Filmarchiv

A Hole in the Head

Credits DOK Leipzig Logo
Barbara Janišová Feglová
Robert Kirchhoff
Miroslav Tóth
Juraj Chlpík
Jan Daňhel
Robert Kirchhoff
Václav Flégl
Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der ausschließlich Werke von Roma ausgestellt werden. Ist Clinton nicht auch ein Roma? Da ist sich die Galeristin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Roma, auch Yul Brynner. Sie wagten es nur nicht, sich öffentlich dazu zu bekennen. Diese rührende Szene kultureller Selbstvergewisserung ist Teil einer Erzählung über den Holocaust an den Roma, der weitgehend aus dem europäischen Gedächtnis getilgt ist und dessen Spuren der Regisseur akribisch nachgeht. Ein Film gegen das Vergessen.

Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fänge der Mordmaschine der Nazis gerieten. Rita war keine drei Wochen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grauenhafte Experimente an ihr vornahmen. Ihre Zwillingsschwester starb, sie überlebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jähriger, extrem wacher Rom, erinnert daran, dass es die französische Gendarmerie war, die sie damals zusammentrieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die gleiche Polizei ohne Durchsuchungsbeschluss in seinen Wohnwagen ein und verhaftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe kamen. Was hat sich also geändert? Eine Frage, die sich an jeder Station dieser Reise des Gedenkens neu stellt und uns zwingt, Stellung zu beziehen und ideologischen Müll zu entsorgen.

Matthias Heeder


Nominiert für MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Kids DOK
Deep in Moss Filip Pošivač, Barbora Valecká

Eine Wassernymphe, die nicht singen kann, entdeckt mit Hilfe der zwei Elfen Josephine und Bertie ihre wirkliche Stärke: Geschichten erzählen!

Deep in Moss

Animationsfilm
2015
26 Minuten
Untertitel: 
englische
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Pavla Janoušková Kubečková
Filip Pošivač, Barbora Valecká
Matej Portes
Václav Fronk
Lucie Haladová
Barbora Valecká
Iva K. Jestřábová
Martin Blauber
Eine Wassernymphe, die nicht singen kann, entdeckt mit Hilfe der zwei Elfen Josephine und Bertie ihre wirkliche Stärke: Geschichten erzählen!

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H*ART ON

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Miroslav Novák
Andrea Culková
BAZEL
Lukáš Milota
Thomas Ernst
Despina Kannaourou
Andrea Culková, Thomas Ernst
Petr Čechák
Ein Künstlerleben würde allein aus der Perspektive anderer Künstler erfahrbar, denn deren Biografien seien tendenziell Lügen. So sah es die tschechische Schriftstellerin Milada Součková. Dem Leben und Werk von Součkovás Mann Zdeněk Rykr (1900–1940) nähert sich Andrea Culková aus der Perspektive zeitgenössischer Künstler und Rykr-Kenner in Tschechien, Japan und Frankreich sowie mit Archivmaterial. Rykrs grafisches Erbe besteht bis heute hauptsächlich im Design der Orion-Schokolade – mit seinen kommerziellen Arbeiten hatte er früh Erfolg. Jenseits solcher Aufträge jedoch fand er als Avantgardist, der manche Entwicklung in der Konzeptkunst der 1960er Jahre vorwegnahm, weniger Anerkennung.

Auf Spurensuche versammelt die vielstimmige Filmcollage programmatische, proklamatische, provozierende Akte und Aussagen unterschiedlicher Persönlichkeiten. Auch heute ist das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Ausdruck, Provokation, Lifestyle und Kommerz ein bedeutendes Thema für Künstler und Kuratoren. Es findet statt in der Wohnung eines tschechischen Künstlerpärchens, am Rande der Messe Art Basel, bei Ausstellungsvorbereitungen in Japan … Verbindend bleibt die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und der (eigenen) Vergänglichkeit.

Nadja Rademacher


Nominiert für MDR-Filmpreis

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Normal Autistic Film

Dokumentarfilm
2016
92 Minuten
Untertitel: 
englische
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Jan Macola (Mimesis Film)
Miroslav Janek
Miroslav Janek
Tonička Janková
Miroslav Janek
Matěj Němec, Daniel Němec
In einem der wunderbarsten Dialoge dieses sehr intimen Porträts über Jugendliche mit Asperger-Syndrom heißt es: „Sind Autisten nicht auch so eine Art von Alien? Sie denken die ganze Zeit.“ Zwei Jahre lang folgte Miroslav Janek mehreren „Aspies“ und entdeckte auf dieser Reise eine Fabelwelt: hyper, besessen, nervend, künstlerisch, melancholisch, abgedreht. Auch voller Selbsthass, wenn die 14-jährige Majda wütend ihren depressiven Rap raushaut, während sie durch ihr Dorf stampft.

Diese ganz eigene Energie der „Aspies“ gibt dem Film seinen Drive. Die Kamera arbeitet überwiegend mit Nahaufnahmen und schafft damit eine überraschende Bereitschaft beim Zuschauer, diesen merkwürdigen Menschen in ihre Welt zu folgen. Merkwürdig aus der Perspektive der Mehrheit, die festlegt, was geht und was nicht und sich damit der eigenen „Normalität“ beziehungsweise „geistigen Gesundheit“ versichert. Womit die Herausforderung beschrieben ist, denen sich die jugendlichen Protagonisten täglich stellen müssen: in einer Umgebung zu existieren, die nicht sieht, fühlt, denkt und wahrnimmt wie sie. Dieses Lebensgefühl haben Miroslav Janek und Tonička Janková, deren Montage der Film seine bemerkenswerte Leichtigkeit verdankt, übertragen in eine große poetische und berührende Erzählung über die Schönheit der Andersartigkeit.

Matthias Heeder


Nominiert für MDR-Filmpreis, Young Eyes Film Award

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