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Doc Alliance Award 2025
Filmstill Fear Nothing
Fear Nothing Tuva Björk
Eine düstere und gleichzeitig unfreiwillig komische Reise in die Welt der Security Services in Südafrika. Hier gibt es weit mehr private Sicherheitsleute als Polizisten und Soldaten zusammen.
Filmstill Fear Nothing

Fear Nothing

Fear fokol
Tuva Björk
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Schweden
2025
15 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

„Fokol“ bedeutet auf Afrikaans so viel wie „nichts“, und es ist ein Versprechen der Sicherheitsfirmen in Südafrika, dass es mit ihrem Service nichts mehr zu befürchten gibt – fear fokol. In Südafrika gibt es weit mehr private Sicherheitsleute als Polizist*innen und Soldat*innen zusammen. Tuva Björk begibt sich hier auf eine düstere, gleichzeitig unfreiwillig unterhaltsame Reise in die Welt der nicht staatlichen Wachdienste, in der die Illusion von Schutz in diesem angespannten Klima von Ungleichheit, Angst und krisengeschüttelter Männlichkeit eine harte Währung ist. Björk beobachtet nicht frei von voyeuristischer Neugier und lässt die Security-Angestellten unbekümmert erzählen – die Absurdität ihrer Arbeit wird ganz von allein offengelegt. Die hohe Nachfrage nach privatem Schutz in Ländern mit großer sozialer Ungleichheit wie Südafrika treibt eine Industrie an, die immer neue unverzichtbare Produkte, Gadgets und Services erfindet. Aufgebaut auf dem Versagen der öffentlichen Behörden und angefeuert durch die erbarmungslose Vermarktung des Misstrauens gegenüber dem „Anderen“ löst sich die Illusion von Sicherheit langsam auf.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Tuva Björk
Kamera
Sally Jacobsson
Schnitt
Neil Wigardt, Tuva Björk
Produktion
Dennis Harvey
Ton
Rasmus Richter
Sound Design
David Gülich
Musik
Sanele Ngubane
Media Name: 01774443-e71c-4d44-bb1f-8fd4360ed192.jpg

Flee

Flugt
Jonas Poher Rasmussen
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Dokumentarfilm
Dänemark,
Frankreich,
Schweden,
Norwegen
2021
86 Minuten
Dänisch,
dari,
Russisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Amin konnte viele Jahre nicht über seine Fluchterfahrung sprechen. Erst jetzt findet er den Mut und öffnet sich seinem Schulfreund, dem Filmemacher Jonas Poher Rasmussen. Seit seiner frühesten Kindheit war Amins Leben geprägt von politischen Unruhen in seinem Geburtsland Afghanistan und bald auch vom Erwachsenwerden ohne ein stetes Zuhause. Seine schmerzhaften Erinnerungen werden in eindrücklichen Animationen dargestellt und mit dokumentarischem Material verwoben.

Dass eine Flucht nicht von Punkt A nach Punkt B verläuft und dann einfach endet, ist keine neue Erkenntnis. Wie steinig und verworren es sich tatsächlich gestaltet, zeigt sich an Amins Geschichte, die von Afghanistan über Russland, Estland und einige andere Stationen nach Dänemark führt. Erst als sein Leben mit bevorstehender Hochzeit und guter Karriere in sicheren Bahnen verläuft, findet er die Kraft zu berichten, was er durchmachen musste, um heute dort zu sein, wo er ist. In einem fast psychoanalytisch anmutenden Setting erzählt der Protagonist – im Liegen – von seiner Vergangenheit. Die Narration bewegt sich spiralförmig zwischen Damals und Heute und ermöglicht immer wieder Atempausen zwischen den traumatischen Eindrücken, die durch ergreifende Animationen fast körperlich spürbar werden. Nicht von ungefähr kommt, dass „Flee“ bereits mehrfach preisgekrönt ist und schon jetzt als ein „instant classic“ gilt.
Kim Busch

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jonas Poher Rasmussen
Buch
Jonas Poher Rasmussen, Amin
Schnitt
Janus Billeskov Jansen
Produktion
Monica Hellström, Charlotte De La Gournerie, Signe Byrge Sørensen
Musik
Uno Helmerson
Animation
Kenneth Ladekjær
Filmvertrieb
Shoshi Korman