Filmarchiv

Jahr

Devil's Rope

Dokumentarfilm
Belgien
2014
88 Minuten
Untertitel: 
französische
Credits DOK Leipzig Logo
Marc-Antoine Roudil
Sophie Bruneau
Fiona Braillon, Rémon Fromont
Philippe Boucq
Félix Blume
Wie in ihrem vorhergehenden Film „Arbres“ braucht Sophie Bruneau nur einen Gegenstand, um eine ganze Welt zu beschreiben. In diesem Fall ist es der Stacheldraht, der die Parallelgeschichte der amerikanischen Besiedlung erzählt. Was ganz nützlich mit der Einzäunung der Tiere begann, führt über das Abstecken der Claims zur massenweisen Privatisierung von Landflächen und schließlich zur Abschottung an der mexikanischen Grenze gegen Wirtschaftsflüchtlinge. Der einstige Mythos vom Wilden Westen und das heute noch gern geführte Wort vom „God’s own Country“ werden angesichts des Private-Property-Schilderwaldes und des Abgrenzungswahns ad absurdum geführt. Individualisierung und Industrialisierung haben eben ihren Preis. Längst ist das Land keine Landschaft mehr, sondern nur noch Nutzraum. Diese Tatsachen entbehren zuweilen nicht einer gewissen Komik, die Sophie Bruneau in „La corde du diable“ unaufgeregt in Szene setzt. Lustvoll und mit überraschenden Volten erzählt sie in großen Tableaus von der Genese und dem Variantenreichtum dieses schlichten Drahtes. Die Referenzen an das Urgenre des amerikanischen Kinos, den Western, der die Bilder konnotiert, entfalten ein zusätzliches Sehvergnügen.
Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Stop the Pounding Heart

Dokumentarfilm
Belgien,
Italien,
USA
2013
100 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Roberto Minervini
Roberto Minervini
Diego Romero Suarez-Llanos
Marie-Hélène Dozo
Über dem texanischen Himmel explodiert ein Feuerwerk – gefühlte Lichtjahre entfernt von dem idyllischen Ort, an dem die 14-jährige Sara als älteste Tochter einer Großfamilie auf einer Ziegenfarm aufwächst. Dort kümmert sie sich liebevoll um die Tiere und um die Herstellung diverser Milchprodukte, außerdem hilft sie bei der Erziehung ihrer Geschwister, die ebenso wie sie – nach strenger Auslegung der Bibel – zu Hause unterrichtet werden. Nicht weit davon entfernt veranstalten die Cowboys aus der Nachbarschaft Rodeos und zeigen uns ein Amerika, das man längst vergessen glaubte. Leise entwickelt sich Saras innerer Kampf zwischen der subtilen Anziehung zu dem jungen Rodeo-Reiter Colby und einer Zukunft als unterwürfige Ehefrau.
Die große Transparenz, mit welcher hier erzählt wird, findet einen Höhepunkt, als vor Saras Augen ein Kind aus dem Mutterleib schlüpft und sie ganz unmittelbar mit ihrer Bestimmung konfrontiert. Die Kamera „atmet“ unglaublich dicht an den Protagonisten und fängt dabei in zarten Pastelltönen vor allem eben diese innere Zerrissenheit ein. Sie lässt das Herz so heftig schlagen, dass Saras Mutter nur beten kann, es möge endlich mit dem Verrücktspielen aufhören.

Claudia Lehmann



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm 2013

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