Filmarchiv

Jahr

Land Within

Dokumentarfilm
Kolumbien,
Finnland
2016
60 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jenni Kivistö
Jenni Kivistö
Andrés Estefan Ramírez, Samuel Valkola
Otto Andersson
Jenni Kivistö
Jarkko Kela, Rafael Ospino Betancourt
Ein Film auf Traumpfaden. Und eine nomadisierende Reflexion um Fremdes und Vertrautes: Die finnische Filmemacherin Jenni Kivistö fühlt sich dem Volk der Wayuu, das in der Wüste zwischen Kolumbien und Venezuela lebt, auf wundersame Weise seelenverwandt. Den Ernst, auch die Stille dieser Menschen empfindet sie als eigenartig bekannt – eine Nähe, die sie vorsichtig pflegt und befragt. In vier Kapiteln von berückender Bildmacht, durchsetzt von schwebend-poetischen, wie Tagebucheinträge erscheinenden Notizen, verwandelt sie sich die Wirklichkeit dieser Ferne im Norden Südamerikas filmisch an. Sie widmet einem Ursprungsmythos der Wayuu ebenso große Aufmerksamkeit wie sie mit souveräner Neugier Alltagsmomente und Träume, befremdliche Rituale und gespenstische Begebenheiten in ihre Erzählung inkorporiert.

Irgendwann berichtet Kivistö von der Begegnung mit einem kleinen Jungen, der ihr einige Worte in seiner Sprache beibringt, während sie ihn umgekehrt finnische Vokabeln lehrt. Manche Bezeichnungen ähneln sich. Andere stehen einander beziehungslos gegenüber. Nur ein einziges Wort bedeutet auf Finnisch und in der Wayuu-Sprache das Gleiche: „Maa“. Es ist das Wort für Erde. Oder: das Land.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Next Masters Wettbewerb
My Secret Forest Niina Brandt

Lauri philosophiert gern, liebt den Wald und sucht eine Freundin. Alles nicht so einfach, wenn man Autist und auf eine Sprachdolmetscherin angewiesen ist. Fesselnd-unmittelbares Porträt.

My Secret Forest

Dokumentarfilm
Finnland
2016
56 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Niina Brandt, Saara Helene Murto
Niina Brandt
Splendid Laine
Niina Brandt, Jari Linjala
Tuula Mehtonen
Niina Brandt, Saara Helene Murto
Pinja Mustajoki
Im Wald fühle er sich wohl, mit seiner Sprachdolmetscherin an der Seite käme an diesem Ort das Chaos seiner Gedanken zum Erliegen. Dies tippt Lauri auf ein Papp-Buchstabenfeld – auf diese Weise gelingt es ihm, sein Innenleben sprachlich mit seinem Umfeld in Kontakt zu bringen. Der schlaksige, philosophiebegeisterte Junge ist Autist. Einer, der seiner Beeinträchtigung trotzt. Mit beeindruckendem Willen zu kommunizieren, sich auszudrücken, hat Lauri vor, ein Buch über seine besonderen Lebenserfahrungen zu schreiben. Sein Autismus setzt ihm immer wieder Grenzen und macht ihn abhängig von anderen Menschen. Für einen Pubertierenden bedeutet diese Distanz zwischen Wunsch und Wunscherfüllung sowie die verhinderte Eigenständigkeit eine Gefühlsachterbahn in doppeltem Sinne. Einbrüche in die lebenswichtige Regelmäßigkeit und erste hoffnungsvolle Schritte, etwa bei der Suche nach einer Freundin, liegen nahe beieinander.

In ihrem unnachgiebigen, einfühlsamen Porträt begleitet die finnische Regisseurin Niina Brandt ihren Protagonisten durch Momente der Freude und Wut, des Weltumarmens und Rückzugs. Von der fesselnden Unmittelbarkeit und bildlichen Nähe findet sie mühelos zu Lauris alltäglichem Umfeld. In den Fluss der Ereignisse sind kleine Ruheinseln gesetzt – schwebende Makroaufnahmen aus dem ruhigen Wald zeigen das beständig fortschreitende Leben zum Greifen nahe.

André Eckardt


Nominiert für Young Eyes Film Award

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