Filmarchiv

Land (Film Archive)

Filmstill Valentina and the MUOSters

Valentina and the MUOSters

Valentina e i MUOStri
Francesca Scalisi
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Schweiz,
Italien
2024
80 Minuten
Italienisch
Untertitel: 
Englisch

Die 26-jährige Valentina lebt noch bei ihren Eltern. Für deren Wohlergehen hat sie ihre eigenen Bedürfnisse stets zurückgestellt. Die beiden wiederum betonen dauernd, wie ungeschickt und ambitionslos sie sei. Beruhigung findet die sensible junge Frau beim kunstvollen Häkeln von Wollblüten und bei den tausendjährigen Korkeichen des Naturreservats, das ihren Heimatort umgibt. Das kleine sizilianische Städtchen Niscemi ist von höchster weltpolitischer Bedeutung: Seit 2016 betreibt die US-Marine hier für ihr Satellitenkommunikationssystem MUOS eine Bodenstation mit riesigen Parabolantennen. Das System dient auch dazu, russisches Militär in der Ukraine zu orten, und macht die Region damit zu einem potenziellen Angriffsziel. Seit Jahren protestieren die Einheimischen dagegen. Wegen der starken elektromagnetischen Wellen ist die Gesundheitsbelastung enorm.
Das bemerkenswerte Sounddesign unterstreicht die Gefahr und vermittelt ein Gefühl des Unbehagens, das mit all den anderen Bedrohungen wächst: massive Umweltzerstörung durch die intensive Landwirtschaft, Trockenheit, Brände. Valentina ist zutiefst erschüttert. Gegen den Willen ihrer Eltern nimmt sie an den Anti-MUOS-Demonstrationen teil, möchte endlich unabhängig werden, Auto fahren, einen Job antreten. Mit subtilen narrativen und traumartigen Eingriffen verzaubert diese zarte Emanzipationsgeschichte. Valentina bleibt noch sehr lange in Erinnerung!

Annina Wettstein

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Francesca Scalisi
Buch
Francesca Scalisi
Kamera
Stefania Bona
Schnitt
Marzia Mete
Produktion
Mark Olexa
Co-Produktion
Chiara Galloni, Ivan Olgiati
Ton
Balthasar Jucker
Sound Design
Adrien Kessler, Olga Kokcharova
Musik
Olga Kokcharova
Filmvertrieb
Raluca Iacob
Nominiert für: FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury
Ausgezeichnet mit: FIPRESCI Preis
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Filmstill Vietnam Is Not Alone
Vietnam ist nicht allein collective
Vier Bürger der DDR, unter ihnen der bildende Künstler Willi Sitte, erläutern ihre Beweggründe für ihre Unterstützung Vietnams mit unterschiedlichsten Mitteln.
Filmstill Vietnam Is Not Alone

Vietnam ist nicht allein

Vietnam ist nicht allein
collective
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Dokumentarfilm
DDR
1968
8 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Rentner Lehmann, Volkskünstler Köppe, Ingenieur Krahnstöver und der berühmte Maler Willi Sitte: Vier DDR-Bürger erläutern ihre Motive und Taten für die Solidarität mit Vietnam. Betont wird das Weltumspannende des Protests gegen den Krieg in Fernost, auch und gerade in westlichen Ländern, und damit der systemübergreifende Charakter der Bewegung. Eine Aufforderung an das Filmpublikum zu eigenem Engagement.

Konstantin Wiesinger

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
collective
Produktion
Filmkollektiv VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld
DEFA Matinee 2024
Filmstill Volkspolizei / 1985
Volkspolizei / 1985 Thomas Heise
Arbeitsalltag im Ostberliner Polizeirevier 14, in der Nähe der Mauer, an der „Nahtstelle zum Imperialismus“, wie ein Beamter seine Dienststelle nennt. Die Dreharbeiten werden bald gestoppt.
Filmstill Volkspolizei / 1985

Volkspolizei / 1985

Volkspolizei / 1985
Thomas Heise
DEFA Matinee 2024
Dokumentarfilm
DDR
1985
61 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Arbeitsalltag im Ostberliner Polizeirevier 14, Brunnenstraße, in der Nähe der Mauer, an der „Nahtstelle zum Imperialismus“, wie ein Beamter seine Dienststelle nennt. Zunächst können Heise und Badel dort ungehindert filmen: Streifenfahrten, Einsätze bei eskalierenden Streits, Strafanzeigen wegen „dekadenten Aussehens“, Vermisstenanzeigen. Ihrem Auftreten nach wirken Regisseur und Kameramann wie Beauftragte des Ministeriums des Inneren, können ohne Einschränkungen drehen. Als sie irgendwann doch ihre Papiere vorzeigen müssen, und es nur ganz normale Personalausweise sind, fällt die Fehlleitung auf: Die Dreharbeiten werden gestoppt und das Filmmaterial verschwindet in verschlossenen Schränken. Die Premiere des Films fand 2001 auf der 25. Duisburger Filmwoche statt.

Linda Söffker

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Thomas Heise
Kamera
Peter Badel
Produktion
Staatliche Filmdokumentation