Filmarchiv

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Deutscher Wettbewerb
Coming off the Real Time, for a While Anna Friedrich

An der schwedischen Küste lebt Bauer Sven Axel mit seiner Mutter, einigen Tieren und viel Fantasie. Er träumt vom Filmemachen und von der Schauspielerei. Nun erprobt er beides.

Coming off the Real Time, for a While

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
62 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Anna Friedrich, Ray Peter Maletzki (ROSENPICTURES)
Anna Friedrich
Stef Ketteringham
Anna Friedrich
Anna Friedrich
Anna Friedrich
Andrea Rüthel, André Görbing, Leo Rocker, Maximilian Glaß, Anna Friedrich
Anna Friedrich folgt Sven Axel Nilsson in den Morgennebel. Irgendwo in Schweden, das Meer in unmittelbarer Nähe, arbeitet Sven Axel als Bauer. Aber er ist noch viel mehr als das. Friedrich kitzelt es aus ihm heraus, indem sie ihn nach seinen Träumen und Ängsten befragt, wissen möchte, welches der vier Elemente ihm das liebste sei. Sie gibt ihm die Kamera in die Hand, weil er sich wünscht, Steine zu filmen, sodass zudem ein kurzer, dabei nicht minder spektakulärer Beitrag über eine mystische Steinformation Teil des unkonventionellen Porträts ist. Doch auch die Schauspielerei gefällt Sven Axel und so wird er kurzerhand auch das – Schauspieler.

Weitab beinahe jeglicher Störung beginnen die beiden also eine Art Spiel miteinander, bei dem Sven Axels Mutter ebenso eine Rolle hat wie ein Gelände, das die schwedische Armee für ihre Übungen nutzt. „Für mich ist die Welt eine ziemlich große Kugel, weil ich in meinem Leben nicht gerade viel gereist bin“, sagt er. Und setzt nach: „Heute wirkt die weite, weite Welt sehr klein. Aber das ist nicht wahr. Wenn man segelt, geht oder reitet, ist es tatsächlich eine ganz schön große Welt.“ Eine überaus reiche ist jedenfalls die von Sven Axel. Anna Friedrich macht sie passierbar.

Carolin Weidner

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Girls of Paadhai Natalia Preston

In einem Frauenhaus im südlichen Indien stehen Mädchen vor der Entscheidung zwischen Ausbildung und früher Verheiratung. Doch wie viel Entscheidungsfreiheit erlaubt die Tradition überhaupt?

Girls of Paadhai

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
90 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Natalia Preston
Natalia Preston
Stephan Garin
Isabelle Casez
Andreas Zitzmann
Natalia Preston
Andreas Fertig
Ein Frauenhaus im südlichen Indien dient als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sich einer frühen Verheiratung widersetzen. Die Mädchen diskutieren über Liebe – mit erstaunlich pragmatischen Erwägungen: „Wenn dich deine Eltern einem Jungen vermählen, kannst du dich immerhin beschweren. Wenn du aber den Jungen selbst aussuchst, werden sie sagen, es sei deine Entscheidung gewesen.“ Das äußert die zwanzigjährige Amulpriya, deren Fall die Strukturen deutlich macht. Schon ihre Mutter wurde sehr jung in die Ehe mit einem Mann gegeben, der die erhoffte Versorgung aber gar nicht gewährleisten konnte. Nach einem Leben voller Arbeit und Entbehrungen will sie nun für ihre Tochter dieselbe Lösung, die für sie selbst gar keine war: eine Heirat. Amulpriya aber will eine Ausbildung und wird dabei von Sunitha, der Leiterin des Hauses, unterstützt.

Der Name Paadhai bezieht sich auf das konkrete Gebäude und die Anlaufstelle, die es beherbergt, gleichzeitig auf die karitative Organisation, von der es getragen wird. Natalia Preston geht neben Amulpriya auf einige weitere Geschichten näher ein und lässt auf diese Weise erkennen, warum das Geschlechterverhältnis für die indischen Gesellschaft so bestimmend ist: Es durchdringt als die entscheidende soziale Frage alle Bereiche, auch das häufig beschworene Kastensystem.

Bert Rebhandl



Ausgezeichnet mit dem Filmpreis Leipziger Ring.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Halb Traum Dandan Liu

Ein Wiedersehen, zehn Jahre nach dem gemeinsamen Abschluss an der Pekinger Kunsthochschule: Wie viel ist von der damaligen Kreativität geblieben? Wie sieht der heutige Alltag aus?

Halb Traum

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
86 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
KHM Kunsthochschule für Medien Köln
Dandan Liu
Dandan Liu, Mayc Eccher, Fang Du, Shi Tou
Dandan Liu
Fang Du, Xingguo Liu
Dandan Liu
Dandan Liu
Vor zehn Jahren hatten sie gemeinsam ihren Abschluss an der Pekinger Kunsthochschule gemacht und davon geträumt, auch später kreativ arbeiten zu können: in der Fotografie, in der Grafik, in Video- und Installationskunst, im Film oder in Mischformen. Die Filmemacherin, die es danach aus China wegzog, studierte in Deutschland weiter und lebt heute hier. Sie macht sich auf die Suche nach ihren früheren Kommilitoninnen. Was verbindet sie noch? Wie nehmen sie ihre damaligen Arbeiten heute wahr? Wie hat sich ihr Drang, Kunst zu machen, verändert? Was ist von den Träumen geblieben? Wie sieht der heutige Alltag aus?

Neben den grundlegenden Fragen zur Veränderung von Kreativität und Inspiration ist der Film zugleich auch ein Porträt der Ein-Kind-Politik-Generation der 1980er Jahre, deren Leben bestimmt wurde von massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen und die sich mit ihren individuellen Lebenskonzepten dagegen zu wehren versucht. Wie viel Raum für persönliche (künstlerische) Entfaltungsmöglichkeiten bleibt übrig – in einem Alltag, aus dem die Kunst immer mehr zu verschwinden droht? Denn wie man mit Kunst allein ökonomisch überlebt, wurde an der Hochschule nicht vermittelt.

Frederik Lang

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Deutscher Wettbewerb
Havelland Fontane Bernhard Sallmann

Wenn Fontanes Text und Sallmanns Bilder ins Gespräch kommen, entsteht etwas, das sich zum Erlebnisfilm mausert. Literarisches trifft Visualisiertes trifft eine altheutige Landschaft.

Havelland Fontane

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
109 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Bernhard Sallmann
Bernhard Sallmann
Bernhard Sallmann
Christoph Krüger
Bernhard Sallmann
Klaus Barm
Es scheint zunächst ein Sprechfilm zu sein, dessen ganze Größe aus dem berühmten Text stammt, der das unspektakuläre, lange nicht beachtete Berliner Umland feiert, als wäre es so eindrucksvoll wie die respekteinflößenden Alpen oder der liebliche Bodensee. Doch gerade aus der Schlichtheit und Genauigkeit der Beobachtungen Theodor Fontanes speist sich der filmische Stil von „Havelland Fontane“, mit dem Bernhard Sallmann seine Beschäftigung mit den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ fortführt.

Es sind nüchterne Betrachtungen der heutigen Landschaft, die den Text nicht direkt illustrieren, wie es ein einfacher Reisebericht tun würde – hier eine Beschreibung der Insel Werder, dort die Bilder dazu. Da sich Sallmann diesem Zuordnen verweigert, entfacht er Interesse. Welcher Ort ist gemeint und warum filmt er Kinder im Wasser? Immer tiefer tritt der Zuschauer in die anekdotische, auch unterhaltsame Detailhaftigkeit des Textes und erlebt dabei zunehmend deutlich den Zeitabstand zwischen Worten (1889) und Bildern (2018). Man hört von der die Region bis heute prägenden Geschichte der Slawen und macht sich Gedanken über tendenziöse Historiografie. Im längsten Kapitel erfährt man viel über die isolierte Fischerinsel Werder und deren eigentümlich verschlossene Einwohnerschaft. Angeblich blieben die Insulaner sogar von der Pest verschont und begründeten ein Obstimperium, das die Zeiten überdauert.

Saskia Walker

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Deutscher Wettbewerb
Im Stillen Laut Therese Koppe

Erika und Tine, beide 81, werfen einen humorvollen Blick zurück auf ihr Leben in der DDR. Damals kämpften sie um Freiheit, Autonomie und ihre Liebe – zur Empörung der prüden Stasi.

Im Stillen Laut

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
72 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Therese Koppe, Marie-Luise Wagner, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Therese Koppe
Irma Heinig
Annegret Sachse
Evelyn Rack
Therese Koppe
Billie Mind
Erika und Tine sind 81 Jahre alt und seit 40 Jahren ein Paar. Die beiden Frauen leben auf einem selbst ausgebauten Hof in Brandenburg und schauen auf ein bewegtes Leben zurück. In der DDR mussten beide um persönliche und künstlerische Freiräume kämpfen und rangen täglich mit dem Sozialismus, erst recht aber mit dessen real existierenden Widersprüchen. Anders als andere DDR-Kulturschaffende, die an der Ablehnung ihrer Kunst und Ideen zerbrachen, blicken beide heute humorvoll auf die vielfältigen Dokumente ihres Lebens und kontextualisieren und konterkarieren die zahlreichen Stasiakten mit ihren eigenen Erinnerungen, Fotos, Gemälden, Skulpturen und Texten. Sie nutzen die Gespräche mit der jungen Regisseurin, um einen genauen Blick in die eigene (DDR-)Vergangenheit, aber auch in die Nachwendezeit, in Gegenwart und Zukunft zu werfen.

Was vermag Kunst in gesellschaftspolitisch herausfordernden Zeiten? Wie kann man sich selbst, der Kunst und den eigenen Idealen treu bleiben? Wo sind Frauen bis heute konfrontiert mit struktureller Benachteiligung? Wie lassen sich gemeinsam gesellschaftliche Missstände ausräumen? Indem der Film ganz selbstverständlich bei seinen Protagonistinnen bleibt, gelingt eine betörend klare Erzählung über Freiheit, Autonomie, Kreativität und Sozialität – und nicht zuletzt eine wunderbare Ode an die Liebe.

Luc-Carolin Ziemann



Lobende Erwähnung des VER.Di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Landretter Gesa Hollerbach

Eine Bürgermeisterin, ein Astronom, ein Gastronom und eine im Europaparlament engagierte Bäuerin. Sie alle vereint dieses unaufgeregte Porträt – und der Kampf für ihre jeweilige Heimat.

Landretter

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
83 Minuten
Untertitel: 
deutsche
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Erik Winker, Martin Roelly, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck
Gesa Hollerbach
Johannes Winkler
Jennifer Günther
Carina Mergens
Gesa Hollerbach
Johannes Winkler

Das Leben auf dem Land hat viele Facetten und Gesichter. Natur, Ruhe, Tradition. Doch die Realität sieht heute häufig anders aus, denn der Strukturwandel zerstört Europas Dörfer. Schulen müssen schließen, Gemeinden sind unterfinanziert, Landspekulationen erschweren die Arbeit der Bauern und grell erleuchtete Städtchen lassen auch die Sterne im Hinterland nicht mehr so klar erkennen wie noch vor Jahren. Verriegelte Kinos, verlotterte Häuser, verödete Bahnhöfe. Gesa Hollerbachs unaufgeregter Dokumentarfilm porträtiert vier Menschen und deren Schicksale. Alle haben sie sehr unterschiedliche Hintergründe: eine Bürgermeisterin, ein Astronom, ein Gastronom, eine Bäuerin, die sich im Europaparlament engagiert. In Sachsen, im Allgäu, in Österreich. Am Ende vereint sie allerdings der gemeinsame unerbittliche Kampf für ihre jeweilige Heimat. Dabei möchte der Film zeigen, dass Veränderung gedacht und gemacht werden kann, dass Widerstand erste Früchte hervorbringt und die unermüdliche Arbeit dieser mutigen Landretter nicht umsonst ist. So sieht man heute wieder junge Familien auf den Straßen und Paare, die sich bewusst dafür entscheiden, aufs Land zu ziehen. Der Wandel hat bereits begonnen.



Julia Weigl


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Deutscher Wettbewerb
Nachspiel Christoph Hübner, Gabriele Voss

Finaler Teil einer Langzeitbeobachtung von Fußballtalenten, die in den 1990er Jahren bei Borussia Dortmund ausgebildet wurden. Drei Leben mit, für und nach dem „Lieblingssport“.

Nachspiel

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
94 Minuten
Untertitel: 
deutsche
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Erik Winker, Martin Roelly
Christoph Hübner, Gabriele Voss
Jörg Follert
Christoph Hübner
Gabriele Voss
Christoph Hübner, Gabriele Voss
Gabriele Voss

Mit 34 Jahren eine neue Hüfte! Das Leben eines Fußballspielers kann ganz schön hart sein. Und wie geht es dann weiter? Christoph Hübner und Gabriele Voss begegnen drei Männern wieder, die sie im Zuge einer Langzeitbeobachtung von Fußballtalenten schon seit 1998 begleitet haben. „Nachspiel“ bildet gemeinsam mit „Die Champions“ (2003) und „HalbZeit“ (2010) eine Trilogie. Florian Kringe, Heiko Hesse und Mohammed Abdulai galten alle einmal als Hoffnungen für die Profimannschaft von Borussia Dortmund. Doch ihre Karrieren verliefen ganz unterschiedlich. Kringe hatte das größte Potenzial, wurde aber von vielen Verletzungen zurückgeworfen. Hesse spielte bald nur noch, um ein Studium in England zu finanzieren, und arbeitet nun in Brüssel. Abdulai besitzt einen deutschen Pass, arbeitet als Busfahrer und plant eine Reise in seine Heimat Ghana. Den Sport haben sie als „Schule des Lebens“ begriffen. „Nachspiel“ bezieht diese drei Lebensgeschichten auch auf die rasanten Entwicklungen im heutigen Fußball, wo Talente inzwischen mit hochtechnologisierten Mitteln gefördert und gefordert werden. Bert Rebhandl


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Resonance

Dokumentarfilm
Deutschland,
Israel
2019
56 Minuten
Untertitel: 
englische
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Itay Marom
Itay Marom
Itay Marom
Sunjha Kim, Itay Marom
Rotem Dror
Tiefste und verborgene Gefühlsregungen kann Musik in uns auslösen, eine körperliche, seelische oder spirituelle Erfahrung sein – auch für die sie erzeugenden Musiker. Um das höchste Niveau klassischen Gesangs zu erreichen, nehmen angehende Sängerinnen und Sänger Privatunterricht. Über den Verlauf eines Semesters folgt der Film drei renommierten Stimm- und Gesangslehrenden und ihren Schülerinnen und Schülern. Es ist ein hartes körperliches Training, stundenlanges Üben, Atmen, das Finden der exakt richtigen Positionen von Zunge und Kiefer. Denn nur auf der Basis technischer Perfektion kann letzten Endes die Magie der höchsten Emotionalität entstehen, durch ein Hineingeben der eigenen Persönlichkeit, ein Wechselspiel aus Anstrengung und Loslassen-Können.

Auch wenn wir wenig über die Singenden erfahren, sondern vor allem ihren Stimmen lauschen, spürt man die Intensität und Intimität, die bei dieser Art von Einzelunterricht zwischen Lehrenden und Lernenden entsteht – eine Atmosphäre, in der sich etwas Großes, Erhabenes aufbaut. Der lichte und meist stille Betonbau einer der drei Musikhochschulen, die Itay Marom für seinen Film aufsucht, mutet dabei fast wie ein Zen-Kloster an.

Frederik Lang



Ausgezeichnet mit dem DEFA Förderpreis.

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Deutscher Wettbewerb
Waterproof Daniela König

Zwei Frauen, zwei Lebenswelten, ein Beruf: Khawla und Aishe sind Klempnerinnen in Jordanien. Ob sie nach den sich überschlagenden Ereignissen auch ihre Freundschaft wieder wasserdicht kriegen?

Waterproof

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
88 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
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Stefan Kloos, Michaela Pňačeková
Daniela König
Basel Naouri
Patrick Richter
Alex Bakri
Daniela König
Manja Ebert, Claudia Leder
Zu Beginn wird im Autoradio ein Lied gespielt, bei dem man einfach mitsummen muss. Das Lied verlässt den schmucken Kleinwagen, schwebt hinaus ins Urbane und wird zum Initialsound eines in mancherlei Hinsicht initialen Films. Im Auto sitzen, kichern, singen (und rauchen) Frauen auf dem Weg zum nächsten Einsatz. Sie sind Klempnerinnen von Beruf – ein goldenes Handwerk, das im Wüstenstaat Jordanien stärker glänzt als anderswo. Wasser will hier sorgfältig vor dem Auslaufen, Verdrecken, Wegtropfen und Versickern beschützt sein. Das verleiht ihrer Mission etwas Heldisches – und stiftet den durchaus komischen Horizont, vor dem die deutsche Medienkünstlerin und Reportagefilmerin Daniela König von etwas (fast) ganz anderem erzählt.

Dieses andere trifft man im (westlichen) Filmblick auf „die arabische Welt“ nicht oft. Es ist hell und wirft nur dort Schatten, wo sich zwei Auseinanderentwicklungen auf engem Raum begegnen. Hier sind das die erblondete Khawla, die sich als „erste Klempnerin Jordaniens“ medienwirksam verkauft, und ihre Angestellte Aishe, die kurz vor ihrem 40. Geburtstag noch einmal neue Wege einschlagen will. Wie sich ihre Freundschaft im Wandel der sich reibenden Hierarchien, im Wechsel von Gönnerhaftigkeit zu Abhängigkeit zu Gönnerhaftigkeit entwickelt? Das zeigt ein Dokumentarfilm, der sich seine Dramaturgie von der Seifenoper borgt – und in genrefremder Währung zurückzahlt.

Sylvia Görke

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Deutscher Wettbewerb
Zustand und Gelände Ute Adamczewski

Ute Adamczewski filmt Orte in Sachsen, denen man nicht mehr ansieht, dass sie 1933 Schauplätze der NS-Verfolgung waren. Eine geladene Konfrontation von Gegenwartsszenen mit Archivtexten.

Zustand und Gelände

Dokumentarfilm
Deutschland
2019
119 Minuten
Untertitel: 
englische
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Ute Adamczewski
Ute Adamczewski
Stefan Neuberger
Ute Adamczewski
Ute Adamczewski, André Siegers
Ludwig Berger

Schon im Filmtitel wird klar, dass es um zwei Ebenen geht. Geschichte und Gegenwart, Archiv und Präsenz – mit solchen Begriffen für die Spannung zwischen Zustand und Gelände arbeitet Ute Adamczewski. Mit „Bild und Ton“ lässt sich die Reihe der Dichotomien fortsetzen. Zu sehen sind in den zwei Stunden Orte, Plätze und Landschaften in Sachsen. Sie haben alle eine Verbindung zu Geschehnissen unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Damals begann die Jagd auf politische Gegner, die so viele betraf, dass in der Gegend zahlreiche, zum Teil improvisierte Gefängnisse und Lager geschaffen wurden. Eine Frauenstimme liest aus dem Off ruhig Dokumente von damals vor, ergänzt und erweitert um Erinnerungsberichte von Betroffenen aus der Zeit nach dem Krieg. Sukzessive kommen auch geschichtspolitische Aspekte hinzu. Für die DDR waren „Opfer des Faschismus“ nur Menschen, die gegen den Faschismus gekämpft hatten. Juden waren in diesem Sinn keine Opfer. Das findet eine bemerkenswerte Parallele in dem Umstand, dass schon die Nazis 1933 bei ihrem Versuch, Ordnung in die Verfolgungen zu bringen, die Juden (noch) exkludierten: „Fremdstämmigkeit ist kein Grund für Schutzhaft.“ Ein formal wie inhaltlich beeindruckender Film über die Gegenwart der Vergangenheit. Bert Rebhandl





Ausgezeichnet mit einer Goldenen Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- and Animationsfilm und dem VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness.


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Der Esel hieß Geronimo

Dokumentarfilm
Deutschland,
Schweiz
2018
80 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Arjun Talwar (Lo-Fi Films)
Arjun Talwar, Bigna Tomschin
Arjun Talwar
Bigna Tomschin
Arjun Talwar, Bigna Tomschin
Franek Kosłowski
„Eine Insel hat immer zwei Seiten. Die eine heißt Sommer und die andere heißt Winter“, sagt ein Mann namens Rüdiger. Eine Tatsache, die das Leben auf der Insel erschwert, denn die Bewirtschaftung und das Überleben im Winter seien ungleich härter. Andere Hürden des Zusammenlebens: der berühmte Inselkoller, der wohl weltweit auf den unterschiedlichsten Breiten- und Längengraden grassiere.

Die Bewohner der Großen Ochseninsel in der Ostsee konnten all diesen Widrigkeiten über zehn Jahre standhalten. Dann haben sie sich überworfen, das Eiland verlassen, fast alle mit gebrochenem Herzen. Niemand hat den Ort und das, was dort vorgefallen ist, überwunden. Die Insel ist Gesprächsthema, nagende Leerstelle, pochende Wunde. Auf ihr scheint es einen Esel gegeben zu haben, der sich Geronimo nannte. Aber auch unzählige Rosensorten, Kaffee und Bier für alle, die zu Besuch kamen, dazu Musik, Veranstaltungen, einen gemeinsamen Traum. Ein Fixpunkt im Meer. Ohne ihn hätten die Seemänner den Boden unter den Füßen verloren, meint eine Freundin. Und wirklich liegen nun alle auf ihren kleinen Schiffen vor Anker, schaukeln, trinken, schimpfen auf- und bespähen einander, sinnieren.

Carolin Weidner


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness

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Deutscher Wettbewerb
Der Funktionär Andreas Goldstein

Ein „Film über den Vater“, den DDR-Kulturfunktionär Klaus Gysi. Auch ein Film über einen Staat, der oft mit Unrecht assoziiert wird. Nicht hier: Der gute Kommunist ist eine tragische Figur.

Der Funktionär

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
72 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Andreas Goldstein, Heino Deckert
Andreas Goldstein
Jakobine Motz
Chris Wright
Andreas Goldstein
Der „Film über den Vater“ ist ein schwieriges Genre. Andreas Goldstein, Sohn des DDR-Kulturfunktionärs Klaus Gysi (1912–1999), hat sich dieser Aufgabe gestellt. Er tut das so uneitel wie nachdrücklich: bedächtig unaufgeregt, ehrlich intellektuell, analytisch persönlich. Er legt dabei ein Mosaik frei, das auf die Teleologien der selbsternannten Geschichtssieger ebenso verzichtet wie auf die Simplizismen (west-)deutscher Oscar-Anwärter. Nicht vom Leben der Anderen handelt dieser Film, sondern vom eigenen. Nicht vom Gestern, auch vom Heute.

Der Fokus bleibt beim Vater und dessen lebenslangem Versuch, eine Gesellschaftsordnung zu gründen, in der „Geist und Macht voll übereinstimmen“: bei der Urszene des jüdischen Intellektuellen (Anblick eines toten Arbeiters), der Karriere des SED-Parteikommunisten (Verlagsleiter, Kultusminister, Botschafter, Staatssekretär für Kirchenfragen), Einblicken in ein Privatleben, das ein getriebenes war. Selbst Teil dieser „kommunistischen Abstammungsgeschichte“, kommentiert Goldstein aus dem Off eigene Fotografien, gefundenes Fernseharchiv-Material und Bilder aus Berlin (damals, heute) und legt dabei die Latte für eine Neubetrachtung jenes Staates, aus dem er immer gekommen sein wird, hoch. „Wir würden Fragen nach der Legitimität unserer gegenwärtigen Existenz abweisen. Wie kommen wir eigentlich dazu, sie immerzu an die Vergangenheit zu richten?“

Barbara Wurm


Nominiert für den ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Der Stein zum Leben Katinka Zeuner

Den Stein zu finden, welcher der Persönlichkeit des Verstorbenen gerecht wird, darum geht es Michael Spengler und jenen, die zu ihm kommen. Im Prozess reift das individuelle „Grabzeichen“.

Der Stein zum Leben

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
77 Minuten
Untertitel: 
englische
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Katinka Zeuner
Katinka Zeuner
Katinka Zeuner
Anna Pesavento
Oliver Eberhard, Birte Gerstenkorn, Martin Nevoigt, Joel Vogel
„Also es ist ja so, dass ein Mensch immer sehr vielschichtig zu sein pflegt“, sagt Michael Spengler. Zu ihm kommen Personen, die nach einem Grabstein streben, der sich von den üblichen unterscheidet. Der die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegelt, das vergangene Leben reflektiert. Drei Todesfälle und den anschließenden Prozess der Steinfindung begleitet Katinka Zeuner in ihrem Film: ein junges Elternpaar, das ihr Kind verloren hat, eine Frau mit ihren zwei Söhnen, die sich gemeinsam mit Spengler dem Leben des Vaters, beziehungsweise Großvaters anzunähern suchen, und eine Frau, die nach der richtigen Form für einen Mann namens „Cliewe“ forscht. Spengler wird dabei zu einer Art Medium, welches die Erinnerungen und Emotionen seiner Kunden aufnimmt, um sie anschließend ins Material zu übersetzen. Das Vorgehen ist ein gemeinschaftliches, über Wochen und Monate treffen sich die Parteien immer wieder, um etwas zu schaffen, das Michael Spengler als „Grabzeichen“ benennt.

Carolin Weidner


Ausgezeichnet mit dem ver.di Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Lobende Erwähnung Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts



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Deutscher Wettbewerb
Der zweite Anschlag Mala Reinhardt

Präzise Studie zum Zusammenhang zwischen rechtsradikalen Übergriffen in Deutschland und der unzureichenden politischen und gesellschaftlichen Ächtung von Rassismus und Gewalt.

Der zweite Anschlag

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Kate Blamire, Benjamin Cölle, Katharina Degen, Patrick Lohse, Mala Reinhardt
Mala Reinhardt
Macarena Solervicens
Patrick Lohse, Katharina Degen
Federico Neri
Kate Blamire, Gerald Mandl
Bildung DOK Leipzig Logo

Altersempfehlung: ab 12 Jahre 
Klassenstufen: ab 7. Klasse

Themen: Rassismus, Gewalt, Vorurteile, Medien, Justiz, Strafverfolgung, Empowerment, Solidarität 
Lehrplanbezüge: Politik und Medien, Recht und Gerechtigkeit 
Unterrichtsfächer: Gemeinschaftskunde, Geschichte, Politik, Ethik, Religion, Deutsch

Zum Inhalt

Ibrahim Arslan überlebte als Kind den Brandanschlag auf sein Elternhaus in Mölln, bei dem drei Mitglieder seiner Familie starben. Heute sagt er, seine Familie habe nicht nur einen, sondern zwei Anschläge erlitten. Kurz nachdem die Molotow-Cocktails flogen, wurden die Arslans ein zweites Mal zum Ziel von Attacken aus Medien, Politik und Gesellschaft. Diese Attacken, so sagt Arslan heute, waren schlimmer als der Brandanschlag, denn sie wären vermeidbar gewesen.

Der Film befragt Arslan und andere Opfer rechtsradikaler Gewalt wie der Anschläge in Rostock-Lichtenhagen 1992 und Angehörige von NSU-Opfern nach ihren Erfahrungen. Sie alle mussten nicht nur erleben, wie Familienmitglieder und Freunde einer politisch motivierten Straftat zum Opfer fielen, sondern dass sich Polizei, Politik und Medien danach von Vorurteilen zu falschen Schlüssen verleiten ließen. So wurden die Morde des NSU jahrelang öffentlich als „Döner-Morde“ verbrämt. Die Familien der Betroffenen wurden angefeindet und kriminalisiert und leiden bis heute darunter. Die wahren Hintergründe und ihr Leiden sind öffentlich kaum bekannt. Dieser Film konzentriert sich nicht auf die Täter, sondern auf diejenigen, die grundlos durch rassistisch motivierte Gewalt aus dem Leben katapultiert wurden. 

Nach der Kritik des Fußballers Mesut Özil und den Ereignissen in Chemnitz hat das Thema Rassismus in Deutschland eine neue Aktualität bekommen. An der Frage, wie rassistisch die deutsche Gesellschaft ist, scheiden sich die Geister, einfache Antworten gibt es nicht. Das macht die Diskussion darüber umso wichtiger. Dieser Film ermöglicht einen Einstieg in diese hochaktuelle Debatte, ohne dabei aus dem Blick zu verlieren, dass „die Gesellschaft“ kein abstraktes Gebilde ist, sondern aus Menschen wie Du und ich besteht. Wer sich die Mühe macht, eigene Vorurteile und Stereotype zu erkennen und Rassismus im Schulalltag, bei der Arbeit oder in der Familie entgegen zu treten, der hat den wichtigsten Schritt schon getan.

Ibrahim Arslan überlebte als Kind den Brandanschlag auf sein Elternhaus in Mölln, bei dem drei Mitglieder seiner Familie starben. Heute sagt er, seine Familie habe nicht nur einen, sondern zwei Anschläge erlitten. Nachdem die Molotowcocktails erloschen waren, wurden die Arslans ein weiteres Mal zum Ziel von Attacken: aus Medien, Politik und Gesellschaft. Diese Attacken waren schlimmer als die Brandsätze, denn sie wären vermeidbar gewesen, sagt Arslan. Mala Reinhardt fragt in ihrem Film, warum viele Opfer rechtsradikaler Gewalt bis heute die gleichen Erfahrungen machen müssen, angefeindet und kriminalisiert werden. Mit beeindruckender Klarheit analysieren die Betroffenen, die sich inzwischen untereinander vernetzt haben, welche Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Rassismus hierzulande noch immer gesellschaftsfähig ist. Nun gilt es, zuzuhören.



Luc-Carolin Ziemann





Lobende Erwähnung ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, 

Nominiert für den Filmpreis Leipziger Ring und den Young Eyes Film Award


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Deutscher Wettbewerb
Die Sinfonie der Ungewissheit Claudia Lehmann

So klug wie beseelt. Wer nach diesem sinfonischen Essay noch sagt, dass Physik und Dokumentarfilm einander fremde Disziplinen seien, muss Herz und Hirn und sämtliche Sinne verschlossen haben.

Die Sinfonie der Ungewissheit

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
95 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Andrea Schütte, Dirk Decker (Tamtam Film), Claudia Lehmann, Konrad Hempel (Institut für experimentelle Angelegenheiten IXA)
Claudia Lehmann
Konrad Hempel
Eike Zuleeg
Marianne von Deutsch, Claudia Lehmann
Claudia Lehmann, Konrad Hempel
Corinna Zink
Weit ausgreifend wird hier befragt, wovon im Normalfall als unzweifelhafte Voraussetzung des Lebens (im Allgemeinen) und des Filmemachens (im Besonderen) ausgegangen wird: eine objektive, im besten Fall noch interpretierbare Realität.

Ausgehend von Gerhard Mack, emeritierter Professor für theoretische Elementarteilchenphysik am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, unternehmen Claudia Lehmann und Konrad Hempel eine ebenso aufs Universale zielende wie in den molekularen (und noch kleineren) Bereich abtauchende filmische Expedition und fragen nach dem Sinn jeglichen Lebens in unserer komplexen Welt. Mack ist anerkannter Großmeister seiner Disziplin, als solcher aber alles andere als ein Fachidiot. In unfassbar persönlichen Gesprächen mit der Hypnosetherapeutin Rosemarie Dypka und dem Filmemacher Hark Bohm, die in der zweigeteilten Rolle des gesunden Menschenverstands auftreten, agiert der Physiker als begnadeter Übersetzer seiner Theorien. Und dann natürlich noch, last but not least, der von Konrad Hempel komponierte Score, den man hier nur verkürzt als Industrial Music bezeichnen kann. Er ist die zweite, lebhaft pulsierende Herzkammer dieses dokumentarischen Essays. Aus den Soundscapes des DESY, also aus auditiver Feldforschung entwickelt, betritt die Musik zunehmend als gleichwertiger Mitspieler die Bühne und strukturiert den Film als sinfonisches Werk.

Ralph Eue


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness



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Deutscher Wettbewerb
In Search … Beryl Magoko

Eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Weiblichkeit, die ihr durch Genitalverstümmelung im Kindesalter genommen wurde. Ein mutiger, vielschichtiger Film aus der Ich-Perspektive.

In Search …

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Beryl Magoko
Beryl Magoko
Jule Katinka Cramer
Fani Schoinopoulou
Beryl Magoko
Malin Schmid, Johannes von Barsewisch
Die Filmemacherin Beryl Magoko wurde als Kind in Kenia einem lebensgefährlichen Ritual unterzogen, das bis heute viele Mädchen durchlaufen. Damals erschien ihr die „Beschneidung“, ein freundlicher, kaum angemessener Begriff für die Genitalverstümmelung, die sie unter furchtbaren Schmerzen ertrug, als etwas, das zum Heranwachsen unabdingbar dazugehört. Heute weiß sie, dass es nicht so sein muss. Weil das Wissen allein ihr nicht weiterhilft, trifft sie andere Betroffene, die wie sie zwischen Wut und Scham schwanken und noch Jahrzehnte später unter dem Übergriff leiden.

Mit ihrem persönlichen und hochpolitischen Film begibt sich Beryl Magoko auf eine Reise, die sie gleichzeitig in die Vergangenheit und die Zukunft führt. Mit frappierender Offenheit, aber ohne Groll konfrontiert sie die eigene Familie mit Fragen und Vorwürfen. Gleichzeitig steht sie vor der Entscheidung, sich einer wiederherstellenden Operation zu unterziehen und damit ein neues Kapitel in ihrem Leben zu beginnen.

Luc-Carolin Ziemann


Ausgezeichnet mit dem Filmpreis Leipziger Ring

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