jahr 2011 bis zum Fall Mursis und der Muslimbrüder. Er beschreibt die Explosion der Kreativität nach dem Sturz Mubaraks und zeigt, wie die Künstler lernten, ihre Kunst als Waffe im Kampf für die unvollendete Revolution zu nutzen. Dabei beziehen sich die jungen Graffiti-Künstler, Grafikdesigner, Maler und Schriftsteller überraschend oft auf die antiken Wurzeln der ägyptischen Kunst und zeigen damit, dass ihr Protest tief in der ägyptischen Kultur verankert ist.

Kunst ist Waffe! In Kairo gilt die Losung immer noch. Nach 30 Jahren Autokratie wurde Präsident Mubarak von seinem Volk hinweggefegt. Nun gehört die Straße ihnen, den jungen Rebellierenden und Künstlern. Die Graffitisprayer und Maler bringen die Wände zum Sprechen. Sie erzählen in blutverschmierten Porträts von den Tagen des Kampfes, in wilden Collagen von der Zeit der Anarchie, in obszönen Darstellungen von den Befreiungsversuchen aus unterdrückter Sexualität. Wände werden zu Chronisten der sich überstürzenden Ereignisse. Elektropop und Rap liefern den aufwühlenden Soundtrack dazu. Der Euphorie folgen Übermalungen und Zerstörungen. Sniper sind am Werk und zielen auf die Augen der Demonstrierenden. So wenig gefällig die Underground-Kunst ist, die provozieren will und etwas wagt, so wenig romantisch ist diese Revolution. Regisseur Marco Wilms schlägt in einer Episode den Bogen zu den historischen Wandmalereien bis ins Zeitalter der Pharaonen. In einem Land, wo die Analphabetenrate hoch ist, avanciert eine solche Tradition zum probaten Medium des Aufstands. „Art War“ zeigt den gefährlichen Tanz auf dem Vulkan in einem furiosen Parforceritt durch die letzten zwei Jahre der permanenten und radikalen Umbrüche als einen Trip, der von den Farben und Rhythmen der ägyptischen Maler und Musiker vorangetrieben wird.



Cornelia Klauß





Lobende Erwähnung im Deutschen Wettbewerb Dokumentarfilm 2013


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Das kalte Eisen Thomas Lauterbach

Waffen in Deutschland: Schützen und Sammler, die Eltern der Opfer von Winnenden, ein Büchsenmacher mit Berufsehre. Facettenreiche Betrachtung von Schuld und Verantwortung.

Das kalte Eisen

Dokumentarfilm
Deutschland
2013
89 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Florian Fickel
Thomas Lauterbach
Christian Biegai
Gunther Merz
Ana R. Fernandes
Thomas Lauterbach
Thomas Lauterbach
Die Menge der eingezogenen oder freiwillig abgegebenen Waffen, die der Kampfmittelbeseitigungsdienst in Baden-Württemberg jährlich vernichtet, werde in Tonnen gemessen, heißt es. Eine Maßnahme zur Minimierung der Gewalt oder zumindest der Minimierung einer „Gelegenheit“. Eine solche nutzte im März 2009 ein 17-jähriger Junge, als er mit der Pistole seines Vaters seine ehemalige Schule aufsuchte und 15 Menschen tötete. Auch Jana Schober und Nina Denise Mayer befanden sich unter den Opfern. Janas Vater und Ninas Mutter setzen sich seitdem aktiv für diese Waffenvernichtung ein. Die betroffenen Sportschützen, Jäger oder Waffensammler betrachten die sogenannte „Nachschau von Winnenden“ allerdings eher skeptisch, zum Teil sind sie verärgert. Und dann gibt es da noch den ansässigen Büchsenmacher, der hervorragende Präzisionswaffen herstellt und darunter leidet, dass sein Beruf heutzutage mehr geächtet sei als der einer Prostituierten. Thomas Lauterbach nähert sich den ganz persönlichen Anliegen seiner Protagonisten und gewährt einen außergewöhnlichen Einblick in die unterschiedlichen Perspektiven der Problematik. So beleuchtet der Film sehr verschiedene Facetten der Frage nach Schuld und Verantwortung. Aber vor allem gelingt es ihm auf erstaunliche Art und Weise, ein Weltbild ins Wanken zu bringen.

Claudia Lehmann

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Déjà-moo

Animationsfilm
Deutschland
2013
14 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Stefan Müller
Stefan Müller
Ralf Merten, Steffen Winkler, Frank Nachtigall, Ignacio Viano
Stefan Müller
Stefan Müller
Stefan Müller
Stefan Müller
Stefan Müller
Was haben eine hysterische Mutter, zwei Sanitäter und eine verrückte Kuh gemeinsam? Sie sind ein Garant für Chaos in den Alpen, die ansonsten so idyllisch sein könnten. Durch eine unglückliche Verkettung von Missgeschicken und Missverständnissen gerät ein junger Berliner ins Krankenhaus. Ein surrealer Albtraum beginnt, der vom Kafkaesken ins Psychedelische taumelt.

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Internationales Programm
Die Reise zum sichersten Ort der Erde Edgar Hagen

Einmal um die ganze Welt – auf der Suche nach einer sicheren Endlagerstätte für Atommüll. Wissenschaftler, Politiker, Lobbyisten und ihre Gegner in einem Panoptikum des Wahnsinns.

Die Reise zum sichersten Ort der Erde

Dokumentarfilm
Schweiz
2013
100 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Hercli Bundi
Edgar Hagen
Tomek Kolczynski
Peter Indergand
Paul-Michael Sedlacek, Edgar Hagen
Bruno Conti
Edgar Hagen
Jean-Pierre Gerth
Während Edgar Hagen in seinen letzten Filmen Psychiatriepatienten begleitete, blickt er nun in die Abgründe einer geistig kranken Gesellschaft. Jener, die an eine sich zunehmend als unbeherrschbar erweisende Technologie glaubt und sie wider besseres Wissen fördert. Denn angeblich gibt es ihn, den sichersten Ort der Welt, an dem todbringender Atommüll über Hunderttausende von Jahren unschädlich gelagert werden kann.
In der Tradition des mittelalterlichen Schelms stellt Hagen sich dumm und möchte ihn sehen, diesen Ort. Er reist dazu um die ganze Welt, von der Schweiz nach Großbritannien, Deutschland, Schweden, China, Japan, in die USA, nach Australien und wieder zurück. Er schippert über Meere, durchquert Wüsten, stapft durch Wälder und Moore, erkundet das Innere von Bergen. Immer unwirklicher werden die Szenerien, immer weiter weg rückt der Gral. Hagen trifft Geologen und Atomlobbyisten, Umweltaktivisten, Stammesführer und Lokalpolitiker. Überzeugt von der Sache die einen, zweifelnd die anderen. Dabei ist immer viel von „Nachweisen“ und „grundsätzlicher Machbarkeit“ die Rede. Doch er fragt nach, scheinbar naiv. Mit dieser Erzählhaltung gelingt es ihm, sämtliche Rechtfertigungsstrategien der Atomindustrie geschickt als Konstrukt zu entlarven – in dem es schon lange nicht mehr um technische Möglichkeiten geht, sondern nur noch darum, das Unmögliche gut zu verkaufen. Ein Film über den Wahnsinn.

Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Virtuos Virtuell

Animationsfilm
Deutschland
2013
8 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Thomas Stellmach
Thomas Stellmach, Maja Oschmann
Louis Spohr, Till Mertens
Thomas Stellmach
Maja Oschmann, Thomas Stellmach
Handgefertigte und von der Musik inspirierte Tuschezeichnungen sind die Basis dieses Films. Sie entwickeln verschiedene Charaktere, die in einem Wechselspiel von vorsichtiger Begegnung und dynamischer Verfolgungsjagd, von tänzerischer Leichtigkeit und Konfrontation eine ganz eigene Geschichte erzählen.



Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Animationsfilm 2013

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.