Filmarchiv

Dum Spiro Spero

Dokumentarfilm
2016
50 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nenad Puhovski
Pero Kvesić
Srđan Sacher
Pero Kvesić
Ana Šerić
Pero Kvesić
Danijel Pejić
Machen wir uns nichts vor – sterben gehört zu den eher unangenehmen Dingen, die wir im Leben zu bewältigen haben. Des Weiteren kaputte Warnblinklichter, lampenlose Glühbirnen, renitente Ehepartner und die Schwägerin, die nie ihr Handy findet, wenn sie (endlich) das Haus verlassen will. Trost bieten das wunderbare Verhältnis zur Schwiegermutter, das auf gegenseitiger Nichtbeachtung gründet, ein wohlgeordneter Haushalt, in dem Bücher die Herrschaft über alle Räume übernommen haben, und ein alter Hund, mit dem man in den Wettlauf tritt, wer als erster abdankt …

Dum spiro spero, nach Cicero: Solange ich atme, hoffe ich. Nun ist es mit dem Atmen so eine Sache, wenn man wie Pero Kvesić nur noch über zwanzig Prozent Lungenvolumen verfügt. Tendenz: fallend. Der Grundsound dieses Films ist (neben Kvesićs Maultrommel) das Schnaufen, mit dem er sich, die Kamera im Anschlag, durch sein kleiner werdendes Universum bewegt. Kvesić, der unzählige Romane, aber auch Drehbücher für Dokumentar- und Animationsfilme verfasst hat, dokumentiert mit sicherem Gespür für Rhythmus und Details das Vergehen. Ohne Larmoyanz, voller Lakonie und tiefschwarzem, abgründigem Humor, mit dem man auf dem Balkan dem Tod und anderen schlimmen Krankheiten begegnet. Es geht um Würde, Selbstbestimmung und die nächste Zigarette. Eventuell wird die Sache mit dem Atmen überschätzt. Vielleicht hoffen wir auch, solange wir lachen?

Grit Lemke


Nominiert für MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Nighthawk

Animationsfilm
2016
9 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Tina Smrekar, Špela Čadež, Vanja Andrijević
Špela Čadež
Tomaž Grom
Iva Kraljević
Zarja Menart, Špela Čadež, Matej Lavrenčič
Gregor Zorc, Špela Čadež
Johanna Wienert
Eine trunkene Autofahrt durch die Nacht. Am Steuer sitzt ein Dachs. Das Autoradio ist der säuselnde, rhythmische Begleiter und Taktgeber zum Taumel der Fahrbahn, zum Tanz der Scheinwerfer der entgegenkommenden Fahrzeuge. Der Anfang wird zum Ende einer sehr skurrilen Reise, bei der Geschwindigkeit relativ ist und die Špela Čadež als Flachfigurenanimation mit Finessen visuell großartig verdichtet.

André Eckardt



Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm 2016;
Nominiert für mephisto 97.6 Publikumspreis 2016

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