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Hill of Pleasures

Dokumentarfilm
Brasilien,
Niederlande
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische

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Janneke Doolaard, Hanneke Niens, Hans de Wolf, Maria Ramos
Maria Ramos
Guy Gonçalves, Leo Bittencourt, Miguel Lindenberg
Karen Akerman
Jahrzehntelang überließ der Staat den Drogenkartellen das Regiment über die Favelas von Rio de Janeiro. In Vorbereitung der Fußball-WM 2014 hat er seine Strategie geändert und stationiert nach massivem Militäreinsatz in den Armenvierteln Spezialeinheiten der „Befriedungspolizei“ UPP. Die Regisseurin Maria Ramos beobachtet deren Arbeit in der Favela Morro dos Prazeres. Hier soll die immer noch verhasste Polizei jetzt staatliche Präsenz zeigen und den Dialog mit der Bevölkerung wiederherstellen. Das stößt nicht nur auf Misstrauen, sondern auch auf hartnäckigen Widerstand. Ramos begleitet den Alltag der Polizisten, ihre Kontrollgänge, Blitzaktionen und Verhandlungen mit den Bewohnern. Parallel dazu nimmt sie die Perspektive der einfachen Menschen ein, zeigt ihr Leben in der Gemeinschaft und erfährt von ihrer Vergangenheit. Auf einer der „Baile Funk“-Partys, von der Favela als kulturelle Ausdrucksform hervorgebracht, wird ausgelassen gefeiert und getanzt. Doch der Blick vom Hügel auf das nächtliche Rio lässt ahnen, dass der Friede trügerisch ist …

---Paulo de Carvalho
Länderfokus Brasilien 2013
Housemaids Gabriel Mascaro

Hausangestellte gehören in Brasilien zur Familie. Jugendliche im Gespräch mit Frauen, die wie Mütter für sie sind, doch kein Privatleben haben dürfen. Soziogramm einer Gesellschaft.

Housemaids

Dokumentarfilm
Brasilien
2012
75 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Rachel Ellies
Gabriel Mascaro
Alana Santos Fahel, Ana Beatriz de Oliveira, Jenifer Rodrigues Régis, Juana Souza de Castro, Luiz Felipe Godinho, Perla Sachs Kindi, Claudomiro Canaleo Neto
Eduardo Serrano
Gabriel Mascaro
Eduardo Serrano
Sieben Jugendliche, sieben Kameras und sieben Tage Drehzeit – das ist der Rahmen, den Gabriel Mascaro seinem filmischen Experiment setzt. Die Hauptdarsteller stehen auch fest: Es sind die „Domésticas“, die Angestellten im Zuhause der jungen Leute, die vom Kinderhüten über das Kochen und Bügeln bis hin zum Chauffieren alles erledigen. Die Doméstica ist eine feste Größe in vielen brasilianischen Haushalten. Sie wird fast als Familienmitglied betrachtet, lebt aber in großer Abhängigkeit von ihren Arbeitgebern – oft weit weg vom Ehemann und den eigenen Kindern. Der Film begleitet nicht nur den Arbeitsalltag der Hausangestellten, sondern eröffnet uns auch Einblicke in ihr eng begrenztes Privatleben. Aus den Beobachtungen und Gesprächen der Jugendlichen mit den Domésticas, die oft wie eine zweite Mutter für sie sind, montiert Mascaro ein spannendes Soziogramm der brasilianischen Gesellschaft. Obwohl er direkte Aussagen zu Klassenunterschieden oder zu den Arbeitsbedingungen der porträtierten Personen meidet, schälen sich die Machtverhältnisse in seinem Film deutlich heraus. Es gelingt dem Regisseur auf subtile und nuancenreiche Weise, in diesen familiären Mikrokosmen die unsichtbare Trennlinie zwischen der persönlichen und der Arbeitsbeziehung aufzuzeigen.

---Paulo de Carvalho