Filmarchiv

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Camera Lucida 2025
Filmstill Little, Big, and Far
Little, Big, and Far Jem Cohen
Akademische Arbeit und Melancholie: Drei Wissenschaftler*innen teilen miteinander ihre Gedanken über Physik und Astronomie, die ungewisse Zukunft, den Klimawandel, Intimität und Einsamkeit.
Filmstill Little, Big, and Far

Little, Big, and Far

Little, Big, and Far
Jem Cohen
Camera Lucida 2025
Dokumentarfilm
Österreich,
USA
2025
122 Minuten
Deutsch,
Englisch
Untertitel: 
Deutsch, Englisch

Das neue Werk der US-Filmemacherlegende Jem Cohen ist wie ein seltsamer Cousin seines Klassikers „Museum Hours“. Verwandt als Essayfilm mit fiktionaler Struktur, geht es hier nicht um Kunst, sondern um Wissenschaft, nicht um eine solitäre Wiener Institution, sondern um ein Netzwerk von Instituten. Darin bewegen sich Karl, ein alternder österreichischer Astronom und Museumsberater, seine Frau Eleanor, Physikerin in den USA, sowie Karls ebenfalls in den Staaten lebende junge Freundin und Kollegin Sarah, Spezialgebiet „Bürgerwissenschaft“, die gerade vorsichtig eine neue Beziehung eingeht. Die drei tauschen sich auf faszinierend informative Weise aus – über ihre Fachdisziplinen, aber auch über die interdisziplinäre Melancholie, die sie bei der akademischen Arbeit befällt, ob sie nun mit Politik, Klimawandel, Zukunftsangst, Einsamkeit oder Intimität zu tun hat.
Cohen hält sie mit der Kamera fest, erlaubt sich aber auch seine typischen erbaulichen Abschweifungen. Er folgt den Off-Stimmen durch Museums- und Ausstellungsräume, bleibt mit dem Blick an Himmelskörpern und wissenschaftlichem Gerät, an Straßen, Ozeanen und Landschaften hängen. Erfüllt von Wissens- wie von Herzensneugier, sammelt er: winzige Fragmente, gewaltige Entdeckungen, unendlich weite Sterne. Die Unermesslichkeit der Welt ist unmöglich zu erfassen. Aber man kann ihre Dimensionen entwirren: das Kleine, das Große und das weit Entfernte.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jem Cohen
Buch
Jem Cohen
Kamera
Jem Cohen
Schnitt
Jem Cohen
Produktion
Paolo Calamita, Jem Cohen
Ton
Jem Cohen, Leslie Shatz
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Filmstill The Last Buffalo Hunt
The Last Buffalo Hunt Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Eine Untersuchung der verschiedenen Einflüsse, die das Leben in den Henry Mountains in Utah geprägt haben, der Heimat einer der letzten Bisonherden in den USA, die bis heute gejagt werden.
Filmstill The Last Buffalo Hunt

The Last Buffalo Hunt

The Last Buffalo Hunt
Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Dokumentarfilm
USA
2011
76 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

In ihrem zweiten Langfilm verlässt Lee Anne Schmitt Kalifornien Richtung Utah und geht den disparaten Gründen für das sich wandelnde Leben in den Henry Mountains nach. Dort ist eine der letzten verbliebenen Büffelherden des Landes zu Hause, genau wie die Büffeljagd. Stärker beobachtend als in den meisten ihrer Arbeiten, bleiben Schmitt und ihre bewegliche Kamera dicht an den Alltagsrhythmen der modernen Cowboys, die diese mittlerweile touristischen Jagden organisieren. Die Bilder von Büffeln, die aus nächster Nähe erschossen, ausgeweidet oder ausgestopft werden, sprechen für sich, ebenso wie die endlosen Landschaften, die hartnäckige Ikonografie des alten Wilden Westens und der im Off erzählte Native American Dream: die unmögliche Rückkehr in ein Land, das nie wieder leer sein wird.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Kamera
Lee Anne Schmitt
Schnitt
Lee Anne Schmitt
Produktion
Lee Anne Schmitt