Filmarchiv

Jahr

Filmstill Flophouse America

Flophouse America

Flophouse America
Monica Strømdahl
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Norwegen,
Niederlande,
USA
2025
78 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Der zwölfjährige Mikal wohnt mit Vater Jason, Mutter Tonya und Katze Smokey auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Hotelzimmer. In sogenannten „Flophouses“ finden all jene Platz, die sich der radikalen Ungleichheit des US-Wohnungsmarktes nicht entziehen können und ein Leben am Rande der Gesellschaft führen müssen. Die wenigen Quadratmeter sind gleichzeitig Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche, abgewaschen wird in der Badewanne. Nichts als ein dünner Vorhang trennt Mikals „Reich“ vom Bett der Eltern, und Ausflucht aus der häuslichen Enge bieten lediglich die einsamen Hotelgänge und der Getränkeautomat in der Lobby. Doch nicht nur die prekäre Wohnsituation, sondern auch der Alkoholmissbrauch seiner Mutter stellt das familiäre Zusammenleben auf die Probe.
Trotz all dieser schwierigen Umstände werden Momente der Liebe, der Zuneigung und des Träumens sichtbar. Schon fast harmonisch wirkt es, wenn Vater und Sohn nach einem heftigen Streit, gemeinsam an der Badewanne kniend, einen Berg an Geschirr spülen und dabei scherzhaft die Kommandosprache einer Großküche annehmen. Solche Ambivalenzen fängt Regisseurin Monica Strømdahl in ihrer über drei Jahre andauernden Observation in fragilen und intimen Bildern ein, deren Unmittelbarkeit zu jeder Zeit spürbar ist.

Philipp Hechtfisch

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Monica Strømdahl
Buch
Monica Strømdahl, Siv Lamark
Kamera
Monica Strømdahl
Schnitt
Siv Lamark
Produktion
Beathe Hofseth, Siri Natvik
Co-Produktion
Eline van Wees
Sound Design
Mark Glynne, Olmo van Straalen
Musik
Andreas Ihlebæk, Marius Troy
Filmvertrieb
Raluca Iacob