Filmarchiv

Internationales Programm
One Life Marija Stonytė

Zärtlich züchtet eine Frau Schmetterlinge: Sie beobachtet, wie sie sich verpuppen, schlüpfen, zum ersten Mal mit ihren Flügeln schlagen. Eine dokumentarische Liebeserklärung.

One Life

Dokumentarfilm
Litauen
2019
19 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Andrėja Čebatavičiūtė, Giedrė Žickytė
Marija Stonytė
Jurga Šeduikytė
Laura Aliukonytė, Marija Stonytė
Danielius Kokanauskis, Marija Stonytė
Marija Stonytė
Mindaugas Šmėga
Litauen ist stolz auf seine Schmetterlingsvielfalt. Rund 100 Spezies erkunden das Land jedes Jahr. Marija Stonytė macht diesen prächtigen Sommervögeln eine dokumentarische Liebeserklärung. Zärtlich züchtet eine Frau in ihrer Wohnung Schmetterlinge, beobachtet, wie sie sich verpuppen, schlüpfen, zum ersten Mal mit ihren Flügeln schlagen. Immer wieder versucht der Mensch, die Natur für sich zu inszenieren. Am Ende ist er vielleicht nur ein Zuschauer auf billigem Platz, der einem Zauber beiwohnt.

Julia Weigl

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Master and Tatyana Giedrė Žičkytė

Unangepasster Bohemien, wildes Leben, große Kunst, romantische Liebe, KGB und ein mysteriöser Tod: der litauische Fotograf Vitas Luckus, schillernder Star der Sowjetpopkultur.

Master and Tatyana

Dokumentarfilm
Litauen
2014
84 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Dagnė Vildžiūnaitė
Giedrė Žičkytė
Jurga Šeduikytė, Giedrius Puskunigis
Audrius Kemežys
Danielius Kokanauskis, Domas Kilčiauskas, Giedrė Žičkytė
Giedrė Žičkytė
Vytis Puronas

Vitas Wer? Vitas Luckus, Meister der Fotografie, der größte vielleicht in der ganzen weiten damaligen Sowjetunion – nur wussten das die wenigsten, denn in Ausstellungen war er nicht vertreten. Zu non-konform sein Lebensstil (Haustier: Löwe), zu radikal seine Arbeiten (proletarischer Sozrealismus, nackte Frauenkörper, Odessas Unterwelt), zu rastlos er selbst (Party ohne Ende). Kurz: zu kompromisslos und das bis zuletzt, als er sich drei Jahre vor Litauens Unabhängigkeit aus dem Fenster stürzt. Wie man den Genius eines Künstlers und obendrein die Atmosphäre einer lebenslangen Amour fou rekonstruiert, ohne auf die Tränendrüse zu drücken oder in Mythen zu verweilen, führt dieser Film vor. Mehr noch: Über Vitas Luckus‘ einzigartige Fotos, die heute, nach ihrem Outing sozusagen, nicht zuletzt den Kontext etwa für das weltbekannte Œuvre seines Freundes Boris Mikhailov herstellen, eröffnet sich der Blick auf eine besondere Welt. Von der verspielten Zärtlichkeit der Liebenden bis zum Alltag zwischen KGB-Verhör und Unions-Bohème schillert sie in allen Facetten. Welch rares Glück zudem: Fotografien in Schwarz-Weiß und analog, Alben auf Papier. In der technischen Schlichtheit verbirgt sich, was ein Leben voller Komplexität war. Barbara Wurm


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Dinner

Dokumentarfilm
Litauen
2013
28 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jurga Gluskinienė
Linas Mikuta
Kristina Sereikaitė
Linas Mikuta, Kristina Sereikaitė
Jonas Maksvytis
Jeden Tag erwartet in der Liepkalnis-Straße in Vilnius all jene eine warme Mahlzeit, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Während in dem schmucklosen Bungalow die Frauen von Hand das Essen zubereiten, die Tische decken und das Kompott einschenken, wartet draußen bereits die hungrige Kundschaft auf den Moment, an dem die Türen aufgehen. Bis dahin steht die Zeit still. Einige nutzen das gern, um in einen Austausch zu kommen, andere interagieren eher unfreiwillig.
Menschen, vom Leben gezeichnet, berichten sich gegenseitig von ihren Schicksalsschlägen, Erfahrungen und Einsichten – oder missverstehen sich auch einfach nur. „Sprecht Ihr von Litauen?“ – „Nein, wir sprechen vom Tod.“ Und doch scheinen sich hier alle sogar wortlos zu verstehen – das zumindest meint man in den Gesten und Blicken zu lesen. Morgen kommt ein neuer Tag, und es wird gewartet werden, auf das Mittagessen. Ein unverschnörkeltes Porträt vom vergessenen Rand der Gesellschaft.

Lars Meyer

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Internationales Programm
Second Class Marta Dauliūtė, Elisabeth Marjanović Cronvall

Litauische Männer auf einer Schwedenfähre. Aufmerksame Studie über das Klischee des Arbeitsmigranten, die Realität Europas und den weiblichen Blick auf das männliche Objekt.

Second Class

Dokumentarfilm
Litauen,
Schweden
2012
60 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Elisabeth Marjanović Cronvall, Marta Dauliūtė
Marta Dauliūtė, Elisabeth Marjanović Cronvall
Elisabeth Marjanović Cronvall
Elisabeth Marjanović Cronvall
Thomas Jansson
Die Gratwanderung, auf der FilmemacherInnen ihren Protagonisten begegnen, ist bekanntlich ein Weg voller Fallstricke, Frustrationen und Überraschungen. Geduld ist die oberste Tugend und ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen nicht von Nachteil. Marta Dauliūtė und Elisabeth Marjanović Cronvall treffen eine Gruppe junger litauischer Männer an Bord einer „Schwedenfähre“ und beschließen, einen Film über sie als Arbeitsmigranten zu machen. Die Männer weigern sich, vor allem, weil sie nicht verstehen, was an ihnen derart interessant sein soll, dass zwei Frauen einen ganzen Film damit füllen könnten. Sie wollen das Klischee der Arbeitsmigranten nicht bestätigen und haben keine Lust, das medial heraufbeschworene Mitleid zu bedienen. Eine Dokumentation über Erdbeben – ja, das würde ihnen einleuchten. Aber über sie?
Marta und Elisabeth lassen sich nicht abschütteln, trinken mit den Männern, tanzen mit ihnen – und bei aller Abwehr stellt sich bei den „Forschungsgegenständen“ allmählich ein gewisses Einverständnis ein. Trotz offensiver Ablehnung und stereotypem Machogehabe schaffen es die Frauen mit der Kamera nach einer Weile, die Fassaden anzukratzen, und bekommen – verkleidet als flirtiges Gepose – die innersten Gedanken offenbart. Herausgekommen ist eine aufmerksame Studie, die zum einen eine ganze Reihe aktueller gesellschaftlicher Missstände aufrollt, und zum anderen das Spezifische des weiblichen Blicks auf das männliche Objekt klug kommentiert.

Lina Dinkla

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.