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Internationales Programm
Oriented Jake Witzenfeld

Jung, cool und schwul: drei Palästinenser in Tel Aviv zwischen langen Partynächten und dem Kampf gegen Ausgrenzung in der eigenen Familie, in der arabischen Gesellschaft und in Israel.

Oriented

Dokumentarfilm
Israel
2015
83 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jake Witzenfeld, Yoav Birenfeld
Jake Witzenfeld
Tamir Muskat
David Stragmeister, Michael Miroshnik, Omar Sawalha
Nili Feller
Jake Witzenfeld
Aviv Aldema
Sie sind jung und lebenshungrig, haben studiert, ihr Lebensstil ist urban. Coole Jungs, die beweisen wollen, dass sie für eine neue Generation stehen. Khader, Fadi und Naeem haben zwar einen israelischen Pass, verstehen sich jedoch zuallererst als Palästinenser. Außerdem sind sie Vegetarier, Atheisten und Feministen. Und vor allem schwul. Während Naeem noch mit seinem Coming-out kämpft, ist Khader schon einen Schritt weiter. Sein Freund ist Israeli. Sie sind alle Outsider, das verbindet. Auch wenn sie in Tel Aviv in die Anonymität der langen Partynächte eintauchen können – die Realität holt sie immer wieder ein: die Familie, die sich abwendet, und Israelis, die Vorurteile gegen jeden Palästinenser, egal ob straight oder schwul, hegen. Der politische Konflikt überlagert alles.

Der Brite Jake Witzenfeld begleitet die drei Freunde über ein Jahr lang, um hinter die Coolness zu schauen. Er lässt sie posen, arrangiert Musik-Clips, wird Teil ihres Alltags, ist bei den Elternbesuchen dabei – und findet Momente, in denen die Utopie eines anderen Lebens möglich scheint. Zwischen all dem politisch-rassistischen Gebell und Gebrüll wirken die drei Freunde wie Lämmer.

---Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
The Lab Yotam Feldman

Der Palästina-Konflikt als Experimentierfeld der israelischen Rüstungsindustrie. Eine Untersuchung, die führenden Köpfen erschreckend nahekommt und tief in die Logik dahinter eindringt.

The Lab

Dokumentarfilm
Israel
2013
58 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Yoav Roeh, Serge Kestemont, Frank Eskenazi
Yotam Feldman
Gewehre, die um die Ecke schießen, sogenannte „Cornershots“, gehören zu den profitablen Spezialentwicklungen der israelischen Rüstungsindustrie. Von der Armee wurden sie bereits im Häuserkampf erprobt, bevor sie zu internationalen Verkaufsschlagern avancierten. Auffallend viele ehemalige Militärs steigen später ins Waffengeschäft ein. Sie liefern nicht nur die Kriegsgeräte, sondern auch gleich die praktische Erfahrung. Krieg als Experimentierfeld für die Rüstungsindustrie?
Israel ist inzwischen zum viertgrößten Waffenexporteur aufgestiegen. Regisseur Yotam Feldman will herausfinden, ob der Wohlstand in seinem Land, so ungleich er verteilt sein mag, trotz oder aufgrund militärischer Konflikte existiert. Also sucht er die auf, die es wissen müssen: die führenden Köpfe der todbringenden Industrie. Er ist dabei, wenn sie Diplomaten aus aller Welt empfangen und Rüstungsmessen besuchen. Wenn Militärphilosophen den Überbau erdenken und die brasilianische Polizei sich daran ein Vorbild nimmt. „The Lab“ ist ein im besten Sinne investigativer Film. Anders als etwa ein Michael Moore spielt Feldman nicht den Provokateur. Diese scheinbare Neutralität erlaubt es ihm, jenen Händlern und ihrer Logik wirklich erschreckend nahezukommen. Das dürfte auch für deutsche Staatsbürger aufschlussreich sein. Schließlich steht die Bundesrepublik auf Platz drei der weltweiten Rangliste.

Lars Meyer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.