Verzeiht, daß ich ein Mensch bin. Friedrich Wolf.
Der Schriftsteller, politische Aktivist, homöopathische Arzt und Kritiker der Kriminalisierung von Abtreibungen Friedrich Wolf (1888–1953) war eine einflussreiche Persönlichkeit in der frühen DDR. Nach der Rückkehr aus der sowjetischen Emigration 1945 begannen für ihn produktive schriftstellerische Jahre. Er wurde DDR-Botschafter in Polen und Gründungsmitglied der DEFA – bis ein Herzinfarkt ihn aus dem Leben riss. Bekannter als Friedrich Wolf selbst sind heute zwei seiner Söhne: Markus Wolf war Chef des Auslandsgeheimdienstes der DDR und galt im Westen als „Mann ohne Gesicht“. Konrad Wolf wurde der erfolgreichste Spielfilmregisseur der DEFA. „Verzeiht, daß ich ein Mensch bin“ porträtiert Friedrich Wolf aus der Perspektive seiner Kinder. Dabei kommen neben Markus und Konrad auch vier Halbgeschwister zu Wort, deren Lebenswege und Bezüge zum Vater sehr unterschiedlich waren. So lebte der älteste Sohn Lukas in den USA und Tochter Lena kam, nachdem ihre Mutter in einen Gulag interniert wurde, für einige Zeit in ein sowjetisches Waisenheim.
Regisseur Lew Hohmann kreierte ein bemerkenswertes Familienporträt vor den geschichtlichen Hintergründen des 20. Jahrhunderts. Hohmann gilt als filmischer Chronist der Familie Wolf. Er drehte über Konrad, Markus und Friedrich Wolf dokumentarische Filme. „Verzeiht, daß ich ein Mensch bin“ entstand unter wesentlicher Mitarbeit von Christiane Mückenberger.