Filmarchiv

Internationales Programm
Absolute Beginners Fabrizio Terranova

Ein feiner und sehr berührender Film über die Kunst, sein Leben trotz einer tödlichen und alles verändernden Krankheit bewusst zu (er-)spüren und zu genießen. Carpe diem.

Absolute Beginners

Dokumentarfilm
Belgien
2018
42 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Fabien Siouffi
Fabrizio Terranova
Lawrence Le Doux
Tristand Galand
Bruno Tracq
Fabrizio Terranova
Nicolas Lebecque
Wer nicht betroffen ist, hat von der Huntington-Krankheit meist noch nie gehört. Dabei verändert der erbliche Gendefekt einfach alles: die Fähigkeit, den eigenen Körper zu kontrollieren, den Kontakt mit der eigenen Seele, die Stimmungen und Emotionen, das Level der verfügbaren Energie … und letztlich die Beziehungen zu geliebten Menschen. Eine Heilung gibt es bisher nicht, wohl aber einen Test, der schon vor Ausbruch der Krankheit feststellt, ob man die genetische Mutation in sich trägt.

Die sechs Menschen, die hier sehr emotional und ehrlich von ihrem Leben erzählen, sind alle Gen-positiv, befinden sich jedoch in unterschiedlichen Stadien der Krankheit. Aus Angst vor sozialer Ausgrenzung sprechen einige von ihnen vor der Kamera nur anonymisiert. Noch sind nicht alle bereit, ihr „Gesicht zu zeigen“ und sich zu einer Krankheit zu bekennen, die Außenstehende leicht als schwere Form der Demenz oder als geistige Behinderung wahrnehmen. Dabei wiederlegt jeder, der hier Einblick gibt, auf eindrucksvolle Weise solche gängigen Missverständnisse. Deutlich wird, dass wir angesichts unheilbarer Krankheiten immer auch mit der Frage konfrontiert sind, wie wir das Risiko der Vergänglichkeit ins eigene Lebenskonzept integrieren können. Bei näherer Betrachtung betrifft dieses philosophische Problem allerdings jeden Einzelnen von uns. Ein filmisches carpe diem und eine Ode an das Leben.

Luc-Carolin Ziemann

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
After the Silence Sonam Larcin

Wie gehen Coming-out und Asylbewerbung zusammen? In diesem Film von Sonam Larcin besser als befürchtet. Eine Geschichte vom langsamen Ankommen, in warmen Farbtönen und zärtlichen Gesten.

After the Silence

Dokumentarfilm
Belgien
2018
23 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Véronique Duys (Médiadiffusion)
Sonam Larcin
Axel Meernout
Louis Rousseau
Sonam Larcin
Igor Van De Putte, Ferri Van Overstraeten
„Erzähl mir deine Geschichte“ – eigentlich eine Aufforderung, über die man sich freuen sollte. Schwierig nur, wenn sie sich in einer Brüsseler Amtsstube an einen jungen Mann richtet, der dort Asyl sucht und in seinem ganzen bisherigen Leben noch vor niemandem seine Homosexualität eingestanden hat. Vielleicht aber auch eine Chance. Und eine gute Voraussetzung, die Geschichte dann auch vor einer Filmkamera zu erzählen. Ein Film vom langsamen Ankommen, in warmen Farbtönen und zärtlichen Gesten.

Silvia Hallensleben

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Erpe-Mere

Dokumentarfilm
Belgien
2019
21 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Noemi Osselaer
Noemi Osselaer
Yale Song, Jérémie De Witte
Noemi Osselaer
Noemi Osselaer, Elias Grootaers
Noemi Osselaer
Noemi Osselaer
Ein filmisches Porträt des flandrischen Dorfes Erpe-Mere, das uns – ausgehend vom Sichtbaren – in andere Schichten der Wahrnehmung mitnimmt. Wo tagsüber die Traktoren dröhnen und jaulende Maschinen über die Motocross-Strecke rasen, erwacht in der Nacht eine andere Welt zum Leben. Wir werden hineingezogen in ein Universum, das nicht den Gesetzen der Logik, sondern denen des Traumes gehorcht. Méliès’sche Freude an optischer Täuschung paart sich hier mit humorvoller Montage.

Luc-Carolin Ziemann

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Insectopedia

Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Portugal
2018
23 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Victor Candeias (DocNomads), Lucie Rego (Hutong Productions)
Antoine Fontaine
Erwan Evin
Antoine Fontaine
Antoine Fontaine
Antoine Fontaine
Arnout Colaert
36 Jahre lang filmte und sezierte ein alleinstehender Chirurg in seiner Brüsseler Wohnung Insekten. 600 Filmrollen mit wundervollen, obsessiv präzisen Aufnahmen und zunehmend wirren Begleittexten zeichnen ein seltsames Psychogramm. Antoine Fontaine stößt bei seinen Recherchen zu Dr. Veroft auf eine Spezies Mann, deren Sozialverhalten auffällig auf Sechsbeiner ausgerichtet ist und die ihr Habitat mit hörbar wuselnden Chitinpanzern und Darth-Vader-Figurinen teilt.

André Eckardt

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Little Man, Time and the Troubadour

Dokumentarfilm
Belgien,
Niederlande
2019
104 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jan van der Zanden, Ineke Kanters
Ineke Smits
Walter Hus
Piotr Rosolowski
Katarina Türler
Ineke Smits, Sipa Labakhua
Jeroen Stout
„Nationalitäten waren uns egal“, sagt eine ältere Dame. Sie zeigt ihrer Freundin und dem Kamerateam das Haus, in dem sie als junge Frau mit ihren Kindern wohnte. Die Schule war nur um die Ecke. Alle lebten sie hier harmonisch Tür an Tür: Armenier, Georgier, Abchasier, Mingrelier. Bis der Krieg kam. Jeder, der es sich leisten konnte, flüchtete. Nach Russland, in die Türkei, nach Georgien. Abchasien, das sich selbst als Staat betrachtet, liegt im Süden des Kaukasus und grenzt ans Schwarze Meer. Völkerrechtlich gehört das Land zu Georgien, hat jedoch den Status einer autonomen Region.

Der abchasische Künstler Sipa Labakhua ist nach vielen Jahren in seine Heimat zurückkehrt und zieht nun mit seiner autobiografischen Marionettenshow durchs Land. Er erzählt von seinen eigenen Erfahrungen, seiner Flucht, den Träumen seines Vaters – und sammelt auf seinen Reisen weitere Geschichten: von georgischen Bauern, orthodoxen Priestern, abchasischen Nationalisten, syrischen Flüchtlingen und russischen Hippies. Daraus entsteht das poetische Bild einer Gesellschaft, die diverser kaum sein könnte und sich eine essenzielle Frage stellt, die uns alle beschäftigt: Wie definiert sich die nationale oder kulturelle Identität eines Landes? Sipa Labakhua hat darauf eine ganz eigenwillige Antwort: Er sieht sich als Troubadour, die Kunst als sein Heimatland und sein Talent als Zuhause.

Julia Weigl

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Internationales Programm
Machini Frank Mukunday, Trésor Tshibangu Tshamala

Die Hommage an die kongolesische Stadt Lubumbashi entfaltet sich zu einer kritischen Reise und offenbart fatale Zusammenhänge der Weltökonomie. Auch wir im Norden spielen eine gewisse Rolle.

Machini

Animationsfilm
Belgien,
DR Kongo
2019
10 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Rosa Spaliviero, Ellen Meiresonne
Frank Mukunday, Trésor Tshibangu Tshamala
Francesco Nchikala
Frank Mukunday, Trésor Tshibangu Tshamala
Caroline Nugues-Bourchat, Frank Mukunday
Frank Mukunday, Trésor Tshibangu Tshamala
Frank Mukunday, Trésor Tshibangu Tshamala
David Douglas Masamuna
Einst verzauberten afrikanische Klänge den Alltag am Flussufer. Die Hommage von Frank Mukunday und Trésor Tshibangu Tshamala an ihre Stadt Lubumbashi entfaltet sich zu einer kritischen Reise und offenbart die fatalen Zusammenhänge der Weltökonomie. Auch wir im Norden spielen eine gewisse Rolle, wie die Schlusspointe aufrüttelnd anprangert. Mit recycelten rostigen Materialien, Steinen und Kreide positioniert sich das kongeniale Duo und widersetzt sich dem „Schwarzmarkt der Geschichte“ inhaltlich wie formal.

Nadja Rademacher

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Internationales Programm
My Name Is Clitoris Daphné Leblond, Lisa Billuart-Monet

Warum ist der eigene Körper für so viele Frauen eine Terra incognita? Eine gelungene filmische Expedition zu gesellschaftlichen Ursachen und erogenen Hot Spots.

My Name Is Clitoris

Dokumentarfilm
Belgien
2019
78 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Isabelle Truc
Daphné Leblond, Lisa Billuart-Monet
Thibaud Lalanne
Lisa Billuart-Monet
Lydie Whisshaupt-Claudel, Daphné Leblond
Daphné Leblond, Lisa Billuart-Monet
Daphné Leblond, Pierre Dozin
Zwölf junge Frauen erkunden einen unbekannten Kontinent: ihren Körper. Genauer gesagt, die Teile ihres Körpers, die man oft verschämt als „private parts“ oder „Schambereich“ verklausuliert. Mit großer Selbstverständlichkeit sprechen die Protagonistinnen über die Reise in ihre eigene Sexualität, ihre Emotionen und (unerwartete) Entdeckungen, aber auch über Ängste und das Gefühl, sich ohne Hilfe auf ungesichertes Terrain zu begeben. Obwohl (oder gerade weil) man sie alle in der Schule oder in der Familie „aufgeklärt“ hat, mussten sie sich elementares Wissen über ihren eigenen Körper erst mühsam selbst erschließen. Bis heute steht die Menge verfügbarer Informationen über weibliche Anatomie und Lust in keinem Verhältnis zu denen über die männliche Sexualität. Die Ahnungslosigkeit über Form, Lage und tatsächliche Funktion der titelgebenden Klitoris ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, der hier langsam zum Schmelzen gebracht wird.

Die ruhigen, vertrauensvollen Gespräche eröffnen einen Raum für Fragen und Reflexionen, der sich im gelebten Leben viel zu selten ergibt, weil das Reden über Sexualität an Tabus rührt oder weil sich durch medial verbreitete Stereotypen Zerrbilder und falsche Vorstellungen verfestigen. „My Name Is Clitoris“ spricht eine andere Sprache: Hier geht es um den Wunsch nach (nicht nur) sexueller Gleichberechtigung und um die Freiheit, die eigene Lust zu entdecken und zu befriedigen.

Luc-Carolin Ziemann

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Our Lucky Hours

Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Schweiz
2019
77 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Alexandre Cornu
Martine Deyres
Olivier Brisson, Nicola Marinoni
Jean-Christophe Beauvallet, Dino Berguglia, Antoine-Marie Meert
Philippe Boucq, Catherine Catella, Martine Deyeres
Martine Deyeres, Anne Paschetta
Olivier Hespel, Marianne Roussy, Olivier Schwob
Zwischen 1939 und 1945 starben 45.000 Patienten in psychiatrischen Kliniken in Frankreich. Es gab nur einen Ort, an dem die Kranken die Euthanasie überlebten: das Hospital in dem abgelegenen Dorf Saint-Alban. Hinzu kam, dass es hier Ärzten, Pflegekräften und Patienten gemeinsam mit den Dorfbewohnern gelang, eine ganze Reihe von Kriegsflüchtlingen, Widerstandskämpfern und verfolgten Juden zu verstecken und damit vor dem sicheren Tod zu retten.

Warum war Saint-Alban so eine Ausnahme? Die Regisseurin Martine Deyres fand bei ihrer Recherche in den Archiven des Krankenhauses Fotos, Schmalfilme und Tonaufnahmen. Dieses Material nutzt sie, um das Bild einer Einrichtung zu zeichnen, die ihrer Zeit weit voraus war. Die Patienten wurden respektiert, integriert und individuell gefördert. Außerdem trugen sie durch die Mitarbeit im Haushalt oder auf den Feldern vor allem in der Kriegszeit dazu bei, dass in Saint-Alban niemand hungern musste. Es gab eine Patientenzeitung sowie diverse künstlerische und handwerkliche Kurse. Die Holzskulpturen von Auguste Forestier gelangten sogar als „Art Brut“ zu Berühmtheit, als der Maler Jean Dubuffet die Arbeiten des Saint-Alban-Patienten nach Kriegsende entdeckte. Aus all dem wird ein flammender filmischer Appell für einen respektvollen Umgang mit psychisch Erkrankten, der in Zeiten ökonomischer Zwänge und starker Normierungstendenzen wichtiger ist denn je.

Luc-Carolin Ziemann

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Internationales Programm
Our Territory Mathieu Volpe

Eine Reise ins Licht Süditaliens. Migranten arbeiten für Hungerlöhne, während sich nebenan die Urlauber am Strand vergnügen. Freizeithunger, Lebenshunger und die klein-große Welt dazwischen.

Our Territory

Dokumentarfilm
Belgien
2019
21 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Serge Kestemont, Olivier Burlet, Mathieu Volpe
Mathieu Volpe
Vincent D’Hondt
Mathieu Volpe
Pauline Piris-Nury
Mathieu Volpe
Jean-Noël Boissé
In körnigen Bildern der süditalienischen Landschaft verschmelzen die Kindheitserinnerungen des Regisseurs mit der Gegenwart. Heute bevölkern nicht nur urlaubshungrige Familien die Gegend, sondern auch Migranten, die hier unter prekären Bedingungen arbeiten. Eine Stadt in der Stadt, nur ohne Straßennamen. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen erinnern an Joris Ivens und Walker Evans. Sie erzählen vom zermürbenden Alltag und knallharten Hierarchien in mafiösen Strukturen, aber auch von Zusammenhalt und Aufbruch.

Luc-Carolin Ziemann

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
To the Living Pauline Fonsny

Was passierte im Innenleben einer jungen Nigerianerin, die in Europa ihre Zukunft sah? Das einfühlsame Porträt einer hilflosen Frau, die der Polizeiwillkür zum Opfer fiel.

To the Living

Dokumentarfilm
Belgien
2019
27 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Alice Lemaire
Pauline Fonsny
Alice Perret
Pauline Fonsny, Lou Vernin, Pierre de Wurstemberger
Pauline Fonsny, Ismaël Joffroy Chandoutis, Rudi Maerten
Nathan Foucray, Michel Bystranowski, Alice Lemaire, Jean-Noël Boisse
Auf der Flucht erreichte Semira Adamu 1998 Brüssel, wo sie in einem Auffanglager festgehalten und von Polizisten mit einem Kissen erstickt wurde. Pauline Fonsny orientiert sich in ihrem Essayfilm an den persönlichen Erinnerungen der jungen Frau, auf der Leinwand verkörpert von der nigerianischen Malerin Obi Okigbo. Semiras Bericht verwebt sich mit einem Text der belgischen Sängerin und Poetin Maïa Chauvier. Es entsteht das einfühlsame Porträt einer hilflosen Frau, die der Polizeiwillkür zum Opfer fiel.

Julia Weigl

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