Filmarchiv

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None of Your Business

Dokumentarfilm
Tschechische Republik,
Iran
2019
64 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Kaveh Farnam
Kamran Heidari
Kamran Heidari, Mansour Vahdani
Kamran Heidari
Saeideh Keshavarzi, Kamran Heidari
Ali Farmani
Es gehe niemanden etwas an, wie er gelebt habe und gestorben sei. So der Sänger Ebrahim Monsefi in einem Lied, das in einem vor Altersschwäche flackernden Video dokumentiert ist. Dieses steht am Ende eines Films, der durch sein Dasein das Gegenteil behauptet. Denn er erzählt genau von diesem Leben, das von der Liebe zur Musik und dem Absturz durch den Verlust geliebter Menschen geprägt war. Es begann in der traditionell weltoffenen südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus. Sogar einen (verlassenen) Hindutempel gibt es, in dem die Waise beim Großvater aufwuchs. Um sich herum Musik aus aller Welt, die von den Einheimischen aufgesogen und adaptiert wurde. So kam auch Ebram früh zur Gitarre und wurde als Singer-Songwriter zu einem lokalen Star, bevor er dem Heroin verfiel und 1997 starb.

Heute sind seine Songs in der Region populäre Standards. Und melancholische Ohrwürmer, die in Kamran Heidaris Film in Archivaufnahmen mit Ebram selbst und Straßensets aktueller Interpreten zum vibrierenden Grundgerüst werden. Dazu die Reinszenierung einzelner Lebensstationen. Und der Künstler als Geist, dessen aufkommende, fast krankhafte Besessenheit vom Weiblichen sich auch als Kommentar zum Weltbild der explizit nicht erwähnten Islamischen Revolution lesen lässt. So ist der Film mehr Parabel als Biografie, aber auch Porträt einer faszinierenden, vitalen Stadt.

Silvia Hallensleben

The Call of the Wild

Dokumentarfilm
Tschechische Republik
2019
40 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Ondřej Šejnoha
Karolína Peroutková
Matěj Chrudina
Karolína Peroutková
Ilona Malá
Karolína Peroutková
Vojtěch Zavadil
„Das Beste auf der Welt ist, das Gesetz zu brechen.“ Ein Hobby, das der zwölfjährige Michal und sein jüngerer Bruder Karel inbrünstig betreiben. Sie stehlen Schokolade, sprayen, betreten unbefugt Grundstücke, trinken Alkohol, rauchen, zündeln. Regisseurin Karolína Peroutková erhält Einlass, wird Zeugin und teils auch (artige) Komplizin eines Erlebens, das sich irgendwo zwischen großer Freiheit und Verwahrlosung abspielt. Wo Peroutková nicht hinkommt, übernehmen die Jungen selbst die Regie.

Carolin Weidner