Filmarchiv

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Internationales Programm 2017
Accordion Class Zuqiang Peng

Das Image von China als Musiknation ist von gedrillten Massen und Ausnahme-Instrumentalisten bestimmt. In dieser Akkordeonklasse ergibt sich freilich ein anderes Bild.

Accordion Class

Dokumentarfilm
China
2016
20 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Zuqiang Peng
Zuqiang Peng
Zuqiang Peng
Zuqiang Peng
Zuqiang Peng
Das Image von China als Musiknation ist von gedrillten Massen und Ausnahme-Instrumentalisten bestimmt. In dieser Akkordeonklasse ergibt sich freilich ein anderes Bild: in Daunenanoraks gepackt, üben Kinder „Hänschen klein“. Während der Kulturrevolution waren Klavier und Geige als „bürgerlich“ verpönt. Anders das Akkordeon – seine performative Qualität kam der Propaganda entgegen. Heute wirkt das anrührende Gequetsche beinahe wie eine widerständige Geste gegen staatlich gefördertes Virtuosentum.

Esther Buss
Internationales Programm 2017
Slaughter Youth House Wang Yan Peng

Das Gemüse in China – verseucht mit Pestiziden. Das einheimische Fleisch – mit Hormonen versetzt. Ob man trotzdem in China bleiben möchte, fragt Wang Yan Peng zwei College-Studenten.

Slaughter Youth House

Dokumentarfilm
China
2017
30 Minuten
Untertitel: 
englische

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Xiu Jing
Wang Yan Peng
Wang Yan Peng, Con Kui
Wang Yan Peng, Guo Hon
Wang Yan Peng
Das Gemüse in China – verseucht mit Pestiziden. Das einheimische Fleisch – mit Hormonen versetzt. Ob man trotzdem in China bleiben möchte, fragt Wang Yan Peng zwei College-Studenten. Klar, es sei ein guter Ort zum Leben. Ob das Studentenwohnheim, in dem sich die sechs jungen Männer des Films ein kleines Zimmer teilen, auch ein guter Ort zum Leben ist, bleibt allerdings noch zu klären.

Carolin Weidner
Internationales Programm 2017
Taming the Horse Tao Gu

Dong, 30 Jahre – Lederjacke und Liebeskummer als Antithese zum Karriereethos. Kein Aussteiger, sondern ein Träumer mit Selbstzweifeln im heutigen China der Turbomodernisierung.

Taming the Horse

Dokumentarfilm
Kanada,
China
2017
124 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Aonan Yang, Xun Yu, Tao Gu
Tao Gu
Xun Yu
Tao Gu
Catherine Van Der Donckt
Dong, 30 Jahre alt, liegt rauchend im Bett und fragt sich: „Was kann ich tun, um ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu sein? Sollte ich aufstehen? Nein, werde ich nicht.“ Als der Regisseur Tao Gu 2011 nach zehn Jahren seinen Jugendfreund wiedersieht, trifft er auf einen Mann, der von persönlichen Niederlagen und der jüngsten Turboentwicklung der chinesischen Gesellschaft überrollt wurde. Jemand, der mit Lederjacke, Liebeskummer, Gitarre und Alkohol in einer Studentenbude die Antithese zum diktatorischen Karriereethos verbildlicht. Dong träumt durch den Tag und lebt seine emotionalen Ausbrüche in einem sozialen Umfeld aus, das auf Zurückhaltung programmiert ist.

Das feinfühlige Porträt zeigt keinen willentlichen Aussteiger, sondern einen, der an Selbstzweifeln und dem Erfolgsdruck der kapitalistischen „Freiheiten“ scheitert, der trotz seiner jungen Jahre von der nachrückenden Generation bereits clever ausgespielt wird. Denn die jongliert mit der Logik der Marktwirtschaft schon ganz souverän. Protagonist und Filmemacher begeben sich auf eine Zugreise in Dongs Heimat in der Inneren Mongolei. Die mehrtägige Fahrt gerät zum filmischen roten Faden, denn sie hängt schwelgerisch einem Traum von Dong nach: in der endlosen Steppe Pferde zuzureiten und mit einem einfachen mongolischen Mädchen ein friedliches Leben zu genießen. Der junge Mann bricht die Reise ab.

André Eckardt