Filmarchiv

Jahr

On the Water

Dokumentarfilm
Kroatien
2018
79 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Hrvoje Osvadić
Goran Dević
Damian Nenadić
Jan Klemsche, Vanja Siruček
Goran Dević
Martin Semenčić
Flüsse mögen einfache geografische Gegebenheiten sein. Darüber hinaus sind sie eloquente Mikromilieus, in denen sich Geschichte und Geschichten abgelagert haben. Durch das Zentrum der kroatischen Industriestadt Sisak fließen die Save, die Kupa und die Odra. Sie waren und sind die Lebensadern der Stadt und der Region. Heute muten diese Flüsse zwar wie pastorale Rückzugsorte an, jedoch liegen dort auch die zahlreichen aus der Vergangenheit kommenden Erzählungen offener zutage als anderswo.

Die Existenzen der Flussanwohner und -nutzer, um die herum Goran Dević seinen Film strukturiert hat, sind überwiegend mit Ereignissen des jugoslawischen Bürgerkriegs und dessen ethnischen und sozialen Konflikten verknüpft. Obwohl inzwischen über zweieinhalb Jahrzehnte zurückliegend, erscheint diese historische Zeit wie eine Parallelwirklichkeit, die ihre Schatten wie ein fortwährendes Trauma über die Protagonisten stülpt. „On the Water“ ist eine poetisch-politische Studie über Wandelbarkeit und Beständigkeit von Menschen und Räumen, wobei die Trennlinie zwischen beiden unscharf bleibt.

Ralph Eue


Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Langfilm

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Dum Spiro Spero

Dokumentarfilm
Kroatien
2016
50 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nenad Puhovski
Pero Kvesić
Srđan Sacher
Pero Kvesić
Ana Šerić
Pero Kvesić
Danijel Pejić
Machen wir uns nichts vor – sterben gehört zu den eher unangenehmen Dingen, die wir im Leben zu bewältigen haben. Des Weiteren kaputte Warnblinklichter, lampenlose Glühbirnen, renitente Ehepartner und die Schwägerin, die nie ihr Handy findet, wenn sie (endlich) das Haus verlassen will. Trost bieten das wunderbare Verhältnis zur Schwiegermutter, das auf gegenseitiger Nichtbeachtung gründet, ein wohlgeordneter Haushalt, in dem Bücher die Herrschaft über alle Räume übernommen haben, und ein alter Hund, mit dem man in den Wettlauf tritt, wer als erster abdankt …

Dum spiro spero, nach Cicero: Solange ich atme, hoffe ich. Nun ist es mit dem Atmen so eine Sache, wenn man wie Pero Kvesić nur noch über zwanzig Prozent Lungenvolumen verfügt. Tendenz: fallend. Der Grundsound dieses Films ist (neben Kvesićs Maultrommel) das Schnaufen, mit dem er sich, die Kamera im Anschlag, durch sein kleiner werdendes Universum bewegt. Kvesić, der unzählige Romane, aber auch Drehbücher für Dokumentar- und Animationsfilme verfasst hat, dokumentiert mit sicherem Gespür für Rhythmus und Details das Vergehen. Ohne Larmoyanz, voller Lakonie und tiefschwarzem, abgründigem Humor, mit dem man auf dem Balkan dem Tod und anderen schlimmen Krankheiten begegnet. Es geht um Würde, Selbstbestimmung und die nächste Zigarette. Eventuell wird die Sache mit dem Atmen überschätzt. Vielleicht hoffen wir auch, solange wir lachen?

Grit Lemke


Nominiert für MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.