Filmarchiv

Jahr

Camera Lucida 2024
Filmstill Among the Palms the Bomb, Or: Looking for Reflections in the Toxic Field of Plenty
Among the Palms the Bomb, Or: Looking for Reflections in the Toxic Field of Plenty Lukas Marxt, Vanja Smiljanić
Der Salton Sea, einstiges Atombomben-Testgelände kurz vor dem ökologischen Kollaps. Die wenigen Menschen, die hier noch leben, setzen sich für den Schutz des verlassenen Areals ein.
Filmstill Among the Palms the Bomb, Or: Looking for Reflections in the Toxic Field of Plenty

Among the Palms the Bomb, Or: Looking for Reflections in the Toxic Field of Plenty

Among the Palms the Bomb, Or: Looking for Reflections in the Toxic Field of Plenty
Lukas Marxt, Vanja Smiljanić
Camera Lucida 2024
Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland
2024
86 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Dort, wo der Sandstrand des Saltonsees, des größten Gewässers Kaliforniens, stärker zu knirschen beginnt, besteht er schon gar nicht mehr aus Sand: Millionen toter Fische, Pflanzen und Insekten stauen sich am Ufer und bilden eine höchst toxische Substanz. So erklärt es Derek, Mitglied eines Cahuilla-Stammes, der sich im 19. Jahrhundert vor einem versuchten Genozid an den Saltonsee retten konnte und sich nun als Schutzmacht des einst florierenden, doch zunehmend verlassenen Areals und seiner Verstoßenen versteht.
Derek ist einer der vielen Ortskundigen, an deren Fersen sich Lukas Marxt und Vanja Smiljanić mit großer Ruhe heften, um an ihrer Seite durch die desolaten Landschaften zu gleiten. Dabei lesen sie immer wieder Splitter atomarer Geschichte auf: Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebiet als Testgelände für die Bomben, die in Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Die Experimente setzten sich bis in den Kalten Krieg fort, noch heute trainiert dort das Militär. Seinen Start- und Schlusspunkt findet der Film zwei Bundesstaaten weiter entfernt: In Wendover, Utah, schickte man die atomaren Sprengkörper auf die Reise. Das örtliche Luftfahrtmuseum huldigt ihrer Entwicklung. Dort vollführt die Kamera einmal einen fast schwerelosen Tanz um ein Modell der Hiroshima-Bombe „Little Boy“ zu den Klängen des unverwüstlichen Weltkriegsklassikers „We’ll Meet Again“.

Felix Mende

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lukas Marxt, Vanja Smiljanić
Kamera
Lukas Marxt
Schnitt
Vanja Smiljanić, Lukas Marxt
Produktion
Lukas Marxt
Co-Produktion
Sonic Acts Biennial
Sound Design
Marcus Zilz
Musik
Jung An Tagen
Filmvertrieb
Gerald Weber
Camera Lucida 2025
Filmstill Little, Big, and Far
Little, Big, and Far Jem Cohen
Akademische Arbeit und Melancholie: Drei Wissenschaftler*innen teilen miteinander ihre Gedanken über Physik und Astronomie, die ungewisse Zukunft, den Klimawandel, Intimität und Einsamkeit.
Filmstill Little, Big, and Far

Little, Big, and Far

Little, Big, and Far
Jem Cohen
Camera Lucida 2025
Dokumentarfilm
Österreich,
USA
2025
122 Minuten
Deutsch,
Englisch
Untertitel: 
Deutsch, Englisch

Das neue Werk der US-Filmemacherlegende Jem Cohen ist wie ein seltsamer Cousin seines Klassikers „Museum Hours“. Verwandt als Essayfilm mit fiktionaler Struktur, geht es hier nicht um Kunst, sondern um Wissenschaft, nicht um eine solitäre Wiener Institution, sondern um ein Netzwerk von Instituten. Darin bewegen sich Karl, ein alternder österreichischer Astronom und Museumsberater, seine Frau Eleanor, Physikerin in den USA, sowie Karls ebenfalls in den Staaten lebende junge Freundin und Kollegin Sarah, Spezialgebiet „Bürgerwissenschaft“, die gerade vorsichtig eine neue Beziehung eingeht. Die drei tauschen sich auf faszinierend informative Weise aus – über ihre Fachdisziplinen, aber auch über die interdisziplinäre Melancholie, die sie bei der akademischen Arbeit befällt, ob sie nun mit Politik, Klimawandel, Zukunftsangst, Einsamkeit oder Intimität zu tun hat.
Cohen hält sie mit der Kamera fest, erlaubt sich aber auch seine typischen erbaulichen Abschweifungen. Er folgt den Off-Stimmen durch Museums- und Ausstellungsräume, bleibt mit dem Blick an Himmelskörpern und wissenschaftlichem Gerät, an Straßen, Ozeanen und Landschaften hängen. Erfüllt von Wissens- wie von Herzensneugier, sammelt er: winzige Fragmente, gewaltige Entdeckungen, unendlich weite Sterne. Die Unermesslichkeit der Welt ist unmöglich zu erfassen. Aber man kann ihre Dimensionen entwirren: das Kleine, das Große und das weit Entfernte.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jem Cohen
Buch
Jem Cohen
Kamera
Jem Cohen
Schnitt
Jem Cohen
Produktion
Paolo Calamita, Jem Cohen
Ton
Jem Cohen, Leslie Shatz