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Cities of Sleep Shaunak Sen

Schlaflos in Delhi: rastlose Suche nach Ruheplätzen unter Brücken und in Unterschlüpfen, die teuer und mafiös vermarktet werden. Science-Fiction-artige Dystopie in fiebrigen Bildern.

Cities of Sleep

Dokumentarfilm
2015
74 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Virender Kundu
Shaunak Sen
Ritwik De
Salim Khan, Shaunak Sen
Sreya Chatterjee, Shaunak Sen
Aman Mann, Sahil Dhingra
In keiner Charta der Welt ist Schlaf als Menschenrecht aufgelistet. Erst recht nicht in Delhi, einer Stadt, wo er ein kostbares Gut ist und Insomnie das Schicksal jener, die sich keinen nächtlichen Unterschlupf leisten können. Dabei geht es um das schlichte Überleben, denn in der Dunkelheit kommen die Moskitos, die das todbringende Denguefieber übertragen. „Cities of Sleep“ handelt von der rastlosen Suche nach einem Schlafplatz, ob unter einem Auto, einer Brücke oder in Baracken, die überfüllt und unsicher sind. Nacht für Nacht. Guter Schlaf hat seinen Preis.

Der Film übernimmt in seinen Rhythmus das unruhige Delirium der Schlaflosen, die „Dschinn“ genannt werden, weil sie wie Geister umherirren. Die Kamera folgt ihren endlosen Gängen, begleitet von den Demütigungen, die sie über sich ergehen lassen müssen. Von den Bildern geht etwas Fiebriges und Nervöses aus. Überall kauern Menschen, noch die kleinste Nische wird als Schutzraum genutzt, Lichter flackern, Geschäftigkeit überall. Es gibt keine Orientierung, alles verschmilzt zu einem Inferno aus Lärm und Dreck. Man wähnte sich in einem Science-Fiction-Film, wäre die Dystopie nicht schon längst Gegenwart.

Cornelia Klauß

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