Filmarchiv

Delta

Dokumentarfilm
Deutschland,
Ukraine
2017
80 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Yulia Serdyukova, Gennady Kofman, Kirill Krasovski
Oleksandr Techynskyi
Oleksandr Techynskyi
Marina Maykovskaya
Oleg Golovoshkin
Das dünnbesiedelte Donaudelta in der Bukowina liegt an der EU-Außengrenze auf rumänischem und ukrainischem Gebiet. Abseits des von Containerschiffen befahrenen Hauptstroms verästelt sich ein Netz von Seitenflüssen in einem endlosen Schilfwald. Im veränderlichen Licht des Hochwinters wechseln sich warme und kalte Brauntöne ab. Nebelwände und graue Wassermassen verwischen den Horizont. Durch das hohe Röhricht bahnen sich Männer ihren Weg zur Schilfernte. Die Kamera drängt sie an den Bildrand. Der stark begrenzte Schärfenbereich macht sie mal zu Fremden in einer unwirklichen Landschaft, mal werden sie von dieser aufgesogen. Bei Kälte und Feuchtigkeit schneiden sie das riesige Schilf, packen es zu mächtigen Bündeln und schleppen es über Eisrinnen. So hart die Arbeit, so rau der Ton der Landarbeiter untereinander, so derb der Alltag, den es zu überleben gilt. In der unwegsamen, wilden Abgeschiedenheit der Region bietet der orthodoxe Glaube ein schützendes Heim. Hektisch und durcheinander schöpfen in Nahaufnahme Eimer und Flaschen das Weihwasser aus dem Fluss. Bei der Aussegnung trauert das Dorf mit Gesängen dicht gedrängt um den Verstorbenen. Es sind spirituelle Rituale einer kleinen, isolierten Gemeinde, umarmt von den Adern der mächtigen Donau. Oleksandr Techynskyis haptischer Film fängt die Nähe in der großen Weite ein.

André Eckardt



Lobende Erwähnung im Next Masters Wettbewerb;
Nominiert für MDR-Filmpreis, Healthy Workplaces Film Award, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

Next Masters Wettbewerb 2017
The Strange Sound of Happiness Diego Pascal Panarello

Der sinnkrisengeplagte Sizilianer Diego wird von einer Vision verfolgt: das Bild einer Maultrommel. Seine Suche nach der Geschichte des Instruments führt ihn bis ins tiefste Sibirien.

The Strange Sound of Happiness

Dokumentarfilm
Deutschland,
Italien
2017
89 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Edoardo Fracchia
Diego Pascal Panarello
Bartolomeo Sailer
Matteo Cocco
Enrica Gatto, Carmen Kirchweger
Alvise Renzini
Diego Pascal Panarello
Danilo Romancino, Michael Haesters, Sorin Apostol
Nach zwanzig Jahren kehrt der gescheiterte Musiker Diego ohne Geld, Job und Perspektiven in seine sizilianische Heimatstadt Augusta zurück. Im Traum erscheint ihm das visionäre Bild einer Maultrommel, im Italienischen: Marranzano. Der schwingend-brummende Klang dieses kleinen Musikinstruments hallt im Gesang der allgegenwärtigen Zikaden wider – und im Geräusch eines Rasierapparats. Nach ersten Nachforschungen im örtlichen Souvenirladen findet sich Diego schon bald im eiskalten Jakutien wieder. Die Maultrommel heißt dort Khomus und gilt als Glücksbringer. In Sibirien begegnen Diego auch der berühmteste Khomus-Spieler der Welt, ein allseits respektierter Schmied, der dem Meister aus „Karate Kid“ auffallend ähnlich sieht, sowie die reiche Mythengeschichte des Instruments. So erzählt man sich, dass eine der besten Marranzani eines Nachts ins Weltall flog, um von einem russischen Kosmonauten gespielt zu werden. Diegos Forschung nach der Universalhistorie der Maultrommel verbindet sich mit der Geschichte seiner persönlichen Glücksuche, wobei seine Reise von Selbstbefragung, ethnografischem Interesse und Assoziierfreude gleichermaßen getragen wird.

Esther Buss



Lobende Erwähnung im Next Masters Wettbewerb;
Nominiert für Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts