Filmarchiv

Cinema, Mon Amour

Dokumentarfilm
Tschechische Republik,
Rumänien
2015
74 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Tudor Giurgiu
Alexandru Belc
Tudor Vladimir Panduru
Ion Ioachim Stroe
Alexandru Belc, Tudor Giurgiu
Vlad Voinescu
Victor Purice gebührt definitiv ein Orden als „Held der Arbeit“. Mit welcher Verzweiflung, welchem Elan, welcher Hartnäckigkeit er um sein Kino kämpft, da kommen einem die Tränen. Das „Dacia“ Panorama-Filmtheater irgendwo in der rumänischen Provinz, eine Kinoschönheit in Beton mit mehreren hundert Plätzen, großzügigem Foyer und einer gediegenen 35-mm-Projektionstechnik, steht kurz vor dem Aus. Sein Schicksal ist das vieler Kinos in Rumänien, kaum 30 existieren noch. Die anderen wurden privatisiert, verhökert, in Spielhallen oder Diskotheken umgebaut, selbst das Filmstudio hat viele verkauft. Was für ein Widersinn – während wir hierzulande das „rumänische Filmwunder“ feiern!

Aber Victor Purice und sein ihm verbliebenes kleines Team lassen sich aus ihrem Traum vom Kino nicht einfach so verjagen. Sie wohnen und kochen zwischen den Filmspulen, funktionieren das Foyer zu einer Tischtennishalle um und schauen sich im Zweifel auch mal einen Hollywood-Blockbuster alleine an. All das ist mit liebevollem Blick erzählt, aber auch voller Bewunderung für diesen Don Quichotte der Moderne, der gegen Missmanagement, den digitalen Fortschritt und eine kaputte Heizung zu Felde zieht. Der Preis, den er zahlt, ist hoch. Zu befürchten steht, dass es in dieser Geschichte kein Happy End gibt. Mission: Impossible.

Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The Dangerous World of Doctor Doleček

Dokumentarfilm
Tschechische Republik
2015
75 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Kristýna Hněvsová, Dagmar Sedláčková, Tomáš Michálek
Kristýna Bartošová
Jakub Rataj
Kristýna Bartošová
Šimon Hájek
Kristýna Bartošová
Lukáš Ujčík
Ein Film über Dr. Rajko Doleček – aber wie und mit welchem Ziel? In Tschechien als Mediziner eine öffentliche Figur, trat er im Jugoslawienkrieg als Vermittler des serbisch-nationalistischen Weltverständnisses in Erscheinung. Bis heute ist der Ordensträger der orthodoxen Kirche stolz auf seine Freundschaft mit General Ratko Mladić, über den er ein Buch schrieb. Sollte es möglich sein, dem Leugner des Massakers von Srebrenica eine Erkenntnis zu entreißen – nämlich die, dass er sich irrt? Was die junge Regisseurin versucht, ist heikel. Beide sind Tschechen mit Wurzeln in Jugoslawien. Sie hat ihre bosnische, er seine serbische Seite. Doch mit Blick auf Lebenserfahrung und gesellschaftliche Stellung treffen zwei ungleiche Gegner aufeinander. Womit Kristýna Bartošová aber vor allem nicht rechnete: dass Doleček sie durch seine offene Art derart entwaffnen, ja sie sogar in seinen Freundeskreis einführen würde. So werden ihre Zweifel zum Inhalt des Films, indem sie das zwiespältige Verhältnis zum Protagonisten kreativ thematisiert. Sie backt ihm, der im Fernsehen gegen Kalorien kämpfte, einen gehaltvollen Kuchen und nimmt ihn mit auf eine Reise durch die Republika Srpska, wo seine Verleugnungstaktik allmählich absurde Züge annimmt. Indem sie die Grenzen ihres eigenen Filmprojektes offenbart, zeigt sie zugleich seine – und die der historischen (und dokumentarischen) Wahrheitsfindung.

Lars Meyer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Retrospektive
The Eye – The Night When the State Fell Apart Marcel Dekanovský, Jozef Horal, Vladislav Kvasnička, Fero Fenič

Unmittelbare Stimmungsbilder aus der Slowakei, eingefangen von vier Kamerateams in der Nacht der Unabhängigkeit.

The Eye – The Night When the State Fell Apart

Dokumentarfilm
Tschechische Republik
1993
22 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Eugen Korda, Tomáš Diamant, Olga Hellerová
Marcel Dekanovský, Jozef Horal, Vladislav Kvasnička, Fero Fenič
Ladislav Šidelský, Jozef Bábik, Antonín Kutík, Vlastimil Hamerník
Vladimír Horvát, Jan Petras, Zdenek Patočka
Marcel Dekanovský, Jozef Horal, Vladislav Kvasnička, Fero Fenič
Pavel Sádek, Vladimír Nahodil
Unmittelbare Stimmungsbilder aus der Slowakei, eingefangen von vier Kamerateams in der Nacht der Unabhängigkeit.

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Under the Sun

Dokumentarfilm
Tschechische Republik,
Deutschland,
Nordkorea,
Russland
2015
110 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Natalya Manskaya, Simone Baumann, Filip Remunda
Vitaly Mansky
Kārlis Auzāns
Alexandra Ivanova, Mikhail Gorobchuk
Andrej Paperny
Vitaly Mansky
Evgeniya Lachina, Anrijs Krenbergs
Nordkorea will die beste aller Welten sein. Für alle und alles ist gesorgt. Pjöngjang ist eine saubere moderne Großstadt. Die 8-jährige Zin-mi, die im Mittelpunkt des Films steht, führt durch die Stationen einer glücklichen Kindheit: die Aufnahme in die Pionierorganisation, stramme Fahnenappelle, ausreichend zu essen und immer ein Lied zur Huldigung des Großen Führers Kim Jong-un auf den Lippen.

Der russisch-ukrainische Regisseur Vitaly Mansky erhält die offizielle Genehmigung, ein Jahr lang den Alltag in Stadt und Land zu dokumentieren. Er weiß, dass er instrumentalisiert wird und kehrt den Spieß kurzerhand um, indem er das Zustandekommen der Inszenierungen und Arrangements freilegt. Sein offizieller Aufpasser erweist sich dabei als veritabler „Ko-Regisseur“. So sind es die vermeintlichen Details und Nebensächlichkeiten, zu deren Entdeckung Mansky auffordert. Sie geben Einblick in eine dressierte, stumpf gewordene Gesellschaft. Obwohl man sich in „1984“ wähnt, ist Mansky weder als Voyeur noch als Zyniker gekommen. Hinter den Masken der offiziellen Verlautbarungen sucht die Kamera das Menschliche: ein Gähnen oder einen Moment der Unsicherheit in diesem Land der immer aufgehenden Sonne.

Cornelia Klauß

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