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Jahr

The Last Station

Dokumentarfilm
Chile,
Deutschland
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Catalina Vergara, Catalina Vergara Films/Globo Rojo; Co-Producer: Philip Gröning/Philip Gröning Filmproduktion
Cristian Soto, Catalina Vergara
Je älter man wird, desto kleiner wird der Radius, in dem man sich bewegt, desto langsamer verlaufen alle Handhabungen. Die Zeit scheint zu kriechen. Jeder Gang bedeutet Mühsal und eine kleine letzte Rebellion gegen den Tod, der sich bleiern und unaufhaltsam in den Farben des Herbstes über die Landschaft legt. In allen Verrichtungen versteckt sich Endlichkeit: Die Namen im Adressbuch werden weniger, mit jeder Operation zeigt der Körper einmal mehr seine Grenzen auf und selbst das Fernsehprogramm ist zum Wegdämmern. Und dennoch geht mit dem Verlust Gewinn einher, alles erhält Bedeutung. Es könnte das letzte Mal sein. Die zwei jungen chilenischen Autoren Christian Soto und Catalina Vergara beobachten die Insassen des Altersheims Padre Hurtado voller Empathie und aus großer Nähe. Sie choreografieren diesen Schwebezustand zwischen Leben und Tod in malerischen dunklen Tableaux vivants und fließendem Licht. Die Bilder insistieren auf den Moment des Innehaltens, der Versenkung, nehmen den Rhythmus der Langsamkeit auf und verwandeln ihn in Poesie. Sie trauen sich, von der Wirklichkeit ein Stück abzurücken und in der Tradition des magischen Realismus ein Drittes zu konstituieren, das davon erzählt, wie es ist, schon nicht mehr ganz hier und noch nicht dort zu sein. Darin steckt so viel Schönheit und Erkenntnis, dass es einem die Angst vor dem Tod einen Augenblick lang zu nehmen vermag.
– Cornelia Klauß

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