Filmarchiv

Countries (Film Archive)

Deutscher Wettbewerb 2014
Himmelverbot Andrei Schwartz

Hrib, der mehr als 20 Jahre lang seine Unschuld beteuerte, wird aus dem Gefängnis bei Bukarest entlassen. Eine schmerzhafte Resozialisierung und wachsende Zweifel: Alles Lüge?

Himmelverbot

Dokumentarfilm
Deutschland
2014
86 Minuten
Untertitel: 
deutsche

Credits DOK Leipzig Logo

Gerd Haag
Andrei Schwartz
Bernd Meiners, Susanne Schüle, Andrei Schwartz
Heidrun Schweitzer
Andrei Schwartz
Marin Cazacu, Dinu Constantin, Severin Renke
Während der Dreharbeiten zu seinem Film „Geschlossene Gesellschaft“ trifft der in Rumänien geborene Regisseur Andrei Schwartz 2002 im Hochsicherheitsgefängnis in Rahova, nahe Bukarest, unter anderem auf Gavril Hrib, der wegen Mordes an einer Staatsanwältin zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Nach über 20 Jahren kommt er endlich auf Bewährung frei und wird in ein Land entlassen, das er noch aus der Ära Ceaușescus kennt. Rumänien, das nun Teil der Europäischen Union ist, hat sich verändert, einschließlich einer neuen Rechtsprechung, die vorzeitige Entlassungen möglich macht. Hrib, dieser schmächtige Kerl mit einer Kippa unter dem Basecap, weiß mit seinem schlitzohrigen Witz und seiner schlaksigen Hilflosigkeit durchaus Sympathien zu gewinnen. Drinnen hat er sich Respekt erarbeitet und Freunde gewonnen, draußen stößt er nur auf Ablehnung und verschlossene Türen. Andrei Schwartz begleitet diesen schmerzhaften Versuch einer Resozialisierung über mehrere Jahre hinweg. Es zeigt sich, dass weder die Gesellschaft noch Gavril Hrib selbst dafür bereit sind und alles schlussendlich zum Ausgangspunkt zurückführt: zur eigentlichen Tat.
Cornelia Klauß