Filmarchiv

Animation Perspectives 2024
Filmstill Families’ Albums
Families’ Albums Moïa Jobin-Paré
Die Fotoalben anderer Familien bewahren ganz besondere Geheimnisse. Die Arme und Hände von unbekannten Großeltern, Tanten und Freund*innen führen ein geisterhaftes Gebärdenspiel auf.
Filmstill Families’ Albums

Families’ Albums

Albums de familles
Moïa Jobin-Paré
Animation Perspectives 2024
Animationsfilm
Kanada
2023
8 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Gefundene private Fotoalben: So konkret wie die darin enthaltenen Bilder etwas zeigen, so abstrakt bleiben die Zusammenhänge zwischen ihnen. Die Großeltern, Tanten und Kinder in diesem Film blicken nicht aus dem Album und der Vergangenheit heraus zu den Betrachtenden im Jetzt, sondern in die rätselhafte Tiefe eines Hausflurs oder die Weite einer Bucht. Poetische Interpretationsräume tun sich auf.

André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Moïa Jobin-Paré
Buch
Moïa Jobin-Paré
Kamera
Moïa Jobin-Paré
Schnitt
Moïa Jobin-Paré
Produktion
Moïa Jobin-Paré
Ton
Moïa Jobin-Paré
Sound Design
Moïa Jobin-Paré
Animation
Moïa Jobin-Paré
Filmvertrieb
Serge Abiaad
Retrospektive 2024
Filmstill Color Test. The Red Flag
Farbtest. Die Rote Fahne Gerd Conradt
Er trägt eine Fahne, und diese Fahne ist rot: 1968 beteiligt sich Holger Meins in Westberlin an diesem studentischen Fahnenlauf, 1970 schließt er sich der RAF an und taucht unter.
Filmstill Color Test. The Red Flag

Farbtest. Die Rote Fahne

Farbtest. Die Rote Fahne
Gerd Conradt
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1968
13 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Eine Übung zum Thema „Farbe“ in der Klasse von Michael Ballhaus an der DFFB in Westberlin schrieb Kino- und Subversionsgeschichte. Im Rückblick avanciert die Miniatur ohne Ton zum gehetzten Dokument einer Aufbruchsbewegung, die verbrecherische Kräfte entwickeln sollte. Fünf Jahre nach JFKs Blockbindungsbekenntnis „Ich bin ein Berliner“, kurz nach der Ermordung von Benno Ohnesorg, wenige Monate vor dem Attentat auf Rudi Dutschke wurde am 18. Januar 1968 gedreht. Regisseur in Ausbildung Gerd Conradt sowie vierzehn Kommilitonen und Freunde veranstalteten einen Staffellauf aufs Rathaus Schöneberg, um dort die rote Fahne zu hissen. Schlussläufer ist Kamera-Student Holger Meins, später Terrorist der Rote Armee Fraktion, der sich 1974 in der Justizvollzugsanstalt Wittlich zu Tode hungerte.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gerd Conradt
Kamera
Charles Völsen
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Filmstill The Festival Was Everywhere
Festival war überall collective
Unter Beteiligung mehrerer Betriebs- und Amateurfilmgruppen wird der Abstecher von Delegationen aus 40 Ländern nach Leipzig anlässlich der 10. Weltjugendspiele in Berlin begleitet.
Filmstill The Festival Was Everywhere

Festival war überall

Festival war überall
collective
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Dokumentarfilm
DDR
1973
12 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Bei den 10. Weltjugendspielen ist die Welt zu Gast in Ostberlin. Ein Abglanz fällt auch auf die heimliche Hauptstadt der DDR: Leipzig. Am 3. August 1973 machen Festivaldelegationen aus vierzig Ländern per Sonderzug einen Abstecher in die Messestadt. Zwischen den offiziellen Programmpunkten ist Raum für zweideutige Seitenblicke, eingefangen in diesem Tagesbericht mehrerer Leipziger Betriebs- und Amateurfilmgruppen.

Konstantin Wiesinger

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Regie
collective
Produktion
Pionierfilmstudio Haus der Jungen Pioniere “Georg Schwarz” Leipzig, Ensemble “Deutsch-Sowjetische Freundschaft” Leipzig, Club Leipziger Filmamateure, VEB Verlade- und Transportanlagen Leipzig, VEB Spezialbaukombinat Leipzig
Kids DOK 2024
Filmstill Filante
Filante Marion Jamault
Jede Nacht beobachtet Paulette die gleiche Sternschnuppe am Himmel. In dem Wunsch, ihre verschwundene Hausratte zu finden, erfährt sie, dass die Sternschnuppe ihr tatsächlich helfen kann.
Filmstill Filante

Filante

Filante
Marion Jamault
Kids DOK 2024
Animationsfilm
Frankreich
2024
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Jede Nacht steht Paulette auf dem Ausguck ihres Leuchtturms und beobachtet die immer gleiche Sternschnuppe. Ihre Hausratte ist auf rätselhafte Weise verschwunden. Also schickt sie ihren Wunsch auf ein Wiedersehen in den Nachthimmel. Der vermeintliche Himmelskörper entpuppt sich als Fledermaus mit einer Vorliebe für Glitzer. Sie hilft Paulette bei der Suche. Ein magisch-fantastisches Märchen mit Happy End.

Lina Dinkla

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Regie
Marion Jamault
Buch
Marion Jamault
Kamera
Marion Jamault
Schnitt
Marion Jamault
Produktion
Lisa Verhaverbeke, Marin Dalmier
Ton
Antoine Martin, Lucien Richardson
Sound Design
Antoine Martin
Musik
CHAMAYE
Animation
Susie-Lou Chetcuti, Marion Jamault, Chloë Soudat
Filmvertrieb
Annabel Sebag
DOK Neuland 2024
Filmstill Finally Me
Finally Me Marcio Sal
Die animierte VR-Erfahrung dreht sich um Mr. Saul, einem alternden Mann, der in einem Bordell arbeitet und ein großes Geheimnis verbirgt. Eine mit Musik unterlegte Reise zu Selbstakzeptanz.
2023
Filmstill Finally Me

Finally Me

Finalmente eu
Marcio Sal
DOK Neuland 2024
XR
Brasilien
2023
20 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Eine Reise zur Selbstbejahung, erfüllt von Musik. In dieser VR-Erfahrung begegnen wir Herrn Saul, einem alternden Mann, der in einem Bordell arbeitet und ein großes Geheimnis verbirgt. Durch Samba, Karneval und ein bisschen Freundlichkeit lernt er, sich selbst anzunehmen. „Finally Me“ wurde feinfühlig von Marcio Sal animiert, der Herrn Saul mit seiner eigenen Stimme und seinen eigenen Bewegungen Leben einhaucht.

Dana Melaver

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Regie
Marcio Sal
Produktion
Marcio Sal, Eduardo Calvet, Felipe Haurelhuk
Produktionsfirma
Ideograph
Filmstill Flowers of Ukraine

Flowers of Ukraine

Kwiaty Ukrainy
Adelina Borets
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Polen,
Ukraine
2024
70 Minuten
Ukrainisch
Untertitel: 
Englisch

Umgeben von Hochhäusern, hat Natalia sich ihr gar nicht mal so kleines Paradies geschaffen: Ziegen laufen frei herum, Stauden und Obstbäume blühen, die Hühner legen fleißig Eier. Wiederholte Versuche, ihr die Fläche abzukaufen, werden von Natalia brüsk verlacht. Und auch, als im winterlichen Februar 2022 Stadt und Land von Russland angegriffen werden, bewahrt sie sich eine scheinbar sorglose Widerständigkeit: Während nachts ringsherum alle Lichter ausgehen, leuchtet Natalias Haus warm und behaglich. Lediglich Kitty, mit dem sie zusammenlebt, äußert Bedenken, kümmert sich um seine Flucht aus der Ukraine und zeigt prophylaktisch, wo es im Falle eines Bombenangriffs am sichersten wäre.
Adelina Borets’ Porträt einer Unbestechlichen findet seinen ganz eigenen Tonfall, zeigt einen einfachen Alltag über die Jahreszeiten hinweg, der sich trotz schlimmer werdender Lage selbstbestimmt und lebensfroh präsentiert. Borets nimmt Natalias Art dabei wie selbstverständlich auf, schenkt ihr Raum. Die Dimension des Krieges erschließt sich schrittweise, in Natalias eigenem Tempo, sowie durch geschickte Schnitte und Schwenks. „Flowers of Ukraine“ ist ein Film über eine Katastrophe. Aber er ist genauso ein Liebeslied an das Leben – und eingeweckte Tomaten.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Adelina Borets
Buch
Adelina Borets, Marta Molfar, Glib Lukianets
Kamera
Bohdan Rozumnyi, Bohdan Borysenko
Schnitt
Agata Cierniak, Mateusz Wojtynski, Ganna Iaroshevych
Produktion
Natalia Grzegorzek, Glib Lukianets
Co-Produktion
Jedrzej Sablinski, Rafal Golis
Ton
Denys Kashchei
Sound Design
Oleg Kulchytskyi, Volodymyr Dubas
Nominiert für: FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury, Filmpreis Leipziger Ring, Silberne Taube, MDR-Filmpreis
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Filmstill Fluid Lagos
Fluid Lagos Justine Chima Unanka, Kamnelechukwu Obasi, Kenneth “Laboomz” Donatus, Lateefah Mayaki, Morola Odufuwa, Nora Mandray, Peace Olatunji “Dopay”, Ramon Shitta, Uwana Anthony “Churchy”, Wami Aluko
Das Fluid Lagos Collective erkundet, was Wasser für sie und die Stadt bedeutet: durch den Blick eines Bootsführers, seines Passagiers und durch Körper aus Wasser – mal stockend, mal im Fluss.
Filmstill Fluid Lagos

Fluid Lagos

Fluid Lagos
Justine Chima Unanka, Kamnelechukwu Obasi, Kenneth “Laboomz” Donatus, Lateefah Mayaki, Morola Odufuwa, Nora Mandray, Peace Olatunji “Dopay”, Ramon Shitta, Uwana Anthony “Churchy”, Wami Aluko
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Nigeria
2024
11 Minuten
Englisch,
Yoruba
Untertitel: 
Englisch

In drei Kapiteln führt uns der Film durch die nigerianische Megacity Lagos und erkundet ihre fließenden Seiten. Den Anfang macht Bootsführer Osan, konstant in Bewegung, balancierend auf seiner Wasserstraße. In Splitscreens betrachten wir den menschlichen Körper als Gefäß, das Wasser enthält. Dann lassen wir uns durch den strömenden Verkehr zum Markt von Lagos chauffieren und vollführen schließlich über den Dächern der Stadt einen Wassertanz. Dazwischen immer wieder kurze Handyvideos eines jungen Mannes am Tarkwa Bay Beach: Die Wellen sind gut, die Sonne scheint. Möge das Wasser uns segnen!
„Fluid Lagos“ entstand in drei kollektiven Workshops, die von der Filmemacherin Nora Mandray konzipiert und moderiert wurden. Inspiriert von dokumentarischen Praktiken, erarbeiteten die Teilnehmer*innen eine hybride filmische Form, in der sich ihre verschiedenen Stimmen und Perspektiven verbinden, um vom Wasser, von einem Ort und dessen Lebensadern zu erzählen.

Seggen Mikael

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Justine Chima Unanka, Kamnelechukwu Obasi, Kenneth “Laboomz” Donatus, Lateefah Mayaki, Morola Odufuwa, Nora Mandray, Peace Olatunji “Dopay”, Ramon Shitta, Uwana Anthony “Churchy”, Wami Aluko
Produktionsfirma
Fluid Lagos Collective
Kids DOK 2024
Filmstill Freeride in C
Freeride in C Edmunds Jansons
In der weißen Stille der Berge wird Wintersport gemacht – in Blau und Rot. Experimentell-abstrakt lassen sich Slalom, Sessellift und das ganze Skifahrvergnügen gut gelaunt entdecken.
Filmstill Freeride in C

Freeride in C

Freeride in C
Edmunds Jansons
Kids DOK 2024
Animationsfilm
Lettland
2024
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Ein mitreißender Kurzfilm vom renommierten lettischen Animationskünstler und Kinderbuchillustrator Edmunds Jansons. Wintersportler*innen flitzen in ihren roten und blauen Skianzügen über die Pisten. Im schnellen Takt einer elektronischen Musikkomposition geht es vom Schlangestehen beim Einstieg in den Lift bis zur wilden Abfahrt. Das ganze Skifahrvergnügen, gut gelaunt und mit Hintersinn gezeichnet.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Edmunds Jansons
Buch
Edmunds Jansons
Schnitt
Edmunds Jansons
Produktion
Sabine Andersone
Ton
Ģirts Bišs
Musik
Terry Riley
Animation
Edmunds Jansons, Mārtiņš Dūmiņš
Filmvertrieb
Wouter Jansen
Retrospektive 2024
Filmstill For the Palestinians
Für die Palästinenser Edna Politi
1974, palästinensischer Alltag in Israel und im Westjordanland, wirtschaftliche und politische Ohnmacht – dokumentiert von einer Israelin, die überzeugen will: von der dringenden Notwendigkeit des Dialogs.
Filmstill For the Palestinians

Für die Palästinenser

Für die Palästinenser
Edna Politi
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1973
85 Minuten
Arabisch,
Deutsch,
Hebräisch
Untertitel: 
Deutsch (Overvoice), Deutsch

Worte des Dichters Mahmoud Darwisch eröffnen diesen Film: „Ich hasse niemanden, ich raube niemanden, aber wenn ich verhungere, esse ich das Fleisch meiner Mörder. Hüte dich, hüte dich also vor meinem Hunger, hüte dich vor meinem Zorn.“ Dann kommt der Titel, dann der Untertitel: „Eine Israelin erzählt“. Sie heißt Edna Politi, wurde im Libanon geboren, emigrierte nach Israel und wurde 1971 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Westberlin aufgenommen. Politis Studienarbeit klärt auf: Woher kommt die palästinensische Wut, die Verzweiflung? Sachlich und sorgfältig trägt sie Alltagsanschauungen, Zahlen und Fakten zusammen, um auf die Mechanismen der wirtschaftlichen und politischen Entrechtung des palästinensischen Volkes aufmerksam zu machen. Sie will überzeugen, nicht überreden.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Edna Politi
Buch
Edna Politi
Kamera
Edna Politi
Schnitt
Edna Politi
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Ton
Gad Freudenthal
Musik
Mohammed Askari