Filmarchiv

Jahr

Next Masters Wettbewerb
Farewell Essay Macarena Albalustri

Ein intimer filmischer Essay über den Tod der Mutter und das Entwickeln von persönlichen Formen der Trauer, die jeder selbst (er-)finden muss, um mit schmerzlichen Verlusten fertigzuwerden.

Farewell Essay

Dokumentarfilm
Argentinien
2016
79 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Macarena Albalustri, Tomás Dotta
Macarena Albalustri
Odín Schwartz
Tebbe Schöningh
Iara Rodríguez Vilardebó
Macarena Albalustri, Tomás Dotta
Sofía Straface, Lucas Larriera
Gespräche im Wartezimmer beim Tierarzt: Liza, die mehr als zehn Jahre alte Katze der Regisseurin Macarena Albalustri, hat aufgehört zu fressen. Der nahende Tod des geliebten Haustiers weckt Erinnerungen an einen anderen Verlust, den der Mutter, die vor zehn Jahren starb und an die Albalustri kaum noch Erinnerungen hat. In der Trauerarbeit um die Katze werden verschüttete Gefühle und Fragen wieder hervorgeholt, eine emotionale Suche beginnt. Mithilfe von Fotos, Briefen und Gegenständen aus ihrer eigenen Kindheit versucht die Regisseurin, Erinnerungen wachzurufen – bei sich wie auch bei anderen. Sie spricht mit Personen aus dem Umfeld ihrer Mutter, mit deren Freundinnen und dem eigenen Vater. Sie kann sogar die Psychotherapeutin ausfindig machen, die ihre Mutter damals konsultiert hatte. In den Gesprächen geht es dabei auch immer um den Umgang mit Verlusten, mit dem Sterben und dem eigenen Tod. Es ist ein sehr intimer filmischer Essay über das Abschiednehmen, über das Entwickeln von Ritualen und die persönlichen Formen der Trauer, die jeder selbst (er-)finden muss, um mit dem Abschiedsschmerz fertig zu werden.

Frederik Lang

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Next Masters Wettbewerb
Project 55 Miguel Colombo

Spurensuche nach den Wurzeln eines Albtraums: In der audiovisuellen Versuchsanordnung eines jungen argentinischen Filmemachers verschränken sich Familien-, National- und Weltgeschichte.

Project 55

Dokumentarfilm
Argentinien
2017
73 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Miguel Colombo
Miguel Colombo
Miguel Rivarola
Alejandra Almirón, Miguel Colombo
Miguel Colombo
Jorge Gutiérrez Jiménez
Ein Ereignis der argentinischen Geschichte, die Bombardierung der Plaza de Mayo in Buenos Aires durch putschende Militärs am 16. Juni 1955, sucht einen Filmemacher, der erst 1978 geboren wurde, immer wieder in Alpträumen heim. Als hätten ihn, der noch nie selbst einen Krieg erleben musste, die Geister der nationalen Geschichte rekrutiert: als Medium, um dieses Trauma durchzuarbeiten. Mit Kollegen initiiert er ein Projekt der audiovisuellen Grundlagenforschung. Wie lässt es sich überhaupt bewerkstelligen, Kriegserfahrungen zu übersetzen und zu kommunizieren? Oder anders: Geschichte, ist sie ein Strahl oder ein Haufen? Der filmische Diskurs von „Project 55“ gleicht der allmählichen Verfertigung von Gedanken beim Reden respektive Filmen. Und wenn das an Heinrich von Kleist erinnert, dann ist das weder zufällig noch absichtlich, sondern unvermeidlich. Die Reise dieses Films führt von Buenos Aires über Vietnam und Atomwaffenwaffenversuche zurück in die eigene Familiengeschichte – beziehungsweise jenen Teil der Geschichte, die von künftigen Generationen erst noch geschrieben werden wird.

Das klingt nach Kopfkino? Gewiss! Aber wer ist eigentlich für jenes Gerücht verantwortlich, dass Filme vor allem aus der Hüfte gemacht werden sollen? In jeder Sinnlichkeit steckt immer noch Sinn – und das nicht nur vom Wort her.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.