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Keep Frozen Hulda Rós Guðnadóttir

An den Docks von Reykjavík entladen Arbeiter tiefgefrorenen Fisch: tonnenschwere Fracht im Akkord. Melancholische Bilder und Gabelstaplerballett über einen harten und gefährlichen Job.

Keep Frozen

Dokumentarfilm
2016
67 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Helga Rakel Rafnsdóttir
Hulda Rós Guðnadóttir
Joseph Marzolla, Prins Póló
Dennis Helm
Kristján Lodmfjörd
Hulda Rós Guðnadóttir, Helga Rakel Rafnsdóttir, Hinrik Þór Svavarsson
Huldar Freyr Arnarson
„Keep Frozen“ steht auf den Kisten, die die Hafenarbeiter an den Docks von Reykjavík aus den riesigen Trawlern hieven, auf Paletten verladen und zum Weitertransport verpacken. Und es beschreibt die Problematik: Sie müssen schnell sein, superschnell, denn tiefgefroren soll die Fracht bleiben, damit wir sie für möglichst wenig Geld aus unseren Supermarkt-Gefriertruhen angeln können. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Arbeitsbedingungen der Männer immer aberwitziger werden: immer kürzer die Zeiten, die für ein Schiff zur Verfügung stehen, immer schwerer (und meist jenseits der zulässigen 25 Kilo) die Kisten, die sie, oft in Doppelschichten, bei 35 Grad minus bewegen. Hart ist dieser Job, monoton und sehr gefährlich. Immer wieder kracht die Ladung aus den Seilen, verlieren Arbeiter dabei Gliedmaßen oder ihr Leben. Doch die Männer verstehen sich mit viel Selbstironie als „echte Kerle“ und agieren mit Akkuratesse in einer genau eingeübten Choreografie.

Hulda Rós Guðnadóttir, die als Kind selbst an den Docks gearbeitet hat, greift diese auf und erweitert die klassische Erzählung von der Schönheit und Härte der Arbeit um das inszenatorische Element des Gabelstaplerballetts. Der Film ist Teil eines mehrjährigen, groß angelegten Kunstprojekts, das unter Einbeziehung der Arbeiter entstand (und diese auch nach Leipzig führte). Beim nächsten Griff in die Kühltruhe wird man an sie denken müssen.

Grit Lemke


Nominiert für Healthy Workplaces Film Award

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