Filmarchiv

Daughter’s Mother

Dokumentarfilm
Ungarn,
Indien
2018
26 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
DocNomads European Masters, NoCut Film Collective
Arya Rothe
Arya Rothe
Arya Rothe
Arya Rothe
Isabella Rinaldi, Rudolf Várhegyi, Péter Attila
Ica steht noch mitten im Leben, aber zunehmend auch daneben. Die 65-Jährige von geistreichem, trockenem Humor eckt an wachsenden Erinnerungslücken an – die Stadt bietet ihr dafür ein sicheres Geländer durch den Alltag. Geduldig versucht Judit, die töchterliche Fürsorge in ihre Arbeitswelt und Dorfidylle einzupassen. Über Zwischenhalte beim Würfelspiel, im Einrichtungshaus und im „Café Alzheimer“ sucht sie nach einem gemeinsamen Zuhause für die unterschiedlichen Lebensbedürfnisse zweier eng Verbundener.

André Eckardt

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Machines

Dokumentarfilm
Finnland,
Deutschland,
Indien
2016
71 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Rahul Jain, Thanassis Karathanos, Iikka Vehkalahti
Rahul Jain
Rodrigo Trejo Villanueva
Rahul Jain, Yaël Bitton
Susmit Nath, Adrian Baumeister
Geisterhaft sind die Bewegungen der Kamera, denn sie schwebt körperlos durch die Fabrik. Auch was sie sieht, ist surreal: infernale Feuer und Stoffbahnen, die fallen wie Wasser. Es lärmt, es ist dunkel, doch auf dem Rücken des bildgierigen Wesens bewegt man sich zügig durch die Räume. Was es sucht, ist unklar. Manchmal versteckt es sich auch, hockt in einer Ecke, lauert auf die Arbeiter, die es nicht zu bemerken scheinen. Feuchte überall, Flüssigkeiten und Tinkturen und Schweiß. Und Geräusche von rollenden Walzen. Eine Textilfabrik im indischen Bundesstaat Gujarat, wohin niemand kommt, der nicht unbedingt muss. Immerhin gibt es hier noch Arbeit, aber sie ist schlecht bezahlt, und von Gewerkschaftsstrukturen keine Spur. „Gujarat füttert die Bäuche der Armen“, heißt es im Film.

Carolin Weidner


Nominiert für Healthy Workplaces Film Award

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Internationales Programm
The Fish Curry Abhishek Verma

Alle Fischaugen sind auf Lalit Ghosh gerichtet. Der schwule junge Mann steht kurz vor seinem Coming-out. Zu diesem aufwühlenden Anlass kocht er dem Vater sein Lieblingsgericht.

The Fish Curry

Animationsfilm
Indien
2017
12 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Abhishek Verma, Jamuura.com
Abhishek Verma
The 126ers
Antariksh
Abhishek Verma
Abhishek Verma, Jayesh Bhosale
Shantanu Yennemadi
Alle Fischaugen sind auf Lalit Ghosh gerichtet. Der schwule junge Mann steht kurz vor seinem Coming-out. Zu diesem aufwühlenden Anlass kocht er dem Vater sein Lieblingsgericht, ein traditionelles Fisch-Curry. Über dieses bengalische Gericht, „Maacher Jhol“ genannt, heißt es in der Radio-Kochsendung, es sei gut für Herz und Gehirn. Ein gutes Vorzeichen, immerhin.

Esther Buss

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Internationales Programm
Cities of Sleep Shaunak Sen

Schlaflos in Delhi: rastlose Suche nach Ruheplätzen unter Brücken und in Unterschlüpfen, die teuer und mafiös vermarktet werden. Science-Fiction-artige Dystopie in fiebrigen Bildern.

Cities of Sleep

Dokumentarfilm
Indien
2015
74 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Virender Kundu
Shaunak Sen
Ritwik De
Salim Khan, Shaunak Sen
Sreya Chatterjee, Shaunak Sen
Aman Mann, Sahil Dhingra
In keiner Charta der Welt ist Schlaf als Menschenrecht aufgelistet. Erst recht nicht in Delhi, einer Stadt, wo er ein kostbares Gut ist und Insomnie das Schicksal jener, die sich keinen nächtlichen Unterschlupf leisten können. Dabei geht es um das schlichte Überleben, denn in der Dunkelheit kommen die Moskitos, die das todbringende Denguefieber übertragen. „Cities of Sleep“ handelt von der rastlosen Suche nach einem Schlafplatz, ob unter einem Auto, einer Brücke oder in Baracken, die überfüllt und unsicher sind. Nacht für Nacht. Guter Schlaf hat seinen Preis.

Der Film übernimmt in seinen Rhythmus das unruhige Delirium der Schlaflosen, die „Dschinn“ genannt werden, weil sie wie Geister umherirren. Die Kamera folgt ihren endlosen Gängen, begleitet von den Demütigungen, die sie über sich ergehen lassen müssen. Von den Bildern geht etwas Fiebriges und Nervöses aus. Überall kauern Menschen, noch die kleinste Nische wird als Schutzraum genutzt, Lichter flackern, Geschäftigkeit überall. Es gibt keine Orientierung, alles verschmilzt zu einem Inferno aus Lärm und Dreck. Man wähnte sich in einem Science-Fiction-Film, wäre die Dystopie nicht schon längst Gegenwart.

Cornelia Klauß

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Internationales Programm
Floating Life Haobam Paban Kumar

Auf dem Loktak-See in Indien lebten Fischer seit jeher auf schwimmenden Inseln. Bis die Regierung deren Räumung anordnete … Bewegendes Dokument verzweifelten Widerstands.

Floating Life

Dokumentarfilm
Indien
2014
54 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Films Division
Haobam Paban Kumar
Sankha
Der Loktak ist der größte Süßwassersee im Nordosten Indiens und einzigartig durch seine Schilfinseln, die frei auf dem Wasser treiben. Seit Jahrhunderten nutzen Fischer die schwimmende Biomasse als Baugrund für ihre Hütten. Doch damit ist spätestens seit 2011 Schluss, als die Regierung die Umsiedlung der rund 4.000 auf dem See lebenden Menschen beschloss. Begründung: Die Fischer seien verantwortlich für die zunehmende ökologische Belastung des Loktak. In einer ersten Räumaktion in jenem Jahr brannte die Polizei 300 Hütten nieder. Von den Menschen, die daraufhin weggingen, kamen viele wieder, weil sie keine Alternative haben.

Etwa drei Jahre später folgt Haobam Paban Kumar in seinem in Indien vielfach ausgezeichneten Film den Ereignissen auf dem See. Mit sicherem Gespür für die Ängste und Nöte der Menschen beobachtet er zunächst deren geschäftigen Alltag. Die Ereignisse von 2011 sind überall präsent – ebenso die Entschlossenheit der Inselbewohner, sich nicht wieder vertreiben zu lassen. Denn die Staatsmacht rüstet sich erneut, um die traditionelle Lebensform wegen vermeintlich übergeordneter Interessen zu vertreiben. Von der Räumung der Siedlungen erzählt der Film in bewegenden Szenen. Die Fischer und ihre Familien jedenfalls wehren sich mit der Kraft der Verzweiflung. Wo sie siegen, zieht die Polizei ab. Für den Moment. Wo die Hütten niederbrennen, bauen sie sie wieder auf.

Matthias Heeder

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That Elephant From the Bridge

Dokumentarfilm
Indien
2013
26 Minuten
Untertitel: 
englische
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D. J. Narain
Abhilash Vijayan
Sahil Bhardwaj
Abhilash Vijayan
Abhilash Vijayan
Roopak Kalyani
Eine Metallstange, die fest im Boden steckt, wird mit einem überdimensionierten Hammer bearbeitet. Ein alter Mann wäscht seine Füße. Ein kleinwüchsiger Artist stabilisiert sein rostiges Bettgestell mithilfe gefundener Steine. Hier schaut jemand neugierig aus einem Fester, dort entspannt sich eine kleine Diskussion darüber, ob der Mann mit den Muskeln sein Unterhemd verkehrt herum trägt oder nicht. Pfosten werden aufgerichtet, Seile gespannt. Und schließlich hebt das große Zelt vom Boden ab. Die Menschen verwandeln sich in Clowns und Artisten.
In impressionistischen, sinnlichen Bildern begleitet der Film die Ankunft eines indischen Wanderzirkus an einem neuen Ort. Doch nicht der Zauber der Aufführung steht im Zentrum, sondern das, was drumherum passiert, die Handgriffe, das Miteinander von sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, die unter einem Dach leben. Die Aura des Zirkus geht dadurch nicht verloren. Im Gegenteil, das Geheimnis bleibt bewahrt im Fragment. Und die Collage errichtet eine Zirkuskuppel aus Stimmungen.

Lars Meyer

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Internationales Programm
The Textures of Loss Pankaj Butalia

Die Hinterbliebenen der im Krieg getöteten Väter und Söhne von Kaschmir. Mosaik eines kollektiven Albtraums, das seelische Trauma einer nicht zur Ruhe kommenden Region.

The Textures of Loss

Dokumentarfilm
Indien
2013
61 Minuten
Untertitel: 
englische
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Pankaj Butalia
Pankaj Butalia
Arjun Sen, Mohd. Yakub
Ranjan Palit, Pankaj Butalia
Pankaj Butalia
Pankaj Butalia
Es gibt mittlerweile eine ganze Generation, die nichts als Krieg kennt in Kaschmir, jener Region, um die Pakistan und Indien seit 20 Jahren streiten. Angesichts der Omnipräsenz des Militärs reicht schon der kleinste Anlass, das Pulverfass zum Explodieren zu bringen. Beinahe jede Familie hat jemanden verloren. Die Leichen der Väter und Söhne werden ihnen nach Hause gebracht. Wie mit dem Verlust umgehen, wer versorgt die Angehörigen?
Die Fahrt des Regisseurs in die verschiedenen Provinzen gleicht einer Reise in die verwundete Seele einer nicht zur Ruhe kommenden Region. Wie graben sich Schmerz, Trauer und Angst in die Psyche jedes einzelnen? Keine Behörde, keine Therapeuten sind zur Stelle, nur die Götter und die verbliebene Familie, die zusammenrückt in den Wellblechhütten. Depressionen und Schlafstörungen sind an der Tagesordnung. Ein Junge kann die Farbe Rot nicht mehr ertragen, also malt er Blut in Grün. Regisseur Pankaj Butalia setzt aus vielen Gesprächen und sparsam eingebundenen Archivaufnahmen von Straßenkämpfen das Mosaik eines kollektiven Albtraums zusammen. Gemeinsam mit seinem vorherigen Film „Manipur Song“, der ebenfalls bei DOK Leipzig gezeigt wurde, und seinem nächsten Projekt „Assamblog“ bildet „The Textures of Loss“ eine Trilogie der Hinterbliebenen.

Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

When Hari Got Married

Dokumentarfilm
Indien,
Norwegen,
UK,
USA
2012
75 Minuten
Untertitel: 
englische
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Ritu Sarin, White Crane Films
Ritu Sarin, Tenzing Sonam
Arjun Sen
Tenzing Sonam
Tenzing Sonam
Tenzing Sonam
„I love you“ am Telefon zu sagen, verlangt eine persönliche Vorgeschichte. Doch Hari hat seine zukünftige Braut Suman, mit der er diese zärtlichen Worte täglich austauscht, während er sein Taxi über die holprigen Straßen seines indischen Heimatortes am Fuße des Himalayas steuert, noch nie getroffen. Die Hochzeit ist arrangiert und die Jahrtausende alte Tradition dahinter die Vorgeschichte. Haris Vater hat erst Ruhe, wenn sein Jüngster, immerhin schon 30, endlich verheiratet ist. Dafür investiert er sein gesamtes Vermögen. Denn eins ist klar: die Hochzeit wird bunt und teuer.
Wer möchte schon seinen Vater unglücklich machen? Und doch hat Hari einen Weg gefunden, die Tradition ein Stückchen aufzuweichen: das Mobiltelefon. „Wenn du täglich miteinander telefonierst, würdest du dich am Ende sogar in einen Stein verlieben“, sagt er in seiner unnachahmlichen, pragmatischen Art. Immer wieder überrascht der meist zu Scherzen aufgelegte junge Mann durch seine Direktheit. Und doch: je näher die Hochzeit rückt, desto nachdenklicher und verschlossener wirkt er. Denn er weiß genau: ein Stein ist Suman nicht, und dass sie die Trennung von ihrer Familie nicht verkraftet, bleibt eine berechtigte Sorge.
Die Feuerprobe auf diese ungewöhnliche Liebe steht noch aus – am Ende einer langen Zeremonie, auf die das Brautpaar am wenigsten Einfluss hat. Die Geschichte dieser traditionellen Hochzeit lebt von den kleinen Anzeichen einer behutsamen Modernisierung, zu der Hari seinen bescheidenen Beitrag leistet.
– Lars Meyer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.