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2+2=22 [The Alphabet]

Dokumentarfilm
Deutschland
2017
82 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Heinz Emigholz, Andreas Reihse
Heinz Emigholz
Kreidler
Heinz Emigholz, Till Beckmann
Heinz Emigholz, Till Beckmann
Heinz Emigholz
Jochen Jezussek
Natürlich ist Heinz Emigholz kein georgischer Filmemacher. Aber es gibt wichtige Gründe, dieses erste „Kapitel“ seines vierteiligen Filmzyklus „Streetscapes“ hier zu zeigen. Es ist wertvoll: als Blick von außen und als Fallstudie über Richtung und Begehrlichkeiten eines solch fremden Schauens. Emigholz begleitete die Düsseldorfer Band Kreidler 2013 nach Tiflis, wo die Musiker Aufnahmen für ihr Album „ABC“ einspielten. Genutzt wurde ein altes Filmstudio, das sich als einer der letzten Räume mit „Sowjet-Charakter“ der Modernisierungswut entziehen konnte. Um das Studio herum entfaltet sich Stadtarchitektur – in schrägen Ansichten, die sich vielleicht nur dem von Westen Zugereisten aufdrängen.

Zaza Rusadze

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Altzaney

Dokumentarfilm
Georgien
2009
31 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nino Orjonikidze, Salome Jashi
Nino Orjonikidze, Vano Arsenishvili
Vano Arsenishvili
Vano Arsenishvili, Nino Orjonikidze
Im Nordosten Georgiens, eingebettet in die Berge des Kaukasus, liegt das Pankissi-Tal. Seit jeher ist es die Heimat muslimischer Kisten und seit 80 Jahren auch die von Altzaney. In der eigentlich patriarchalisch geordneten Gemeinschaft hat die Greisin eine besondere Stellung inne: als Vermittlerin zwischen den Welten der Toten und denen der Lebenden, als weise Ratgeberin bei existenziellen Entscheidungen. Nino Orjonikidze und Vano Arsenishvili rücken Altzaney mit der Kamera auf den Leib – ins Gesicht und in dessen Falten, in die Hände und deren Gesten, mit Seitenblicken auf weiße Wäsche, die im Wind flattert. Aus diesen Bildern wird das intime Porträt einer besonderen Frau zusammengesetzt.

Zaza Rusadze

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City of the Sun

Dokumentarfilm
Georgien,
Niederlande,
Qatar,
USA
2017
100 Minuten
Untertitel: 
englische
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Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli, Jim Stark
Rati Oneli
Arseni Khachaturan
Ramiro Suárez
Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli
Sonia Matrosova, Alexey Kobzar
Einst gab Tschiatura der Zeit den Pulsschlag vor. Mit einem der weltweit größten Mangan-Bergwerke war die Stadt Motor der sowjetischen Schwerindustrie. Als Rati Oneli hier eintrifft, sind diese Zeiten vorbei. Wenig bewegt sich, außer seiner in die Breitbildweite fahrenden Kamera. Oder doch: die Gemüter und Körper eines Musiklehrers, eines Bergmannes und zweier junger Athletinnen, die am inzwischen geisterhaften Ort ausharren. Oneli fügt ihre Porträts zu einer fesselnden atmosphärischen Sage zusammen, die das georgische Nationalepos zitiert und mit suggestiver Musik ausgemalt ist. Damit gibt er seinem Langfilmdebüt eine narrative Form, die das Dokumentarische mindestens ins Fließen bringt.

Zaza Rusadze

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Don’t Breathe

Dokumentarfilm
Frankreich
2014
86 Minuten
Untertitel: 
englische
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Heidi Fleisher, Céline Nusse, Paul Rozenberg
Nino Kirtadze
Andro Sanovich, Tornike Shengelia, Jacek Petrycki, Octavio Santo
Nino Kirtadze, Christel Aubert, Josianne Zardoya
Nino Kirtadze
Tengo Asitashvili, Benjamin Bober, Stephan Bauer
Levan, georgischer Hauptstädter Ende Vierzig, unterzieht sich einer ärztlichen Routineuntersuchung. Danach geschieht mit ihm Seltsames: Die Medikamente lassen seine Gedanken ins Ungewisse ausufern – bis hin zur grundsätzlichen Befragung der eigenen Existenz. Nino Kirtadze, eine der international anerkanntesten georgischen Filmemacherinnen, erzählt Levans „Krankengeschichte“ als Kino der großen Gefühle, als schwarze Hypochonder-Komödie von metaphorischer Kraft, nicht zuletzt auch mit Anleihen bei den inszenatorischen Strategien des Spielfilms. Damit steht „Don’t Breathe“ etwas gesondert in der Reihe ihrer zahlreichen Dokumentarfilme, vielleicht als neue Wegmarke einer künstlerischen Suche.

Zaza Rusadze

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Exodus

Dokumentarfilm
Georgien
2015
15 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Lasha Khalvashi, Tinatin Kajrishvili
Vakhtang Jajanidze
Sandro Wysocki
Giga Japaridze
Vakhtang Jajanidze
Paata Godziashvili, Nino Tevdorashvili
Wo verläuft die Grenze zwischen dokumentarischer Beobachtung und inszenierter Nachempfindung? Möglicherweise mitten durch Tschiatura, der in Tristesse versinkenden ehemaligen Welthauptstadt des Manganabbaus, die vielleicht nur noch von den letzten verbliebenen Seilbahnen zusammengehalten wird. Vakhtang Jajanidze machte aus Schauplätzen Spielorte und aus Einwohnern Darsteller – angetreten, um sozusagen von sich selbst zu erzählen, und zwar auf Basis eines Drehbuchs nach der sprichwörtlichen „wahren Begebenheit“. Es begab sich also, dass das Schicksal zwei Schwestern trennen wollte. Die Seilbahnfahrerin Lily war entschlossen zu bleiben, die arbeitslose Tatiana hatte sich entschieden zu gehen …

Zaza Rusadze

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Horizon

Animationsfilm
Georgien
2017
5 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Dato Kiknavelidze, Lali Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Zviad Mgebrishvili
Dato Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Beso Kacharava
Alles färbt sich blutrot, die Wüste glüht, das Gesicht eines Mannes brennt vor Anstrengung. Er ist an einen Stein gekettet und zieht die schwere Last entschlossen hinter sich her – bis er in Ohnmacht fällt. Das Unterbewusstsein sendet noch rötere Bilder: von einem modernen Krieg mit Explosionen, rollenden Panzern und knatternden Maschinengewehren. Dato Kiknavelidzes animierter Kurzfilm ist wie sein Protagonist in Ketten geschlagen. Assoziative, farbsymbolische Bindungen, an deren Ende, absichtlich oder zwangsläufig, der Kaukasuskrieg 2008 hängt, beschwert mit jenem Patriotismus, der seit Jahrhunderten das nationale Narrativ ebenso wie die georgischen Trinksprüche bestimmt.

Zaza Rusadze

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Li.Le

Animationsfilm
Georgien
2017
10 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Vladimer Katcharava
Natia Nikolashvili
Nikoloz Ghoghoberidze
Natia Nikolashvili
Natia Nikolashvili
Beso Kacharava
Ein Mädchen im orangefarbenen Gewand und ein Hirsch wandern durch den kalten Zauberwald. Die Natur ringsherum ist im Winterschlaf versunken. Die Flüsse sind gefroren, die Pflanzen verwelkt. Doch wohin soll die Wanderung in der eisigen Kälte führen? Das Mädchen Li.Le beginnt, nach Zeichen zu suchen. Sie entdeckt Hinweise, will sie deuten, ihnen vielleicht sogar folgen. Aber der Hirsch findet daran zunächst keinen Gefallen … In Natia Nikolashvilis animierter Märchenwelt ist das Wandern die eine, das Herausfinden eine andere Sache. Erlebt Li.Le einen aufkeimenden Frühling und ein Seelentreffen in Gedanken? Oder gibt es in diesen Bildern Wegweiser in die Wirklichkeit?

Zaza Rusadze

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Madonna

Dokumentarfilm
Georgien
2014
58 Minuten
Untertitel: 
englische
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Natia Guliashvili
Nino Gogua
Alexander Kvatashidze
Sandro Khutsishvili
Niko Tarielashvili
Nino Gogua nimmt uns mit auf eine Genderreise. Gefahren werden wir von der 57-jährigen Madona, die in Tiflis als einzige Frau einen Linienbus durch den Stadtverkehr steuert. Madona hat sich in dem „Männerjob“ durchgesetzt und lenkt ihr marodes Gefährt selbstbewusst durch die Straßen, öfter auch in die Reparaturwerkstatt. Dabei passiert sie auch die patriarchalischen Selbstverständlichkeiten der georgischen Gesellschaft. Nino Gogua begleitet die starke Frau, auch in der Auseinandersetzung mit ihrer femininen Seite. Zum internationalen Frauentag wird Madona von den Arbeitskollegen wohl wieder keine Blumen bekommen. Deshalb will sie sich selbst ein Geschenk machen, zum Beispiel eine neue Frisur.

Zaza Rusadze

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Sonnige Nacht

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2017
85 Minuten
Untertitel: 
englische
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Soso Dumbadze, Lea Hartlaub
Soso Dumbadze, Lea Hartlaub
Lea Hartlaub
Soso Dumbadze
Ein Film über Kirche, Nation, Republik und Volk und ihr Verhältnis in Zeiten des Wandels, vollständig aus Archivmaterial aufgebaut, das Lea Hartlaub und Soso Dumbadze im Internet fanden. Ihr Found-Footage-Essay rekonstruiert chronologisch die neueste Geschichte Georgiens – von der Unabhängigkeit bis in die Gegenwart. Ein- und Anordnung der Aufnahmen offenbaren den im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gewachsenen Einfluss der christlich-orthodoxen Kirche, die sich mit zunehmender Macht auch das Recht nimmt, tatkräftig in gesellschaftliche Prozesse einzugreifen. Heute bewerfen Priester LGBT-Demonstranten mit Steinen. Heute wollen tiefgläubige Frauen die Homosexuellen mit Nesseln heilen.

Zaza Rusadze

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Sovdagari

Dokumentarfilm
Georgien
2016
22 Minuten
Untertitel: 
englische
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Ilia Tavberidze
Tamta Gabrichidze
Gigi Chipashvili
Vano Andiashvili
Nona Gogodze
Ilia Magradze
Gela hat seinen Minibus in ein Geschäft verwandelt. Er fährt übers georgische Land, verkauft bunte Kleidung aus zweiter Hand sowie Haushaltsutensilien aus grellfarbigem Kunststoff, alles direkt aus dem Laderaum seines nicht mehr ganz so leuchtenden Wagens. Fragt man Gela nach dem Preis einer Ware, nennt er ihn in Kartoffeln. Denn die zählen mehr als Geld. Tamta Gabrichidzes quasi Roadmovie gewann bei Hot Docs 2017 den Best Short Documentary Award. Vielleicht auch für seine beeindruckende Kulisse, jene vorbeifliegenden georgischen Berge und die Landschaften zu ihren Füßen. Vielleicht auch wegen seiner Skurrilität, die der westlichen Sehnsucht nach exotischer Ferne ein Stück entgegenzukommen scheint.

Zaza Rusadze

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The Dazzling Light of Sunset

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2016
74 Minuten
Untertitel: 
englische
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Urte Amelie Fink, Salomé Jashi, Gregor Streiber
Salomé Jashi
Salomé Jashi
Derek Howard
David Sikharulidze, Ivane Gvaradze, Giorgi Khancheli
Salomé Jashi filmt in der Provinzstadt Zalendschicha. Sie folgt den Arbeitswegen der Reporterin Dariko, die für den örtlichen Fernsehsender von Rieseneulen, Modenschauen und Beerdigungen berichtet. Dabei sind die Menschen, die der Lokaljournalistin und vermittelt auch der Filmemacherin vor die Kamera kommen, peinlich um ihre Außenwirkung bemüht – so sehr, dass man schmunzeln wollte, wäre da nicht immer auch die Kläglichkeit der sich wandelnden Verhältnisse. So bleibt die stets präsente Komik leise, aber auch dicht am georgischen Alltag. Denn der scheint beständig „mit Hässlichkeit verbundene Fehler“ zu produzieren und könnte damit Pate für Aristoteles’ Definition der Komödie gestanden haben.

Zaza Rusadze

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The Machine Which Makes Everything Disappear

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2012
101 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Tamar Gurchiani (Alethea Ltd)
Tinatin Gurchiani
Mahan Mobashery, Marian Mentrup
Andreas Bergmann
Nari Kim
Tinatin Gurchiani
Michael Krajczok
Alles begann mit einem Casting. 2011 suchte die Filmemacherin Tinatin Gurchiani nach jungen Leuten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die ihr Leben und ihren Alltag für besonders kinotauglich hielten. Ältere kamen, Jüngere auch. Befragt wurden alle: zu Wünschen und Zielen, zu Liebe und Krieg, aufgestellt vor einer hellblauen Turnhallenwand, von der der Putz bröckelte. Der Bildausschnitt, in dem Gurchiani ihre Protagonisten präsentiert, nennt sich im Kinojargon „amerikanische Einstellung“ und gehört zur kinematografischen Folklore des Western-Genres: ein Rahmen, in dem die Waffen des Cowboys zur Geltung kommen. Oder der offenbart, dass der Revolverheld gar keinen Revolver bei sich trägt.

Zaza Rusadze

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When the Earth Seems to Be Light

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2015
80 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jörg Langkau, Temur Ugulava, Zaza Rusadze, collective Goslab
Salome Machaidze, Tamuna Karumidze, David Meskhi
Natalie Beridze, Nika Machaidze, Maxime Machaidze, Thomas Brinkmann, Ryuichi Sakamoto
Levan Maisuradze, Tamuna Karumidze, David Meskhi
Tamuna Karumidze, Salome Machaidze
Das Regietrio Machaidze, Karumidze und Meskhi blickt auf die georgische Jugend. Und die blickt zunächst so gar nicht georgisch zurück. Die jungen Leute in diesem poetischen Film würden ebenso gut unter die Sonne von Los Angeles passen. Erst bei näherer Betrachtung gerät die visuelle Parallele zum Paradoxon: Mit ihren Skateboards gleiten sie durch sowjetische Ruinen, auch durch die willkürlichen architektonischen Schläge, mit denen sich das neue Georgien von der alten „Schutzmacht“ freizumachen sucht. Nur für ein paar Sekunden in der Luft schweben, die Gravitation überwinden! Aber in Tiflis scheint die schwerer zu wiegen als anderswo. Im Hintergrund hört man das Geschrei der georgischen Realität …

Zaza Rusadze

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