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Internationales Programm
You Won’t Come Back Here (or The Wind Is Lonely Without Me) Dmitri Makhomet

Beinahe auf sich allein gestellt, verbringt eine 89-Jährige die Sommermonate in ihrem Haus in einem weißrussischen Dorf.

You Won’t Come Back Here (or The Wind Is Lonely Without Me)

Dokumentarfilm
2017
76 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Dmitri Makhomet
Dmitri Makhomet
Dmitri Makhomet
Dmitri Makhomet
Sommer in einem weißrussischen Dorf. Bald wird es neue Präsidentschaftswahlen geben, senden die Medien ins Haus. Eine Nachricht wie aus einer anderen Galaxie. Denn recht isoliert verlebt diese 89-Jährige die Sommermonate hier, in ihrem Holzhaus, das von außen so aussieht, als sei es unbewohnt. Der Garten ist verwildert, Gras wuchert überall und müsste dringend gemäht werden, um das Abrisskommando nicht anzulocken. Ein, zwei Häuser des Dorfes wurden schon dem Erdboden gleichgemacht. Aber wen juckt das schon? Der Flecken scheint von der Landkarte eh längst verschwunden. Dennoch geht diese Dame ihrem Tagwerk nach, wischt mit krummem Rücken die Böden, gießt Honig aus einem großen Blecheimer in ein Glas, reibt im Garten weiße Wäsche sauber. Zwischendrin ruht sie auf ihrem Bett, wobei sie so liegt, dass sie aus dem Fenster schauen kann: auf die Seite gedreht. Dmitri Makhomets Film ist reine Beobachtung.

Carolin Weidner


Nominiert für MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationaler Wettbewerb Kurzfilm
It Genadzi Buto

Die Welt des tragischen Helden und seiner Liebsten ist durch den Stich einer zunächst winzigen Mücke aus den Fugen geraten. Nach vergeblicher und einsamer Gegenwehr verlässt ihn seine bessere Hälfte. Wofür lohnt es sich nun noch zu kämpfen?

It

Animationsfilm
2015
8 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Alexander Gerasimov
Genadzi Buto
Stanislav Makovskiy
Genadzi Buto
Genadzi Buto
Genadzi Buto
Eine Vampirgeschichte ohne Vampire – erzählt in allen Schattierungen von Schwarz, Giftgrün und Pickelpink. Beklemmend und unerbittlich wie die Fänge einer Diktatur. Die Welt des tragischen Helden und seiner Liebsten ist durch den Stich einer zunächst winzigen Mücke aus den Fugen geraten. Nach vergeblicher und einsamer Gegenwehr verlässt ihn seine bessere Hälfte. Wofür lohnt es sich nun noch zu kämpfen? Ein Gleichnis, expressionistisch in Bild und Ton.

Nadja Rademacher

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Dok Internationales Programm
Amerykanka. All included Viktar Korzoun

Häftlingsalltag im gefürchteten KGB-Hauptquartier Minsk, erzählt vom Dissidenten-Poeten Aljaksandr Fjaduta vor Comic-artig animierter Knastkulisse. Bittere Satire à la Erofeev.

2013

Amerykanka. All included

Animadok
2013
52 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Kasia Kamockaja
Viktar Korzoun
Natalia Shyrko, Eugene Yellow
Viktar Tumar
Viktar Korzoun, Anatoly Todorsky
Alexander Fyaduta, Viktar Korzoun
Taras Senchuk
Das „Amerykanka“ ist das KGB-Hauptquartier und berüchtigtes Folterzentrum in Minsk, Hauptstadt von Weißrussland, der letzten Diktatur in Europa. Unmittelbar nach einer Demonstration gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen vom 19. Dezember 2010 wurden zahlreiche Oppositionelle, unter ihnen Aljaksandr Fjaduta, verhaftet. Drei Monate wurde er im „Amerykanka“ festgehalten, davon annähernd 50 Tage in Einzelhaft. Während dieser Zeit schrieb er den Band „Amerikanische Gedichte“, der die Grundlage dieses mutigen und formal so ungewöhnlichen Films von Viktar Korzun bildet. In dessen Mittelpunkt steht Aljaksandr Fjaduta: seine Verhaftung, die Verhöre, Demütigungen, der Alltag der Haft. Allerdings nicht im traditionellen Interview-Setting, sondern als aktiv Handelnder vor und in animierter Gefängniskulisse. Hierbei schlägt das Realbild des, wie Fjaduta sich selbstironisch beschreibt, „etwas übergewichtigen Protagonisten mit Brille“ beständig um in dessen animiertes Alter Ego und umgekehrt. Dieses in Ermangelung eines realen Drehorts geborene künstlerische Verfahren wird mit großer spielerischer Lust umgesetzt und schafft eine überraschend spöttische Distanz zu den Ereignissen wie zum Zustand des Landes. Und vielleicht ist Spott auch die einzig mögliche Haltung einer Obrigkeit gegenüber, die die Menschen, wie jüngst geschehen, allein deshalb verhaftet, weil sie öffentlich und schweigend gemeinsam in die Hände klatschen.
Matthias Heeder

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Earth

Dokumentarfilm
2012
30 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jaroslav Kamienski, Belsat TV
Victor Asliuk
Ivan Hancharuk
Victor Asliuk
Victor Asliuk
Dass der Zweite Weltkrieg – auch: Großer Vaterländischer Krieg – noch lange nicht vorbei ist, schon gar nicht in den Nachfolgestaaten des Sowjetreichs, zeigt die große Vorliebe für pompöse Feierlichkeiten rund den „Tag des Sieges“. Ein ganzes Album an mythologischen Bildern wird hier meist abgerufen, wobei das „Heldenmut“-Pathos so dominant ist, dass für tatsächliche Erinnerung, Anteilnahme und Aufarbeitung wenig Raum bleibt. „Zjamlja“ geht den gegenteiligen Weg. Mit jener Ausdauer und visuellen Intensität, die Viktor Asliuk auch bisher als herausragenden Dokumentaristen des Post-Sowjetischen auszeichneten, widmet sich der Weißrusse hier den langwierigen Suchaktionen nach verschütteten Soldatenleichen – konkreten Relikten auf den ehemaligen Schlachtfeldern. Es sind Freiwillige aus allen Winkeln Russlands, oft ganze Familien, die die Wälder nach Knochenresten durchforsten. Sie graben sie (die Unbeerdigten) aus, um sie erneut einzugraben. Ein scheinbar absurder, geisterhafter Zirkel, beobachtet mit stoischer Ruhe. Diese stellt sich auch ein, wenn Asliuk wie beiläufig einzigartiges Archivmaterial vom winterlichen Krieg dazwischen schneidet. Gespenstisch real werden die namenlosen Toten – junge Männer von einst, durch die Erde mit ihren Nachfahren verbunden, die so jung sind wie sie es damals waren und die erstmals mit dem Tod konfrontiert werden. Auch wenn zwischendurch Krieg gespielt wird, überwiegt die Andacht. Ein Film, der die Vergangenheit der verlorenen Zukunft mit der Gegenwart kurzschließt.

– Barbara Wurm

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.