Filmarchiv

Internationales Programm 2014
Focus on Infinity Joerg Burger

Reflexion über die Unendlichkeit: Physiker, Theologen und Philosophen, unwirkliche Orte, gigantische Anlagen, komplexe Technologien und Theorien, Humor und unendliche Weiten.

Focus on Infinity

Dokumentarfilm
Österreich
2014
80 Minuten
Untertitel: 
englische

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Joerg Burger, Ralph Wieser, Georg Misch
Joerg Burger
Joerg Burger
Gökce Ince
Joerg Burger
Hjalti Bager-Jonathansson, Sebastian Brameshuber
„Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende“, hat Woody Allen einmal gesagt. Dass ausgerechnet der Großstadtneurotiker in diesem von unendlichen landschaftlichen Weiten, gigantischer Architektur und komplexesten Technologien getragenen Film zitiert wird, hat viel mit den Interviewpartnern und besonders den -partnerinnen zu tun, die Joerg Burger bei seiner filmischen Forschungsreise mit „Focus on Infinity“ ausfindig machte. Sie gehören nämlich nicht nur zu den wohl klügsten und weitblickenden Köpfen unseres Planeten, sie haben auch Humor – und eine innere (oft auch auf physikalisch-astronomischem Wissen ruhende) Gelassenheit in der Betrachtung des menschlichen Lebens.
Kontemplation und Akribie, Perfektionismus und Bescheidenheit – vielleicht sind es diese Eigenschaften, die jene schier endlose Antriebskraft ausmachen, mit der sie der Erkenntnis (oder anders: den Grundfragen der Existenz) nachspüren. Forscher und Theologen, Wissenschaftler und Philosophen, Empiriker und Theoretiker teilen es sich – das Reich der Unendlichkeit. Der Film begleitet sie bei ihren Trips in ein Universum, das an der Schnittstelle von Wahrnehmung, Denken und Imagination liegt, und weitet unseren Blick für das ganz Kleine im ganz Großen. Ein Kleinod, ein Meisterwerk.
Barbara Wurm

Ulrich Seidl und die bösen Buben

Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland,
Schweiz
2014
52 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Johannes Rosenberger, Christian Beetz, Werner Schweizer
Constantin Wulff
Johannes Hammel
Dieter Pichler
Porträt des Regisseurs Ulrich Seidl, der gern als Berserker oder Sozialpornograf (und vieles andere) etikettiert wird und über den man Bescheid zu wissen glaubt, bevor man auch nur einen einzigen Film von ihm gesehen hat. Constantin Wulff zeigt den österreichischen Filmemacher zum ersten Mal bei der Arbeit. Die viel diskutierte „Methode Seidl“, sie wird hier in direkter Weise anschaulich gemacht – und man kommt aus dem Staunen nicht heraus, weil diese Methode anscheinend ganz anders ist, als man sich das immer zurechtgereimt hat.
Seidl ist vor allem eines: ein hochkonzentrierter und präziser Bild-Arbeiter. Geduldig beobachtet Wulff den Regisseur sowohl während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Im Keller“ als auch bei den Proben zu seiner Theaterinszenierung „Böse Buben/Fiese Männer“. In Kombination mit ausführlichen Gesprächen und Ausschnitten aus früheren Filmen entwirft dieses Porträt das Bild eines komplexen Ausnahmekünstlers.
Was außerdem deutlich wird: wie sehr Seidls gesamtes Schaffen selbst eine Suche ist, bei der er sich von realen Gegebenheiten genauso leiten lässt wie von seinen eigenen Visionen und Dämonen.
Ralph Eue