Filmarchiv

Duo de Volailles, Sauce Chasseur

Animationsfilm
Belgien,
Frankreich
2011
6 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

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Thrierry Zamparutti, Ambiances...asbl
Pascale Hecquet
Pierre Gillet
Pascale Hecquet
Pascale Hecquet
Valerie Capoen
Ein schwarzes und ein weißes Huhn sitzen in ihrem Wohnzimmer, als es an der Tür klingelt. Es ist der Fuchs mit angelegter Flinte – und einer Schwarz-Weiß-Schwäche.

It's a Dog's Life

Animationsfilm
Kanada,
Frankreich
2012
8 Minuten
Untertitel: 
englische

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Jacques-Rémy Girerd, FOLIMAGE STUDIO
Julie REMBAUVILLE, Nicolas BIANCO-LEVRIN
Adrien CHEVALIER
Sylvie LEONARD, Xavier CRUZ, Morten RIISBERG HANSEN
Hervé GUICHARD
Julie REMBAUVILLE, Nicolas BIANCO-LEVRIN
Loïc BURKHARDT
Essenszeit. Hündchen Fifi hüpft unter den Tisch, um zwischen Papa, Mama, Thomas und Zo die Zeitung zu lesen. Doch heute Abend ist die Atmosphäre geladen und die Lektüre wird empfindlich gestört.

Maria Magenta

Animationsfilm
Frankreich
2011
10 Minuten
Untertitel: 
englische

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Frédéric Pelle, Bianca Films
Orlanda Laforet
James Chance
Orlanda Laforet
Emilie Tcherkaschenko, Alexander Geifman, Tamara Procik
Orlanda Laforet
Matthieu Cochin
Wie jeden Dienstag fahren Francis und seine Tochter nach der Musikstunde durch den Wald. Francis erblickt Maria Magenta, eine verstörende Schönheit. Er hält an … Pedro Almodovar hätte am Rest der Geschichte seine Freude.
Internationales Programm 2012
No Harm Done Nadia El Fani, Alina Isabel Perèz

Eine tunesische Regisseurin, die den arabischen Frühling dokumentierte, im Kampf um ihr Leben: gegen den Krebs und gegen die Islamisten, die sie nun bedrohen. Voller Wut und Mut.

No Harm Done

Dokumentarfilm
Frankreich
2012
66 Minuten
Untertitel: 
englische

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Jan Vasak, K'ien Productions
Nadia El Fani, Alina Isabel Perèz
Die tunesische Regisseurin Nadia El Fani schreibt mit „No Harm Done“ ihren Film „Securalism – Inch’Allah“ fort, der letztes Jahr im Rahmen des Sonderprogrammes zur Arabischen Revolution in Leipzig zu sehen war. Zeichnete letzterer den Konflikt zwischen aufgeklärten und religiös-fundamentalistischen Kräften im nach-revolutionären Tunesien noch mit Humor und Hoffnung auf eine säkulare Verfassung, ist der Ton in „No Harm Done“ düsterer, die Haltung der Regisseurin entschieden radikaler geworden. Das mag auch mit ihrer persönlichen Geschichte zusammenhängen: ihrer Krebserkrankung, der Operation, der Chemotherapie auf der einen Seite, parallel dazu eine beispielslose Hetzkampagne der radikalen Islamisten Tunesiens gegen ihren Film, die in Morddrohungen gegen die Regisseurin in den sozialen Netzwerken gipfeln. Beides verbindet „No Harm Done“ über ein überwältigend schlichtes wie persönliches Bild: das der Zelle. Krebszellen, die ihren Körper angreifen; Salafisten-Zellen, islamistische Zellen, terroristische Zellen, die im Gesellschaftskörper wuchern und angreifen und vernichten, was anders ist. Das trifft, auch dies eine universelle Erfahrung, zuallererst die Künstler und Intellektuellen. Insofern liest sich der Titel des Films wie das trotziges Bekenntnis einer mutigen Frau und entschlossenen Regisseurin: kompromisslos für den Ungehorsam, die Vielfalt und die künstlerische Freiheit einzustehen. Dafür gebührt ihr unser Respekt und Dank.
– Matthias Heeder

Palmipedarium

Animationsfilm
Frankreich
2012
10 Minuten
Untertitel: 
keine

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Richard Van Den Boom, Papy3D Productions
Jérémy Clapin
François-Eudes Chanfrault
Jérémy Clapin
Jérémy Clapin
Alexis Artaud, Jérémy Clapin
Jérémy Clapin
Eric Lonni
Simon weiß viel über Enten. Sie machen Lärm, fliegen, schwimmen, manche rollen sogar. Manchmal ist es ein bisschen verwirrend und Simon verliert den Faden. Eine rätselhafte Begegnung zwischen einem Jungen und einem merkwürdigen Vogel.

Tea or Electricity

Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Marokko
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische

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Christian Martin
Jérome Colin, Jérôme le Maire
Matyas Veress
Jérôme le Maire
Jean-Luc Fichefet, Jérôme le Maire
Während man anderswo über alternative Energiekonzepte nachdenkt, gibt es im abgelegenen Atlas-Hochgebirge von Marokko überhaupt keinen Strom. Harte Arbeit, bittere Armut und ein tödlicher Husten bestimmen den Alltag des Clans. Kontakt mit der Außenwelt und Versorgung mit Lebensmitteln gibt es nur, wenn der kleine Pfad in das Dorf passierbar ist – denn eine Straße gibt es ebensowenig wie eine Schule. Da tauchen zwei Angestellte eines Energieunternehmens auf und versprechen, eine Stromleitung zu legen, die das Leben der Dörfler ändern würde …
Über drei Jahre folgt Jerôme le Maire dem abenteuerlichen und beschwerlichen Unterfangen: Wie alle Männer des Dorfes mit anpacken müssen, um den tonnenschweren Kompressor auf den Berg zu bekommen, wie die Teile per Esel angeliefert werden, die Dorfbewohner sich erst Ausweise in der Stadt besorgen müssen und die Schalter auf dem Berg schließlich angeknipst werden. Weil er genau hinsieht, gewinnt die tragikomische Erzählung den großen Atem vor allem aus dem, was die Ankunft der Moderne an Konflikten in der Dorfgemeinschaft freisetzt. Denn während die einen ihr Anwesen taghell erleuchten, reicht es bei anderen gerade für ein Funzellicht in der Hütte.
Die ersten bewegten Bilder, die aus dem neuen Fernsehgerät auf dem staubigen Dorfplatz ankommen – eine Reminiszenz an die Filmgeschichte – sind schließlich Botschaften einer strahlenden Konsumwelt. Man ahnt, wohin der Weg aus dem Mittelalter schnurstracks führen wird.
– Grit Lemke
Internationales Programm 2012
The Khmer Rouge and the Man of Non-Violence Bernard Mangiante

Der Prozess gegen Douch, unter Pol Pot verantwortlich für den Tod von 14.000 Menschen. Court-Room-Drama um menschliche Abgründe und die Frage der Allgemeingültigkeit von Recht.

The Khmer Rouge and the Man of Non-Violence

Dokumentarfilm
Kambodscha,
Frankreich
2011
87 Minuten
Untertitel: 
englische

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Serge Lalou, Les Films d'Ici
Bernard Mangiante
Mieczyslaw Weinberg
Bernard Mangiante
Catherine Gouze (Image)/ Bernard Mangiante/(son) Carole Verner
Bernard Mangiante
Bernard Mangiante
Phnom-Penh im Frühjahr 2009. Kaing Guek Eav, alias Duch, war zwischen 1976 und 1978 Leiter des Gefängnisses Tuol Sleng, bekannt und berüchtigt als S 21. Er ist Angeklagter vor dem internationalen Rote-Khmer-Tribunal, bei dem seine Schuld am Tod von 14.000 Gefangenen zur Verhandlung steht. Während der Vorbereitungen auf den Prozess durch den französischen Anwalt François Roux bekennt Duch seine Verantwortlichkeit, will sich schuldig erklären und um Vergebung bitten. Auf dieser Grundlage entwickelt der Verteidiger seine Strategie. Da die Verhandlung aber sowohl den Regeln des internationalen, als auch des nationalen kambodschanischen Rechts zu folgen hat, steht dem internationalen Verteidiger ein kambodschanischer Anwalt zur Seite, der seine Strategie gänzlich anders anlegt. Für diesen Verteidiger, Kar Savuth, spielen auch die Maßgaben der offiziellen kambodschanischen Politik eine wesentliche Rolle. Er plädiert auf Freispruch für seinen Mandanten und zieht generell die Zuständigkeit einer internationalen Gerichtsbarkeit in Zweifel. Mehrfach droht der Prozess zu platzen. Der Regisseur Bernard Mangiante verpflichtete sich in seinem Film zu absoluter stilistischer Sparsamkeit: er drehte ein konzentriertes Court-Room-Drama, das kaum einmal den Verhandlungssaal, die Flure oder Beratungsräume verlässt und dennoch menschliche Abgründe, die Banalität des Bösen und generelle Fragen nach der Interpretierbarkeit zivilisatorischer Grundwerte auf schwindelerregende Weise durchmisst.
– Ralph Eue

Virgin Tales

Dokumentarfilm
Deutschland,
Frankreich,
Schweiz
2012
87 Minuten
Untertitel: 
deutsche

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Mirjam von Arx, ican films gmbh
Mirjam von Arx
Adrian Frutiger
Kirsten Johnson, Claudia Raschke
Sabine Krayenbühl
Michèle Wannaz, Mirjam von Arx
Judy Karp, Tammy Davies
Bildung DOK Leipzig Logo

Altersempfehlung: ab 14 Jahren 
Klassenstufen: 9-13

Themen: Erwachsenwerden, Ethik, Familie, Individuum und Gesellschaft, Ideologie, Manipulation, Religion/ Religiosität 
Unterrichtsfächer: Gemeinschaftskunde/ Ethik, Politik, Englisch, Geschichte, Religion, Deutsch

Zum Inhalt

Jungfräulich in die Ehe! Das fordert die evangelikale Purity-Bewegung, die in den Vereinigten Staaten stark im Vormarsch ist. In den USA hat schon jedes achte Mädchen zwischen 8 und 18 ein Keuschheitsgelübde abgelegt. Mirjam von Arx wirft in ihrem Dokumentarfilm Virgin Tales einen staunenden Blick auf dieses Phänomen.

Im Mittelpunkt des Films steht die Familie Wilson, die in ganz Amerika als Vorreiter der Purity-Bewegung bekannt ist. Mit ihren sieben Kindern stehen die Wilsons stellvertretend für das puritanische, hochkonservative Amerika der Tea Party Bewegung, die mit missionarischem Eifer und ohne Pardon versucht, die Welt nach ihrem Bild zu formen – mit der Bibel in der Hand, aber ohne Darwin, ohne Sexualaufklärung und selbstverständlich ohne Sex vor der Ehe. Stattdessen füllen die pubertierenden Mädchen ihre Mitgifttruhen und tanzen in weißen Kleidern mit ihren Vätern auf speziell ausgerichteten Reinheitsbällen um große Holzkreuze. Die Jungen werden mit improvisierten Schwertern unter hochemotionalen Reden nicht zum Ritter, sondern zum Mann geschlagen und auf ihre Rolle als Führer von Familie und Nation eingestimmt.

Mirjam von Arx ist mit diesem Film ein dichtes Portrait einer ungewöhnlichen Familie und einer immer stärker werdenden Strömung in der amerikanischen Gesellschaft gelungen, deren Ideologie nicht nur den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf im Herbst 2012 prägen wird. Längst hat die Purity-Bewegung auch in Europa Fuß gefasst und die Verfechter konservativer Werte gewinnen mehr und mehr an Boden.

Mädchen in Weiß, die ein Kreuz umtanzen, bevor sie von ihren Vätern unter Tränen der Rührung den „Reinheitsring“ und die „Keuschheitstruhe“ empfangen, die auf „Reinheitstreffen“ über das „reine Warten“ und darüber, wie man beim Tee-Servieren züchtig den Ausschnitt bedeckt, referieren. Jungen, die in Ritterrüstung mit dem Schwert zum künftigen Führer des Landes und der Familie geschlagen werden. Weiße Rosen und die Bibel allenthalben. Was anmutet wie ein karnevalesker Mummenschanz, ist für 25 Prozent der amerikanischen Bevölkerung, Ernst, ja heilig. Über anderthalb Jahre begleitete Mirjam von Arx eine siebenköpfige Familie in Colorado Springs, dem Zentrum der Evangelikalen in den USA. Die Wilsons gelten als Aushängeschild der Bewegung, als besonders eifrige Verfechter, die die heute weltweit um sich greifende Tradition der „Keuschheitsbälle“ begründeten. Eine amerikanische Vorzeigefamilie, smart, adrett und alles andere als unsympathisch. Es ist das Verdienst des Films, seine Protagonisten nicht als Kuriosum auszustellen, sondern das Phänomen in seiner Komplexität, mit allen politisch-ideologischen Implikationen zu beleuchten. Denn das Pendant zur Jungfrau ist der Soldat, der GI. In Afghanistan kämpft er – im Einklang mit der keuschen Gattin zu Hause – für die „wahren“ Werte von Gott und Vaterland: gegen Sex vor der Ehe genauso wie gegen Anders-Farbige, Anders-Gläubige, Schwule, Demokraten etc. Selten war das Private so politisch. – Grit Lemke