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Pervert Park

Dokumentarfilm
Dänemark,
Schweden
2014
75 Minuten
Untertitel: 
keine

Credits DOK Leipzig Logo

Frida Barkfors, Anne Köhncke
Frida Barkfors, Lasse Barkfors
Julian Winding
Lasse Barkfors
Signe Rebekka Kaufann, Lasse Barkfors
Frida Barkfors, Lasse Barkfors
Frida Barkfors, Frank Mølgaard Knudsen
Sexualstraftaten zählen sicher zum Abscheulichsten, das Menschen anderen antun können. Über den Umgang mit den Tätern herrscht scheinbar ein breiter gesellschaftlicher Konsens. In den USA werden ihre Fotos öffentlich gepostet, und nach Verbüßung ihrer Haftstrafe dürfen sie nicht in der Nähe von Orten wohnen, an denen sich regulär Kinder aufhalten. Lediglich Sozialprojekte, wie das von Frida und Lasse Barkfors porträtierte in Florida, helfen ihnen, sich mit ihren Taten auseinanderzusetzen und ins Leben zurückzufinden. In ruhigen Bildern filmen die Regisseure den Alltag in der „gated community“, einigen der etwa 120 dort lebenden Männern und Frauen kommt der Film sehr nahe. In konzentrierter Intimität entfalten sich erschütternde und sehr unterschiedliche Geschichten, teils von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen und einem lebenslangen Kampf um Würde und menschliche Nähe, teils aber auch von aus der Bahn geworfenen Existenzen. Immer geht es um den Umgang mit der eigenen Schuld und die Frage, wie mit ihr weitergelebt werden kann.

Darüber hinaus lernen wir aber auch Menschen kennen, die in ein System geraten sind, das in einer Mischung aus gesellschaftlicher Hysterie und einem auf Profit ausgerichteten Justizapparat die Verurteilung von vermeintlichen Sexualstraftätern zu einem perfiden Geschäftsmodell gemacht hat. Den Begriff des „Perversen“ muss man nach dem Film anders denken.

Grit Lemke