Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Jahr

Are You listening!

Dokumentarfilm
Bangladesch
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Sara Afreen, Beginning Production Ltd.
Kamar Ahmad Simon
Kamar Ahmad Simon
Saikat Sekhareshwar Ray
Kamar Ahmad Simon
Sukanta Majumdar
Nur um einmal die Maßstäbe zurechtz rücken: Bangladesch gehört zu den Ländern, deren CO-2 Beitrag zum Klimawandel zu vernachlässigen ist. Gleichzeitig zahlt es den höchsten Preis. In hundert Jahren wird es vermutlich nicht mehr existieren, weil es vom steigenden Meeresspiegel verschluckt sein wird. Klimaflüchtlinge gibt es jetzt schon. Am 27. Mai 2009 traf der Zyklon Aila die Küste des Landes. Die Überschwemmungen trieben rund eine Million Menschen zur Flucht, unter ihnen hundert Familien aus Sutarkhali. Als ihr Dorf in den Fluten unterging, flüchteten die Menschen auf einen nahe gelegenen alten Deich. Dort harren sie seit nunmehr zwei Jahren aus. Ernährt von Hilfsorganisationen und irgendwie an die Geldökonomie des Hinterlandes angeschlossen, warten sie mit wachsender Ungeduld darauf, dass die Regierung den versprochenen Deich baut, um das verlorene Land zurückzugewinnen. Auf diesem Weg hat sie der einheimische Regisseur Kamar Ahmad ein Stück weit begleitet. Hartnäckig und mit einem großen Herzen für die aberwitzige Situation knapp über dem Wasserspiegel dokumentiert der Filmemacher über die Jahre einen Alltag, der von Geldsorgen, ungerechter Lebensmittelverteilung und gebrochenen Versprechen ebenso geprägt ist, wie von der Entschlossenheit, eines Tages doch zurückzukehren. Mit „Are you listening“ ist Kamar Ahmad eine große bildstarke Erzählung über die grundlegendste aller menschlichen Eigenschaften gelungen – der zu überleben, gegen alle Widerstände und gegen alle Vernunft. Gleichzeitig ist der Deich als letzter Zufluchtsort der Menschen ein beunruhigender Ausblick auf unser aller Zukunft.
– Matthias Heeder

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.