Filmarchiv

DOK Neuland 2024
Filmstill Reconstruction Home
Reconstruction Home Antonia Nestler
Ein im Krieg zerstörtes Zuhause in Syrien wird durch AR und die Erinnerungen der einstigen Bewohner wieder aufgebaut. Eine Reflexion über das Gefühl von Heimat und dessen Verlust.
Filmstill Reconstruction Home

Reconstruction Home

Reconstruction Home
Antonia Nestler
DOK Neuland 2024
XR
Deutschland
2024
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Deutsch, Englisch

Ein Zuhause, kaputt und zerschossen, wird als weißes Modell nachgebaut und mit Augmented-Reality-Mitteln wiederbelebt. Zwei syrische Geflüchtete tragen Details aus dem Gedächtnis zusammen. Sie und die Kraft der Animation helfen beim Wiederaufbau. Dieses Projekt nimmt direkt Bezug auf den Krieg in Syrien, das Modell steht jedoch für etwas Universelles: für die Schrecken jedes Krieges, aber auch für die Macht der Erinnerung.

Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Antonia Nestler
Ton
Andreea Cristina
Produktionsfirma
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
AR Entwicklung
Luca Paganelli, Andreea Cristina
Konzept
Antonia Nestler
Retrospektive 2024
Filmstill Refrain
Refrain Krzysztof Kieślowski
Selbst im Tod wird man die Bürokratie nicht los! Im Tagesgeschäft eines Warschauer Bestattungsinstituts versinkt die Trauer in Papierkram, Routine und Trivialität.
Filmstill Refrain

Refrain

Refren
Krzysztof Kieślowski
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
Polen
1972
11 Minuten
Polnisch
Untertitel: 
Englisch

Von Krzysztof Kieślowski wird behauptet, er habe sich nicht als politischen Filmemacher verstanden. Mindestens dieser frühe Dokumentarfilm erlaubt, das zu bezweifeln, denn er erzählt vom kalten Würgegriff der Bürokratie. Schauplatz ist ein städtisches Bestattungsinstitut in Warschau. Telefonate werden geführt, Dokumente geprüft und gestempelt. Der Betrieb läuft wie geschmiert, von der Wiege bis zur Bahre.
Leipzig hielt selbstverständlich Verbindungen zu älteren polnischen Dokumentaristen wie Jerzy Bossak, auch nach dessen Übersiedlung nach Dänemark. Dass Kieślowski und andere namhafte polnische Filmkünstler seiner Generation in der Programmauswahl vor 1990 nicht auftauchten, passt in das hier entworfene Bild vom Leben, das in Kleinlichkeit vergeht. Es ging wohl um Animositäten mit dem Festival in Krakau.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Krzysztof Kieślowski
Kamera
Witold Stok
Schnitt
Maryla Czolnik
Produktion
Wytwórnia Filmów Dokumentalnych
Ton
Michał Żarnecki, Małgorzata Jaworska
Animation Perspectives 2024
Filmstill Remous
Remous Moïa Jobin-Paré
Der Film nimmt die Wellenbewegungen der unsteten Komposition von Jacques Hétu auf, verdreht die Perspektiven und lässt einzelne Klänge als kurze Lichtreflektionen im Dunklen schillern.
Filmstill Remous

Remous

Remous
Moïa Jobin-Paré
Animation Perspectives 2024
Animationsfilm
Kanada
2022
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Abstrahierend-organische Zeichnungen, wandernde Wolkenherden und aufbrausendes Meer geben dem Klavierstück „Impromptu opus 70“ einen visuellen Körper, der sich einer festen Form, eines Innehaltens verweigert. „Remous“ nimmt die Wellenbewegungen der unsteten Komposition von Jacques Hétu auf, verdreht die Perspektiven und lässt einzelne Klänge als kurze Lichtreflektionen auf den Oberflächen tiefen Dunkels schillern.

André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Moïa Jobin-Paré
Schnitt
Moïa Jobin-Paré
Musik
Jacques Hétu
Animation
Moïa Jobin-Paré
Retrospektive 2024
Filmstill Report
Report Volker “Via” Lewandowsky
Eine Collage über die laszive Trägheit der Macht, voller Anspielungen auf das faulende Römische Reich. Aus dem DDR-Untergrund war der Verfall der weltordnenden Systeme 1987 schon zu riechen.
Filmstill Report

Report

Report
Volker “Via” Lewandowsky
Retrospektive 2024
Experimentalfilm
DDR
1987
7 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Die DDR machte sich ein Bild von ihren alltags- und prinzipienfesten Menschen, das sie in „ihrer“ Kunst gespiegelt sehen wollte. Der Dresdener Künstler Volker, genannt Via Lewandowsky entzog sich der Gefalllust des DDR-Kunstbetriebs und spiegelte dem ihm vorgesetzten Staat etwas anderes zurück: die Trägheit des Fleisches, die Gefräßigkeit der angeblich weltordnenden Systeme. Dieser Super-8-Film aus der späten Deutschen Demokratischen Subkultur reibt sich an Heiner Müllers Bühnentext „Anatomie Titus Fall of Rome Ein Shakespearekommentar“. Das Manuskript wurde 1986 im Ostberliner Henschelverlag unter folgender Auflage (halb-)veröffentlicht: „Wird das Stück nicht zur Aufführung angenommen, so ist das Buch umgehend zurückzusenden […]“. Noch vor dem Mauerfall reiste Lewandowsky 1989 nach Westberlin aus.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Volker “Via” Lewandowsky
Filmstill Rostov – Luanda

Rostov – Luanda

Rostov – Luanda
Abderrahmane Sissako
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
Angola,
Frankreich,
Mauretanien,
Deutschland
1997
58 Minuten
Französisch,
Portugiesisch (Portugal)
Untertitel: 
Deutsch

1980 begegnet der malisch-mauretanische Stipendiat Abderrahmane Sissako auf einer Zugfahrt nach Rostow am Don dem ebenfalls in die UdSSR entsandten Angolaner Afonso Baribanga. Beide sollen Russisch lernen. Sissako studiert Filmregie am WGIK in Moskau, Baribanga schlägt einen anderen beruflichen Weg ein und geht schließlich zurück nach Angola, wo ein postkolonialer Bürgerkrieg tobt. Jahre später macht sich Sissako auf die Suche nach dem von der Bildfläche verschwundenen Freund, bereist seine und Baribangas afrikanische Heimaten, in denen die alten und neuen Weltmächte verheerende Spuren hinterließen. 1997 präsentierte DOK Leipzig die Langfassung von Sissakos zeit- und kolonialgeschichtshaltigem Travelogue in einer Nebensektion. Die Retrospektive 2024 zeigt eine kürzere Schnittfassung.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Abderrahmane Sissako
Buch
Abderrahmane Sissako
Kamera
Jacques Besse
Schnitt
Claudio Martinez
Produktion
Movimento Production, ZDF Das kleine Fernsehspiel
Ton
Jean-Jacques Quintet, Paolo de Jesus
Filmstill The Role

The Role

The Role
Paolo Chianta
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
UK
2023
5 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Krakelige Kugelschreiberlinien auf weißem Papier. Alles wirkt wie eine eilig hingeworfene Kritzelei – eher eine Ideenskizze denn ein fertiger Film, womöglich nur ein schnelles Storyboard. Die ruckelig verbundenen Bilder zeigen einen Imbiss, irgendwo im Nirgendwo. Hier ereignet sich etwas Außergewöhnliches: Zwei Filmschaffende – Bruder und Schwester – heuern den Koch als Hauptdarsteller für ihr Projekt an. Sie planen ein Biopic über ihren Vater. Der Fast-Food-Experte sieht dem berühmten Mann nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er ist wie er! Eine bessere Besetzung sei gar nicht vorstellbar, lässt sich der Filmbusiness-Neuling überzeugen. Doch die Aufgabe erweist sich als schwierig. Obwohl der Koch alles daransetzt, die anspruchsvolle Rolle auszufüllen, scheint er von Tag zu Tag weniger passend für den Job. Von den Vorbereitungen auf seinen Einsatz völlig eingenommen, entfernt er sich immer mehr von seinen eigenen Kindern. Die Grenzen zwischen Film und Lebenswirklichkeit des Alleinerziehenden verschwimmen. Haben die Dreharbeiten vielleicht schon längst begonnen?

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Paolo Chianta
Buch
Paolo Chianta
Schnitt
Paolo Chianta
Produktion
Paolo Chianta
Co-Produktion
Lilah Vandenburgh
Musik
Paolo Chianta
Animation
Paolo Chianta
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis