Filmarchiv

Cinema Futures

Dokumentarfilm
Österreich
2016
126 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Ralph Wieser
Michael Palm
Michael Palm
Joerg Burger
Michael Palm
Michael Palm
Hjalti Bager-Jonathansson
Die „digitale Revolution“ erreichte das Kino spät. Weithin wurde darin ein Grund zu ungetrübter Freude gesehen, nahm man doch ihr Versprechen, alles würde jetzt besser, größer, schöner und vor allem einfacher, für bare Münze. Hinzu kam, dass diese Revolution als größter technologischer Fortschritt seit dem Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm inszeniert, gefeiert und auch knallhart ökonomisch durchgesetzt wurde. Wer hätte in der Luft dieses Aufbruchs schon als ewig Gestriger oder dumpfer Nörgler abseitsstehen wollen?

„Cinema Futures“ sondiert nun aus dem Abstand einiger Jahre das Feld zwischen der spezifischen Kulturtechnik des analogen Films und den Heilsversprechen über die angebliche Ewigkeit von Bits und Bytes. Auf der einen Seite steht dabei die Vision vom Digitalen als der finalen Überwindung der Vergänglichkeit. Auf der anderen Seite droht die Vorstellung, unsere Gegenwart mache sich ohne wirkliche Not zu einem „dunklen Zeitalter“, von dem nicht viel übrig bleiben wird. Weil erstens Film als physisches Objekt, zweitens Kino als techno-soziale Infrastruktur obsolet geworden sind und drittens die wie auch immer „unsterblichen“ digitalen Daten von keinem Menschen und keiner Maschine mehr aufgerufen werden können.

Ralph Eue


Nominiert für Healthy Workplaces Film Award

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Exomoon

Animationsfilm
Österreich
2016
6 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Gudrun Krebitz
Gudrun Krebitz
Marian Mentrup
Gudrun Krebitz
Gudrun Krebitz
Gudrun Krebitz
Eine werdende Frau in Zwiesprache mit dem Mond und einer Marienstatue. Aus der tobenden Leere ihrer Einsamkeit fleht sie um ein Ereignis – Schreckliches und Blutiges soll passieren. Geflüsterte Worte einer Protagonistin, die mit ihren Phantasmen traumwandlerisch die Selbstermächtigung probt. Immer dem heiß-kalten Verlangen nach – mal dialogisch, mal monologisch. Kreide, Bleistift, Farbe in verschiedenen Texturen machen die innere Anspannung spürbar, die auch in Ton und Musik Resonanz findet.

Nadja Rademacher


Nominiert für mephisto 97.6 Publikumspreis

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Internationales Programm
Future Baby Maria Arlamovsky

Das Baby nach Maß: Labore, Samen- und Embryonenlager, so groß wie Fabrikhallen. Die quasi-industrielle Kinderproduktion: Technologie, Ethik und lukrativer Wirtschaftszweig. Ein Gruselfilm.

Future Baby

Dokumentarfilm
Österreich
2016
91 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Maria Arlamovsky
Vincent Pongracz, Alana Newman
Sebastian Arlamovsky
Natalie Schwager
Maria Arlamovsky
Sergey Martynyuk, Johannes Winkler
Junge oder Mädchen? Blaue Augen oder braune? Ein zukünftiger Olympiasieger oder eine Literatur-Nobelpreisträgerin? Dass das Kind ohne jeden Makel – von überflüssigem Fett bis hin zu Erbkrankheiten – sein soll, steht sowieso außer Frage.

Was die Reproduktionsmedizin zu leisten vermag und – vor allem – wie weit wir bereit sind zu gehen, möchte Maria Arlamovsky ergründen. Und so begibt sie sich auf eine Reise um die Welt – was ausnahmsweise Sinn macht, werden doch heutzutage die einzelnen Komponenten eines Menschen in verschiedenen Kontinenten generiert, ja produziert, und irgendwo mehr oder weniger mechanisch montiert. Sie besucht Labore und schicke Kliniken, Samen- und Embryolager im Fabrikhallenformat ebenso wie Dritte-Welt-Hospitäler, in denen Leihmütter Kinder für die Erste Welt austragen. Mit ihnen spricht sie ebenso wie mit jenen, die austragen lassen – weil sie es können – und mit Vertreterinnen und Vertretern der Medizin, Philosophie, Bioethik oder Biotechnologie. Ohne zu emotionalisieren addiert der Film Ungeheuerlichkeiten, die unter anderen Vorzeichen als Fortschritt oder Freiheit verstanden werden. Mit nüchternem Forscherblick lässt er uns in die geöffnete Büchse der Pandora sehen. Sie ist glatt und schön, suggerieren die Bilder. Während der Text Fallstricke legt, in denen sich verfängt, wer moralische Urteilen fällen zu können meint. Ein Gruselfilm.

Grit Lemke

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Internationales Programm
Paradies! Paradies! Kurdwin Ayub

Mit dem kurdischen Vater zur Familie im Irak: Wohnungskauf und Fronttourismus vor den Toren des IS. Eine junge Wiener Künstlerin erkundet kulturelle Brüche, mit Gespür für Tragikomik.

Paradies! Paradies!

Dokumentarfilm
Österreich
2015
78 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Rudolf Takacs, Lixi Frank
Kurdwin Ayub
Kurdwin Ayub
Nooran Talebi
Rudolf Pototschnig
Das Flugzeug, das Kurdwin und ihren Vater Omar zu den kurdischen Verwandten bringt, ist fast leer. Wer möchte in diesen Zeiten schon in den Nordirak fliegen? Omar hat in Wien erfolgreich seine Arztpraxis aufgebaut. Kurdwin ist in Österreich aufgewachsen und sieht den „Heimat“-Besuch eh kritisch. Filmend versucht sie zu ergründen, warum der Vater schon beim Stichwort Kurdistan in Euphorie verfällt und unbedingt eine Zweitwohnung kaufen will, an einem Ort, der einen Steinwurf vom IS-Gebiet entfernt liegt. De facto ist trotz aller Konflikte ein Bauboom ausgebrochen. Auch Omar will in eine utopische Zukunft investieren, sei es aus Trotz gegen das Wiener Finanzamt, aus Heimweh oder aus neu erwachtem Patriotismus. Gegen jeden Realitätssinn demonstriert er vor der filmenden Tochter einen unbeugsamen Optimismus, den er nach allzu offensichtlichen Fehltritten in der Wohnungsfrage immer noch auf einen touristischen Ehrenbesuch an der Front umlenken kann.

Mit einem Gespür für tragikomische Situationen reizt Kurdwin Ayub die Kompetenz des Home Movies aus und erkundet aus der Innensicht einen interkulturellen Bruch in der Familie. Dabei spielt sie, hinter und vor der Kamera, mit den vorgegebenen Rollenmustern, provoziert als mädchenhafte Naive, während ihr Vater den molierischen Helden gibt. So haftet dem Film neben seinem situativen auch ein performativer Charakter an.

Lars Meyer


Nominiert für Young Eyes Film Award

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