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DOK Neuland
4 Feet: Blind Date María Belén Poncio, Damián Turkieh

„Ich werde nicht für immer eine Jungfrau sein!“ Wir begleiten Juana, die dabei ist, ihren Körper zu entdecken. Auf dem Weg durch die nicht barrierefreie Stadt erntet sie den einen oder anderen Kommentar.

4 Feet: Blind Date

360°- Film
2018
19 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Ezequiel Lenardón (Detona Cultura)
María Belén Poncio, Damián Turkieh
Santiago Beltramo, María Florencia Lucena Kempfer
Marcos Rostagno
María Belén Poncio, Damián Turkieh, Guido Bertisch
Martín López Funez
Rosario Perazolo Masjoan, Ezequiel Lenardón, Elisa Gagliano, Agustín Peralta, María Belén Poncio
Ariel Litivinov, Damián Turkieh
La Biennale di Venezia
Guillermo Mena
Delfina Díaz Gavier, Cristobal Lopez Baena
Rosario Perazolo Masjoan, Ezequiel Lenardón
Guillermo Mena
Guillermo Mena
Gonzalo Sierra
„Ich werde nicht für immer eine Jungfrau sein!“ Wir begleiten Juana, die dabei ist, ihren Körper zu entdecken. Auf dem Weg durch die nicht barrierefreie Stadt erntet sie den einen oder anderen Kommentar. Ihre Antwort: „Entspannt euch! Es ist nur ein Rollstuhl!“ Doch die Hürde, die es zu überwinden gilt, ist eine andere: die Nervosität vor einem Blind Date, bei dem Juana hofft, ihr erstes Mal zu erleben.

Lars Rummel, Marie Hinkelmann



Ausgezeichnet mit dem DOK Neuland Award.

Oro Blanco

Dokumentarfilm
2018
23 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
HFF Munich
Gisela Carbajal Rodríguez
Rina Zimmering
Robert Vakily
Nuno Rodriguez
Die Weiten der Salzwüsten im Nordwesten Argentiniens bergen eines der größten Lithiumvorkommen der Welt. Internationale Konzerne fördern das „weiße Gold“ und rauben dabei den Einheimischen, die sich mit Lama-Zucht und traditionellem Salzabbau ernähren, das kostbare Grundwasser. „Oro Blanco“ zeigt mit großartigen Bildern und einer Erzählhaltung, die Poesie und Agitprop vereint, dass die indigene Bevölkerung längst dabei ist, gegen die Zerstörung der „pacha mama“ aktiv zu werden.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für den Healthy Workplaces Film Award

Next Masters Wettbewerb
Farewell Essay Macarena Albalustri

Ein intimer filmischer Essay über den Tod der Mutter und das Entwickeln von persönlichen Formen der Trauer, die jeder selbst (er-)finden muss, um mit schmerzlichen Verlusten fertigzuwerden.

Farewell Essay

Dokumentarfilm
2016
79 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Macarena Albalustri, Tomás Dotta
Macarena Albalustri
Odín Schwartz
Tebbe Schöningh
Iara Rodríguez Vilardebó
Macarena Albalustri, Tomás Dotta
Sofía Straface, Lucas Larriera
Gespräche im Wartezimmer beim Tierarzt: Liza, die mehr als zehn Jahre alte Katze der Regisseurin Macarena Albalustri, hat aufgehört zu fressen. Der nahende Tod des geliebten Haustiers weckt Erinnerungen an einen anderen Verlust, den der Mutter, die vor zehn Jahren starb und an die Albalustri kaum noch Erinnerungen hat. In der Trauerarbeit um die Katze werden verschüttete Gefühle und Fragen wieder hervorgeholt, eine emotionale Suche beginnt. Mithilfe von Fotos, Briefen und Gegenständen aus ihrer eigenen Kindheit versucht die Regisseurin, Erinnerungen wachzurufen – bei sich wie auch bei anderen. Sie spricht mit Personen aus dem Umfeld ihrer Mutter, mit deren Freundinnen und dem eigenen Vater. Sie kann sogar die Psychotherapeutin ausfindig machen, die ihre Mutter damals konsultiert hatte. In den Gesprächen geht es dabei auch immer um den Umgang mit Verlusten, mit dem Sterben und dem eigenen Tod. Es ist ein sehr intimer filmischer Essay über das Abschiednehmen, über das Entwickeln von Ritualen und die persönlichen Formen der Trauer, die jeder selbst (er-)finden muss, um mit dem Abschiedsschmerz fertig zu werden.

Frederik Lang
Next Masters Wettbewerb
Project 55 Miguel Colombo

Spurensuche nach den Wurzeln eines Albtraums: In der audiovisuellen Versuchsanordnung eines jungen argentinischen Filmemachers verschränken sich Familien-, National- und Weltgeschichte.

Project 55

Dokumentarfilm
2017
73 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Miguel Colombo
Miguel Colombo
Miguel Rivarola
Alejandra Almirón, Miguel Colombo
Miguel Colombo
Jorge Gutiérrez Jiménez
Ein Ereignis der argentinischen Geschichte, die Bombardierung der Plaza de Mayo in Buenos Aires durch putschende Militärs am 16. Juni 1955, sucht einen Filmemacher, der erst 1978 geboren wurde, immer wieder in Alpträumen heim. Als hätten ihn, der noch nie selbst einen Krieg erleben musste, die Geister der nationalen Geschichte rekrutiert: als Medium, um dieses Trauma durchzuarbeiten. Mit Kollegen initiiert er ein Projekt der audiovisuellen Grundlagenforschung. Wie lässt es sich überhaupt bewerkstelligen, Kriegserfahrungen zu übersetzen und zu kommunizieren? Oder anders: Geschichte, ist sie ein Strahl oder ein Haufen? Der filmische Diskurs von „Project 55“ gleicht der allmählichen Verfertigung von Gedanken beim Reden respektive Filmen. Und wenn das an Heinrich von Kleist erinnert, dann ist das weder zufällig noch absichtlich, sondern unvermeidlich. Die Reise dieses Films führt von Buenos Aires über Vietnam und Atomwaffenwaffenversuche zurück in die eigene Familiengeschichte – beziehungsweise jenen Teil der Geschichte, die von künftigen Generationen erst noch geschrieben werden wird.

Das klingt nach Kopfkino? Gewiss! Aber wer ist eigentlich für jenes Gerücht verantwortlich, dass Filme vor allem aus der Hüfte gemacht werden sollen? In jeder Sinnlichkeit steckt immer noch Sinn – und das nicht nur vom Wort her.

Ralph Eue

Strength and Cunning

Dokumentarfilm
2017
10 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Francisco Novick
Francisco Novick
Delfina Margulis
Francisco Novick, Natalio Pagés
Luciana Braga
„Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich nicht mit deiner Mutter marschiere“, sagt der Vater zu Vicente, 15 Jahre alt, im Auto. Dafür ist die Demonstration für die Opfer der letzten argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 Vicentes Initiation. Und dementsprechend filmt Francisco Novick den lauten Umzug auf den Straßen von Buenos Aires auch: als pathetisches, ergreifendes Ritual.

Carolin Weidner
Internationaler Wettbewerb
The Centaur’s Nostalgia Nicolás Torchinsky

Annäherung an die Gaucho-Tradition über die Geschichte eines alten Paares im Norden Argentiniens. Eine aufregende Einladung zum Eintauchen in eine quasi schon untergegangene Welt.

The Centaur’s Nostalgia

Dokumentarfilm
2017
70 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nicolás Torchinsky
Nicolás Torchinsky
Pablo Butelman
Baltazar Torcasso
Ana Poliak
Nicolás Torchinsky
Sebastián González, Sofía Straface
Kentauren sind Fabelwesen. Halb Mensch, halb Pferd. Gauchos ähneln den Kentauren. Wie diese sind sie eine eigentlich schon ausgestorbene Art. Und auch von ihrer Kultur des nomadischen Viehzüchtens ist praktisch nichts mehr übrig. Aber noch gibt es vereinzelte Exemplare dieser Spezies, vor allem im Norden Argentiniens.

Gauchos tun nicht viel. Sie reden auch nicht viel. Sie sind! Das aber auf intensivste Art. Regisseur Nicolás Torchinsky begleitet ein altes Paar in ihrem Mit- und Gegeneinander. Und so haben auch wir einen Film lang Teil an dieser Art, in der Welt zu sein, welche anscheinend vom Lauf der Zeit vergessen wurde. Wir betrachten sie wie ein nächtliches Feuer, das, wenn man ihm keine neue Nahrung gibt, sehr langsam gegen Morgen verglimmt. Über dem Feuer: das Sternbild des Kentauren, eine auffällige Konstellation des Südhimmels. Sicher wäre der Gaucho, ginge es nach den Sternen, immer noch ein mythischer Held. Doch in dieser Welt geht es eben nicht nach den Sternen, sondern nach dem Willen der Menschen oder, noch prosaischer, der Verhältnisse – und die Verhältnisse, die sind nun mal nicht so.

Ralph Eue
DCM
Our last Tango German Kral

OUR LAST TANGO is, first and foremost, a love
story. It’s the love story of the two most famous
dancers in the history of the tango: María Nieves
(78) and Juan Carlos Copes (81).

Our last Tango

Dokumentarfilm
2015
84 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Nils Dünker, Dieter Horres, German Kral
German Kral
Luis Borda, Sexteto Mayor, Gerd Baumann
Jo Heim BVK, Félix Monti ADF
Ulrike Tortora
German Kral
Celeste Palma
OUR LAST TANGO is, first and foremost, a love
story. It’s the love story of the two most famous
dancers in the history of the tango: María Nieves
(78) and Juan Carlos Copes (81). They met when
they were 14 and 17, respectively, and danced
together for nearly half a decade. In all those
years they loved and hated each other and
went through several painful separations but
always got back together in life and on stage. No
other man danced like Juan and no other woman
danced like María. Eventually, though, he left her
for good, for a woman 25 years his junior with
whom he fathered two children. Today, in old
age, María is willing for the first time to tell their
story and to open up about their love, their hatred
and their passion.
Animadok
Salers Fernando Dominguez

Während der Nazibesatzung besucht ein Mann die französische Stadt Salers, wo ihn eine Verrückte verfolgt. Viele Jahre später kehrt er zurück und erinnert sich.

Salers

Animadok
2014
9 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Natalia de la Vega
Fernando Dominguez
Fernando Dominguez
Javier Di Benedictis
Fernando Dominguez
Alejandro Seba
Während der Nazibesatzung besucht ein Mann die französische Stadt Salers, wo ihn eine Verrückte verfolgt. Viele Jahre später kehrt er zurück und erinnert sich.

Father

Animationsfilm
2013
11 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Dora Benousilio
Santiago “Bou” Grasso
Santiago “Bou” Grasso, Patricio Plaza
Santiago “Bou” Grasso
Santiago “Bou” Grasso, Patricio Plaza
Tagein, tagaus pflegt eine Frau ihren bettlägerigen Vater. Die Diktatur in Argentinien ist beendet – doch die Militärstochter ist der Welt abhandengekommen. Ein intensives, wortloses Puppentrick-Kammerspiel von tiefer Beredsamkeit.

Corta

Dokumentarfilm
2012
69 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Felipe Guerrero, mutokino
Felipe Guerrero
Iannis Xenakis
Andrés Pineda
Felipe Guerrero
Roberta Ainstein - Lena Esquenazi
Zu Beginn erscheint das Zuckerrohrfeld als eine riesige grüne Wand, eine Wand, die von den Arbeitern in tagelanger Arbeit überwunden werden muss. Der Tag der Zuckerrohrschneider beginnt mit dem Schärfen der Machete, dann geht es los, Schlag auf Schlag. Die Kamera bleibt auf Distanz und beobachtet die geschmeidigen Bewegungen. Bald schon scheint jedes Gefühl für Zeit verloren zu sein, die rhythmischen Bewegungen der Zuckerrohrschneider entwickeln ihre eigene Choreographie, die Zeit scheint sich zu dehnen. Je mehr Zuckerrohr geschnitten ist, desto lichter wird das Bild. Der Himmel, die Hügel und die grüne Landschaft werden sichtbar, die das Feld umgeben.
Dieser Bildfluss wird von Schwarzbild unterbrochen, als wäre das Ende einer Filmrolle erreicht. Dann beginnt die Arbeitsprozedur von neuem. Der Rhythmus der Machetenhiebe und die Tritte der Arbeiter auf den trockenen Blättern verschmelzen mit der musikalischen Konzeption dieses Films. Felipe Guerrero verzichtet auf einen soziologischen Diskurs über die Situation der Arbeiter und ihre Arbeitsbedingungen. Die Abstraktion lässt die ausbeuterische Form dieser archaischen Arbeit umso stärker hervortreten.

– Paulo de Carvalho

Lapsus

Animationsfilm
2007
4 Minuten
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Silvina Cornillon
Juan Pablo Zaramella
Juan Pablo Zaramella
Juan Pablo Zaramella
Die Macht der dunklen Seite ist niemals zu unterschätzen.
Fokus Lateinamerika
Papirosen Gastón Solnicki

Flucht, Neuanfang und sozialer Aufstieg einer jüdischen Familie in Argentinien. Das Genre des Home Movie transzendiert in eine packende, vier Generationen umfassende Familiensaga.

Papirosen

Dokumentarfilm
2012
74 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Pablo Chernov, Filmy Wiktoria
Gastón Solnicki
Gastón Solnicki
Andrea Kleinman
Jason Candler
Alles begann vor zehn Jahren mit den Filmaufnahmen von der Geburt seines Neffen Mateo. Seither wurde die Kamera zum festen Begleiter von Gastón Solnicki bei allen Begegnungen mit seiner Familie – im Alltag, auf der gemeinsamen Urlaubsreise oder an hohen jüdischen Feiertagen. Im Zentrum des Films steht sein Vater Victor – das Familienoberhaupt, das der neureichen argentinischen Mittelstandsfamilie zu Wohlstand verholfen hat und im Alter mit ansehen muss, wie die Ehe der Tochter zerbricht und der soziale Status der Familie ins Wanken gerät.
Durch die familiäre Vertrautheit wird Solnickis Kamera quasi selbst zum Protagonisten des Films und lässt den Zuschauer Momente der Nähe ebenso intensiv miterleben wie Streit und familiäre Krisen. So zeichnet der Regisseur das vielschichtige und ungeschönte Porträt seiner Familie und erzählt zugleich eine Geschichte von Flucht, Neuanfang und sozialem Aufstieg. Geschickt verbindet Gastón Solnicki altes Super 8- und Videomaterial aus dem Familienarchiv mit seinen heutigen Aufnahmen und transzendiert das Genre des home movie in ein packendes, vier Generationen übergreifendes Familienepos, über dem bis heute der Schatten des Holocaust lastet.
– Paulo de Carvalho

The Employment

Animationsfilm
2008
6 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Patricio Gabriel Plaza
Santiago "Bou" Grasso
Santiago "Bou" Grasso, Patricio Gabriel Plaza
Santiago "Bou" Grasso, Patricio Gabriel Plaza
Santiago "Bou" Grasso, Patricio Gabriel Plaza
Ein Mann auf seinem gewohnten Weg zur Arbeit, restlos aufgegangen in einem System, in dem es zum Alltag gehört, Menschen wie Gegenstände zu benutzen.

The River People

Dokumentarfilm
2012
70 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Martin Benchimol, CaravanaCine
Martin Benchimol, Pablo Aparo
Martin Benchimol
Pablo Aparo
Martin Benchimol, Pablo Aparo
Ernestina, den schönen Klang des Namens ihrer kleinen Stadt im Umland von Buenos Aires lassen sich die Bewohner gerne auf der Zunge zergehen. Ihr Ernestina ist eine Perle der Ruhe, so scheint es zunächst. Der älteste Ort des Distrikts ist aber zugleich der verlassenste. Ernestina schrumpft, zurückgeblieben sind fast nur ältere Menschen, und die scheinen mit einem Fuß im Gestern und einem im Heute zu stehen. Das Morgen kann und will sich keiner vorstellen.
Unter der idyllischen Oberfläche des Ortes brodelt es. Viele Einrichtungen sind von Vandalismus betroffen. Das waren die Leute vom Fluss, da ist man sich einig. Ansonsten hat jeder der Einwohner seine eigene Deutung der seltsamen Ereignisse, die in Ernestina stattfinden. Seit einiger Zeit wacht ein Security Guard mit Basecap und Flinte über die nächtliche Ruhe. Woher er kam? Keiner weiß es so genau. Und doch verteidigt er nun einsam den Hauptplatz gegen die Phantome vom Fluss – und gegen den Wind.
Den Interviewpartnern des Films steht die Geschichte ihres Ortes förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie alle repräsentieren einen Aspekt eines vergangenen Ernestina: den Laden, die Kirche, das Theater, den Zeltplatz oder das Hotel, an dessen einstige Blüte noch der schöne gekachelte Fußboden erinnert. Aus ihren Erzählungen setzt sich das atmosphärisch dichte Bild eines Ortes zusammen, in dem die Uhren angehalten wurden, um vielen Wirklichkeiten Platz zu machen. Wie Ernestina könnte auch der Schauplatz einer Novelle von Gabriel García Márquez aussehen.
– Lars Meyer