Filmarchiv

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Retrospektive 2013
They Do Not Exist Mustafa Abu Ali

Der Filmtitel zitiert die frühere israelische Ministerpräsidentin Golda Meir. In neun formal sehr unterschiedlichen Kapiteln porträtiert der Film das palästinensische Flüchtlingslager Nabatieh im Südlibanon: die Verbundenheit der Lagerbewohnerinnen ...

They Do Not Exist

Dokumentarfilm
Libanon
1974
25 Minuten
Untertitel: 
keine

Credits DOK Leipzig Logo

Mustafa Abu Ali
Der Filmtitel zitiert die frühere israelische Ministerpräsidentin Golda Meir. In neun formal sehr unterschiedlichen Kapiteln porträtiert der Film das palästinensische Flüchtlingslager Nabatieh im Südlibanon: die Verbundenheit der Lagerbewohnerinnen und -bewohner mit dem Befreiungskampf, den antiimperialistischen Kontext und die Zerstörung Nabatiehs durch israelische Luftangriffe im Mai 1974. Regisseur Mustafa Abu Ali war einer der Gründungsväter der PLO-Filmorganisation.

Irit Neidhardt

Tiny Souls

Dokumentarfilm
Frankreich,
Jordanien,
Libanon,
Qatar
2019
85 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

Credits DOK Leipzig Logo

Dina Naser
Dina Naser
Ronald Heu
Dina Naser, Hasan Abu Hammad
Najwa Khachimi, Qutaiba Barhamji
Dina Naser
Antonin Dalmasso
Sie und all die anderen werden das Leben immer inspirieren, schreibt Dina Naser am Ende ihres Films über drei Kinder des Krieges in Syrien. Sie wachsen in einem Lager für Geflüchtete in Jordanien auf: Marwa ist die älteste, dann kommt ihre Schwester Ayah und schließlich Mahmoud, der Kleine. Sie haben noch sieben weitere Geschwister, aber die Familie ist auseinandergerissen worden, seit ein Bruder in Syrien nicht mehr in der Armee und damit dem Diktator Assad dienen wollte. Marwa ist die Heldin des Films. Sie wird bald groß sein oder jedenfalls von ihren Eltern als beinahe heiratsfähig betrachtet werden. Mutter und Vater achten nun darauf, dass sie nicht mehr ausgeht. Dabei hat sie doch schon einen Freund.

Dina Naser verfolgt das Geschick und den Alltag der drei Kinder über einen längeren Zeitraum, beginnend im Jahr 2014. Vorübergehend gibt die Filmemacherin ihren Protagonisten sogar eine Kamera in die Hand – für die Zeit, in der sie nicht bei ihnen sein kann. Zu vergleichen ist und darf dies sein mit der Situation geflüchteter Palästinenser im Jahr 1948, darunter Dina Nasers Vater, auf dessen Erfahrungen die Regisseurin anspielt. Damit öffnet sich ein größerer Kontext für diese zutiefst allgemein menschliche, mit vielen Details zugleich aber in den komplizierten Syrien- und Nahostkonflikt eingebundene Geschichte.

Bert Rebhandl