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I Had a Dream

Dokumentarfilm
Frankreich,
Italien
2018
84 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Claudia Tosi, Nathalie Combe
Claudia Tosi
Daniele Rossi, Enrico Pasini
Claudia Tosi, Andrea Gioacchini
Marco Duretti
Claudia Tosi
Diego Schiavo
Zwei Männer flankieren diesen Film: Silvio Berlusconi, der 2008 zum vierten Mal italienischer Ministerpräsident wurde, und Donald Trump, der ein knappes Jahrzehnt später als amerikanischer Präsident vereidigt wurde. Für Manuela, eine Abgeordnete des italienischen Parlaments, und Daniela, eine Lokalpolitikerin, ist dieser dergestalt männlich markierte Zeitraum der Inbegriff für den politischen Regress. Seit Jahren kämpfen die beiden für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, für bessere Gesetze zum Schutz vor häuslicher Gewalt gegen Frauen und für ein diverseres Gesamtbild politischer Verantwortungsträger.

Ist die Politik tot? Diese brutale Frage leitet Claudia Tosis Langzeitstudie über die Entwicklungen des letzten italienischen Jahrzehnts an. Mit einem Verlust von 6,7 % der Stimmen unterlagen die Demokraten 2018 deutlich gegen die populistische und europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung. Dass Demokratie, zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt und Fortschrittswille noch einmal derart infrage stehen, dass der überwunden geglaubte Berlusconismus noch in einem solchen Ausmaß nachwirkt, hätten Manuela und Daniela nicht für möglich gehalten.

Lukas Stern



Ausgezeichnet mit einer Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Langfilm, mit dem Preis der Interreligiösen Jury und mit dem FIPRESCI Preis