Filmarchiv

Internationales Programm 2018
Living the Light – Robby Müller Claire Pijman

Robby Müller (1940–2018) verstand es, mit Lichtquellen wie auf Musikinstrumenten zu spielen. Ein fein gesponnenes Porträt des Kameramanns von Jarmusch, Wenders und anderen großen Autorenfilmern.

Living the Light – Robby Müller

Dokumentarfilm
Deutschland,
Niederlande
2018
87 Minuten
Untertitel: 
englische

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Carolijn Borgdorff, Alexander Wadouh, Sven Sauër
Claire Pijman
SQÜRL (Jim Jarmusch, Carter Logan)
Claire Pijman
Katharina Wartena
Claire Pijman
Robby Müller (1940–2018) war eine Lichtgestalt, nur anders, als man dieses Wort gemeinhin versteht. Er hätte gut einen der weisen und wortkargen Indianer in Jim Jarmuschs Spätwestern „Dead Man“ darstellen können. Das ging nur nicht, weil er für diesen Film als Director of Photography fungierte und dort wie in rund 70 anderen Meisterwerken des internationalen Autorenkinos sein spezielles, einerseits fest und wie gemalt, aber zugleich durchscheinend und flirrend sich gebendes Licht auf die Leinwand zauberte.

Über Jahrzehnte führte der Kameramann ein Videotagebuch, das die Filmemacherin Claire Pijman bereits für die große Ausstellung „Master of Light“ im Amsterdamer Filmmuseum EYE aufarbeitete und welches sie nun in ihrem eigenen Film „Living the Light“ als zentralen Bildfundus nutzt. Über einer Sequenz zwischen Dennis Hopper und Nicholas Ray aus Wim Wenders’ „Der amerikanische Freund“ erzählt die Kamerakollegin Agnès Godard, dass Meisterschaft für sie erst darin zum Ausdruck kommt, wenn sich die Grandezza einer Kameraarbeit in den Szenen selber zum Verschwinden gebracht hat, weil sie wie selbstverständlich darin enthalten ist. Seltsam, dass man Robby Müllers Bilder fast immer auch zu hören glaubt. In „Living the Light“ wird dieser Eindruck forciert durch fein improvisierte Soundscapes von Jim Jarmusch und Carter Logan.

Ralph Eue


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

Western Wild … or How I Found Wanderlust and Met Old Shatterhand

Dokumentarfilm
Niederlande
2018
9 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Martha Colburn
Martha Colburn
Martha Colburn
Martha Colburn
Martha Colburn
Martha Colburn
Martha Colburn
Karl May floh aus der Enge der Wilhelminischen Kaiserzeit in die von edlen Indianern bewohnten Weiten der Fantasiewelt. In den merkwürdigen Canyons des Lebens von May folgt Martha Colburn seiner Fährte mit einer abenteuerlich verdrehten Collageanimation und entdeckt autobiografische Parallelen: Heimatort ihrer Jugend war das Tausend-Seelen-Kaff Biglerville – 1863 Seitenschauplatz einer der blutigsten Schlachten gegen die indigene Bevölkerung, heute berühmt für Esel-Basketball.

André Eckardt