Filmarchiv

Toomas Beneath the Valley of the Wild Wolves

Animationsfilm
Kroatien,
Estland,
Frankreich
2019
18 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Chintis Lundgren, Draško Ivezić, Emmanuel-Alain Raynal, Pierre Baussaron
Chintis Lundgren
Terence Dunn
Chintis Lundgren
Chintis Lundgren, Draško Ivezić
Chintis Lundgren, Draško Ivezić, Darko Vidačković
Chintis Lundgren, Draško Ivezić
Pierre Yves Drapeau, Benoît Coallier
Toomas, ein attraktiver Wolf, dem so manch unmoralisches Angebot begegnet, eröffnet, nachdem er seinen Job verloren hat, einen Gigolo-Service. Nach zögerlichem Anfang floriert das Geschäft bald – sogar eine Filmanfrage lässt nicht lange auf sich warten. Das alles behält er für sich. Und tut es damit seiner Frau gleich, die anstelle von Yoga-Klassen einen Female-Empowerment-Guru namens Alexandra Horn-Eye aufsucht, der ihr über Juutub vorgeschlagen wurde. Allmählich kommt Bewegung in die Beziehung.

Carolin Weidner

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Chris the Swiss

Dokumentarfilm
Kroatien,
Finnland,
Deutschland,
Schweiz
2018
90 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Samir (Dschoint Ventschr), Siniša Juričić (Nukleus Film), Heino Deckert (Ma.ja.de.), Iikka Vehkalahti (IV Films Ltd / p.s.72 productions)
Anja Kofmel
Marcel Vaid
Simon Guy Fässler
Stefan Kälin
Simon Eltz
Anja Kofmel
Daniel Hobi, Marco Teufen, Hrvoje Petek
Christian Würtenberg starb 1992 in Kroatien. Obwohl der junge Schweizer als Journalist gekommen war, trug er die Uniform einer internationalen Miliz, die auf kroatischer Seite im Bürgerkrieg kämpfte. Lange blieb rätselhaft, warum er selbst zur Waffe griff. Seine Cousine, die Filmemacherin Anja Kofmel, hat sich dieser Frage gestellt.

Sie befragt Weggefährten und ergänzt die dokumentarischen Aufnahmen mit düsteren, aufs Wesentliche reduzierten Animationssequenzen, die das narrative Gerüst des Films bilden. Tief eintauchend in die politischen Wirrungen zeichnet der Film nach, wie Chris Teil der nationalistischen, von Opus Dei unterstützten Söldner wurde. Ein politisch bis heute brisanter, visuell beeindruckender Krimi, der zeigt, wie schnell die persönliche Haltung im Krieg versehrt werden kann.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den MDR-Filmpreis; Schweizer Filmpreis 2019: Bester Dokumentarfilm, Beste Musik, Beste Montage

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Days of Madness

Dokumentarfilm
Kroatien,
Slowenien
2018
74 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Oliver Sertić
Damian Nenadić
Miro Manojlović, Filip Sertić
Maja Šćukanec, Mladen Bađun, Damian Nenadić, Srđan Kovačević
Sandra Bastašić
Martin Semenčić
Kventiax, Seroquel, Rivotril, Prazine, Normabel … Wenn Mladen und Maja mit einer Mischung aus Abgeklärtheit und Wut all die psychoaktiven Substanzen aufzählen, die ihr Leben bestimmen und die ihre Körper mit ihren toxischen Nebenwirkungen kaputt machen, glaubt man sich in einem Gespräch über schrecklich penetrante Familienmitglieder. Zu ihrer langen und von zahllosen Klinikaufenthalten bestimmten Krankheitsgeschichte kommt hinzu, dass die echten Familienmitglieder, egal ob längst auf dem örtlichen Friedhof begraben oder als Elternpaar verächtlich aus dem Nebenzimmer herausschimpfend, ebenfalls nicht von ihnen ablassen. In enger Zusammenarbeit mit Mladen und Maja, die sich in Form videotagebuchartiger Nahaufzeichnungen selbst porträtieren, zeigt Damian Nenadić zwei Menschen, die von der Gesellschaft mit ihrem Leid allein gelassen wurden – oder deren Leid überhaupt erst durch diese hervorgebracht wurde. Majas Borderline-Störung diagnostizierten die Ärzte als Folge ihrer Transgender-Identität. Mladen, der mit Depressionen aus dem Jugoslawienkrieg heimkehrte, wurde von den Eltern erst einmal zum Priester geschickt. „Days of Madness“ schildert den schrittweisen Versuch, die Kontrolle über das von Psychiatrie, Familie und Kirche entwendete Leben ein Stück weit zurückzugewinnen. „Warum ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Störung und Nationalismus nicht?“

Esther Buss


Nominiert für den MDR-Filmpreis

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IKEA for YU

Dokumentarfilm
Kroatien,
Schweden
2018
52 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Vera Robić Škarica, Marija Ratković Vidaković
Marija Ratković Vidaković, Dinka Radonić
Siniša Krneta
Dinka Radonić
Damir Čučić
Marija Ratković Vidaković, Dinka Radonić
Johan Bodin, Siniša Krneta
Ein Familien-Selfie vor den „Drei Fäusten“, einem Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg getöteten Bürger von Niš, der drittgrößten Stadt im heutigen Serbien. Drei Betonfäuste aus der Zeit des Titoismus ragen in den Himmel: die Faust eines Vaters, die einer Mutter, die eines Kindes. Marija bringt sich in Position, Mutter und Vater stellen sich daneben, der Bruder drückt den Auslöser. Nichts anderes wird auf diesem Bild gespeichert als die gesamte konflikt- und widerspruchsreiche Identitätsgeschichte Jugoslawiens und Ex-Jugoslawiens – eine Geschichte, die noch immer nachzittert und der Marija Ratković Vidaković, unterstützt von Co-Autorin Dinka Radonić, mit diesem persönlichen Familienfilm auf den Grund geht.

Geprägt durch Eltern und Großeltern, die die realsozialistischen Ideen und Werte der Tito-Ära auf dem Balkan noch in sich tragen, muss sich die Dreiunddreißigjährige mit einem paradoxen Identitätserbe auseinandersetzen, das mit ihrer privaten Welt und ihrem Leben in Kroatien kaum etwas zu tun hat. Marija weiß, dass sie dieses Erbe nicht an ihren Sohn weitergeben möchte, und sie weiß, dass es dafür in ihr verblühen muss. „IKEA for YU“ ist das über Jahre entstandene Zeugnis einer Reise in die eigene Familiengeschichte, tief hinein in die intimsten Geflechte, in denen sich eine lange, wendungsreiche Geschichte festgebissen hat. Und eine Reise weit hinaus aus Kroatien.

Lukas Stern


Nominiert für den MDR-Filmpreis

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Srbenka

Dokumentarfilm
Kroatien
2018
72 Minuten
Untertitel: 
englische
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Vanja Jambrović
Nebojša Slijepčević
Nebojša Slijepčević, Bojan Mrđenović, Iva Kraljević
Tomislav Stojanović
Der Kroatienkrieg Anfang der 1990er Jahre wirft nach wie vor lange dunkle Schatten in die Gegenwart. Ressentiments, Vorurteile und Traumata beeinflussen die Bevölkerung, sodass der Konflikt ungebrochen aktuell und schwelend scheint. „Srbenka“ beginnt mit einer Protagonistin, die berichtet, wie es war, als Serbin in Kroatien aufzuwachsen. Bereits in der Schule ist sie deswegen ausgeschlossen, beleidigt und bedroht worden. Ihr tiefer Schmerz trägt sich durch den Film und wird von den anderen Protagonisten geteilt – Serben und Kroaten gleichermaßen.

Slijepčević begleitet die Vorbereitungen einer Theateraufführung unter der Regie von Oliver Frljić. Es geht um die Ermordung eines zwölfjährigen serbischen Mädchens und ihrer Familie 1991 in Zagreb. Immer noch sind die Lager zu dieser Gräueltat gespalten und das Bühnendrama legt den Finger in die Wunde: Wieso sind die Mörder nie verurteilt worden? Wie kann es sein, dass die Ermordung eines Kindes politisch instrumentalisiert wird? Und was ist mit den vielen namenlosen kroatischen Kindern, für die niemand ein Stück schreibt? Die Proben, das Ensemble und die jugendlichen Laiendarstellerinnen ermöglichen eine rohe und emotional aufrüttelnde Spiegelung der Geschehnisse. Sichtbar wird die gesellschaftliche Spaltung und Ratlosigkeit über einen scheinbar unlösbaren Konflikt, der sich in einem seelenlosen Etikettieren von Menschen manifestiert.

Kim Busch


Nominiert für den MDR-Filmpreis

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The Cure

Dokumentarfilm
Kroatien
2018
44 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Noah Pintarić
Ana Opalić
Ana Opalić, Martina Zvonić
Ana Opalić
Noah Pintarić, Ana Opalić
Ana Opalić, Jasna Žmak
Nikola Uršić
Tamara mit Zigarette, Großaufnahme: „I get depressed without nicotine.” Titelvorspann. Tamara mit Zigarette, Großaufnahme: Stimme heiser, postoperativ und vor der therapeutischen Weiterbehandlung. Bei jedem Besuch bereitet Tamara der Zug an der Zigarette sichtlich mehr Schmerzen. Ihr Leib verpuppt sich zum dumpf grollenden Resonanzkörper ihres Mundrachenkrebses. Aber die Wortkarge stickt großflächig in bunten Farben dagegen an, verliert sich in Musik und abwesenden Blicken. Ihre eigensinnige Sucht gibt ebenso wenig klein bei, versöhnt immer wieder mit einer Zigarette, sodass das Kratzige des filmischen Porträts zum sanften Staunen gerinnt.

Ana filmt ihre Mutter, fragt nach, wenn Dinge sich nicht selbst erklären. „Coffee and Cigarettes“ in unprätentiösen Aufnahmen, in der Schlichtheit des familiären Alltags, in einer bescheidenen Küche, die unverkennbar „Zuhause“ ausstrahlt. Die Beobachtende wird zum Seismografen einer Sucht, mit liebevollen Gesten gegenüber ihrer süchtigen Mutter. Die Beobachtete hat die beste Zeit ihres Lebens, weil ihre Tochter als Künstlerin fähig ist, Schönheit zu erkennen, und mitten im Leben steht. Sie selbst braucht nun nichts mehr. Und die Zigarette? Sie ist für Tamara die schwermütige Erinnerung an jemanden von Bedeutung. Den holt sie sich mit dem Rauch in ihr Leben zurück: „I get depressed without nicotine.”

André Eckardt


Nominiert für den MDR-Filmpreis

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Pinball

Animationsfilm
Kroatien
2012
7 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Vanja Andrijevic
Darko Vidačković
Hrvoje Štefotić
Darko Vidačković
Darko Vidačković
Darko Vidačković
Darko Vidačković
Hrvoje Štefotić
Wie bei einem schnellen Flipperspiel ist die Bahn der Kugel, sobald sie einmal in Bewegung ist, nicht festgelegt. Der Spieler lenkt die Kugel, gibt ihren Bewegungen Sinn und hinterlässt Spuren, aber nicht auf lange Sicht.

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Internationales Programm
The Verdict Đuro Gavran

Auf einem Platz in Zagreb wird das Urteil gegen den kroatischen General Ante Gotovina verkündet. Wut, Entsetzen, Trauer. Der Krieg, gegenwärtig in Nahaufnahmen der Gesichter.

The Verdict

Dokumentarfilm
Kroatien
2013
11 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Miljenka Čogelja
Đuro Gavran
Pavel Posavec, Nikola Sučević, Tamara Duganđija, Đuro Gavran
Iva Mrkić
Danijel Peić
Ein Mann hält ein Transparent mit dem Foto eines Generals in die Luft, ein Uniformierter schwingt die kroatische Fahne, eine Frau wippt zur Musik, Jugendliche singen von der Schönheit Slawoniens und der Dalmatinska Zagora. Es ist der 15. April 2011, Zagreb, 16 Jahre nach dem Krieg. Der Mann auf dem Transparent ist Ante Gotovina. Er ist der Held derer, die eben noch gesungen haben. Jetzt lauschen sie gespannt der Urteilsverkündung des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien. Ante Gotovina ist angeklagt. Er soll Kriegsverbrechen gegen die Serben befohlen haben. Die extremen Naheinstellungen verraten uns nicht den exakten Ort des Geschehens. Sie konfrontieren uns nur mit den Gesichtern der Menschen, die hinter ihrem Nationalhelden stehen, erzählen ohne Worte von Erinnerungen an die persönliche Vergangenheit und ein Stück kroatische Geschichte. Daran, dass eben diese Geschichte noch eine unerwartete Wendung erfahren wird, hat wahrscheinlich keiner der Singenden an diesem Tag geglaubt.

Claudia Lehmann

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Internationales Programm
The Blockade Igor Bezinović

Ein Studentenstreik in Zagreb greift auf das ganze Land über, doch droht er an inneren Konflikten zu scheitern … Vivisektion einer Revolte, ungestüm, klug und mitreißend.

The Blockade

Dokumentarfilm
Kroatien
2012
92 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nenad Puhovski, Factum Documentary Project, Oliver Sertić, Restart
Igor Bezinović
Zli bubnjari, Antenat, Ibrica Jusić, Naš mali Afro bend, Tigrova mast, Idoli
Đuro Gavran, Eva Kraljević, Igor Bezinović, Haris Berbić
Hrvoslava Brkušić, Maida Srabović, Miro Manojlović
Igor Bezinović
Ob Occupy, Sit-in’s oder Punk-Performances in der Kirche, ziviler Ungehorsam breitet sich weltweit aus wie ein Lauffeuer. Auch in Zagreb wollten die Studenten der Philosophischen Fakultät die laufende Erhöhung der Studiengebühren nicht mehr hinnehmen und beschlossen einen Studentenstreik, den größten seit 1971. Schnell griff die Revolte auf andere Universitäten über. Was eher spontan begann und sich auf Wut gründete, entwickelte schnell ein eigenes Regelwerk. Auch Demokratie will geübt sein, und um die Proteste am Laufen zu halten, Öffentlichkeit zu mobilisieren und dem Widerstand eine Form zu geben, dafür gibt es keine Anleitung, sondern nur den Prozess selbst. Der Regisseur Igor Bezinovic hat an dieser Fakultät früher selbst studiert. Sein Film ist die Vivisektion der asynchronen Abläufe, der sich verändernden Hierarchien, der Debatten über Opposition und Opportunismus, der Angst unter dem Druck der Öffentlichkeit zu scheitern. Der Bildungsminister auf der anderen Seite weiß genau um den schwachen Punkt eines solchen Protestes. Wie lange werden die Studenten durchhalten und den Lehrkörper mit im Boot wissen, wenn der Geldhahn abgedreht wird? „Blokada“ sympathisiert zwar offen mit den Studenten, verhehlt aber nicht, wie einsam und zermürbend es zuweilen ist, radikal zu sein. Der Filmemacher ist immer vor Ort und äußerst präzise in seinen Beobachtungen. Trotz der vielen verschiedenen Perspektiven ist Bezinovic ein ungemein dichter Film gelungen.
– Cornelia Klauß

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Tide

Animationsfilm
Kroatien
2012
6 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Dino Krpan, Diedra
Alen Zanjko
Vjeran Salamon
Ivana Fumic
Sinisa Mataic
Alen Zanjko
Boris Wagner
Bei Vollmond und Flut geschehen seltsame Dinge. Das ist der Ausgangspunkt dieser surrealen Geschichte über zwei Figuren, die trotz allem eine Tasse Tee zusammen trinken wollen. Dieses ganz normale Vorhaben richtet viel mehr Schaden als Nutzen an.

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