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Länderfokus Brasilien 2013
Diary, Letters, Revolutions Flávia Castro

Rekonstruktion des Wegs der Eltern durch den politischen Kampf in Brasilien und ihr Leben im Exil. Eine Generation linker Aktivisten, ihre Ideale und das Scheitern einer Utopie.

Diary, Letters, Revolutions

Dokumentarfilm
Brasilien
2011
105 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Estelle Fialon, Flávio Tambellini, Flávia Castro
Flávia Castro
Paulo Castiglioni
Flávia Castro
Flávia Castro
Valéria Ferro
In den 1960er und 70er Jahren herrschte auch in Brasilien eine Diktatur, gegen die sich eine junge Generation linker Aktivisten erhob. Zu ihnen gehörte der Vater der Regisseurin, der Journalist Celso Castro, der Anfang der 80er Jahre unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Beim Versuch, den Tod des Vaters aufzuklären, folgt Flavia de Castro dem Lebensweg ihrer Eltern, der sie ins Exil nach Chile, Argentinien, Panama und schließlich nach Frankreich führte. Auf dem Weg zerbrach die Ehe, und der Vater kehrte 1979 nach dem Erlass eines Amnestiegesetzes nach Brasilien zurück. Mit Hilfe von Erzählungen der Mutter und anderer Weggefährten sowie von Aufzeichnungen und Briefen des Vaters entsteht das spannende Bild eines revolutionären Lebens jenseits der Heimat. Die Hoffnungen, Ideale und Erfolge im politischen Kampf werden genauso spürbar wie die Enttäuschungen, die Resignation und letztlich das Scheitern des revolutionären Projekts. Auf einer parallelen Ebene erzählt die Regisseurin von ihrer eigenen unbehausten Kindheit und zeigt auf, welchen Preis die Angehörigen der Revolutionäre zahlen mussten. Flavia de Castro versucht, den Tod ihres Vaters zu verstehen, und erliegt nicht der Versuchung, eine väterliche Heldenfigur zu erschaffen. Das erfordert Mut.

---Paulo de Carvalho